Roentgen-Museum Neuwied
Ysenburg-Salon von Abraham Roentgen
Neuwied. Landrat Rainer Kaul und Museumsdirektor Bernd Willscheid präsentierten vor Kurzem im Festsaal des Roentgen-Museums Neuwied den neu erworbenen „Ysenburg-Salon“ von Abraham Roentgen aus der Zeit um 1745/50 erstmals der Öffentlichkeit. Zu dieser Veranstaltung sprachen Prof. Dr. Frank Druffner, der stellvertretende Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Berlin, und Prof. Dr. Martin Eberle, Direktor der Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha, Grußworte. Druffner führte die Förderung der Kulturstiftung der Länder beim Erwerb von nationalem Kulturgut auf und Eberle betonte die Beziehungen Roentgens nach Gotha, aber auch die guten Verbindungen des Roentgen-Museums zu Schloss Friedenstein in Gotha. Dr. Achim Stiegel, Kurator der Möbelsammlung im Kunstgewerbemuseum Berlin, hielt den Fachvortrag „Der Ysenburg-Salon – Zum Schaffen von Abraham Roentgen in Herrnhaag“.
Wie es zum Ankauf kam
Landrat Rainer Kaul hatte in seiner Begrüßung berichtet, wie es zum Ankauf der Möbel kam. Er erwähnte, dass nur mit Unterstützung der Museums-Stiftung Krüger, der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Otto Wolff Stiftung und der Kultur- und Sozialstiftung der Provinzial Rheinland Versicherungen in Verbindung mit der Sparkasse Neuwied ein solcher Erwerb für das Roentgen-Museum möglich gewesen sei.
... und ein Verwandlungstisch
Dieses bekannte, bisher in der Roentgen-Literatur immer wieder erwähnte Möbelensemble bestehe aus vier Stühlen, vier Hockern, einem Tabletttisch und einem Verwandlungstisch. Hergestellt wurden die Möbel in geschwungenen Formen, mit blattartigen Schnitzereien und keulenförmigen Füßen im Stil des englischen Barock der 1730er Jahre. Wie Dr. Achim Stiegel in seinem Fachvortrag aufführte, zählt der von der englischen Möbelkunst stark beeinflusste „Ysenburg-Salon“ zu den frühesten bekannten Möbeln von Abraham Roentgen, die noch aus seiner Hand auf dem Herrnhaag in der hessischen Wetterau gefertigt wurden. Das Möbelensemble gelangte in das Eigentum der Grafen und späteren Fürsten zu Ysenburg und Büdingen in Schloss Büdingen, bis es 2013 in den Kunsthandel und 2015 in den Besitz des Roentgen-Museums Neuwied kam. Intensive Forschungen in Büdingen sowie vor allem im Unitätsarchiv in Herrnhut hatten neue Erkenntnisse zum Erwerb der Möbel durch das Haus Ysenburg ergeben. Bernd Willscheid bedankte sich zum Abschluss der Veranstaltung bei allen Rednern, Sponsoren sowie allen Personen, die am Erwerb des Möbelensembles beteiligt waren.
Eine wichtige Ergänzung
Alle Redner betonten, dass der „Ysenburg-Salon“ eine wichtige Ergänzung für die einzigartige Sammlung des Roentgen-Museums in Neuwied sei und die frühe Zeit der Roentgenwerkstatt auf dem Herrnhaag vertreten werde. Im Festsaal des Museums hat er nun seinen Platz gefunden.
Weitere Infos zum Museum
Das Roentgen-Museum Neuwied, Raiffeisenplatz 1a, 56564 Neuwied, hat zu folgenden Zeiten geöffnet: Dienstag bis Freitag, von 11 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Weitere Infos gibt es im Internet unter: www.roentgen-museum-neuwied.de
Prof. Dr. Frank Druffner, Landrat Rainer Kaul, Prof. Dr. Martin Eberle, Volkmar Müller (Geschäftsstellenleiter der Provinzial Neuwied), Isabelle Fürstin zu Wied, Museumsdirektor Bernd Willscheid, Helga Moitz, Dr. Achim Stiegel, Dr. Hans-Jürgen Krüger, Dr. Hermann-Josef Richard und Oberbürgermeister Nikolaus Roth (v.li.). Foto: Thomas Höfner
