Allgemeine Berichte | 24.08.2013

Lokales Netzwerk Kindeswohl: Kreis und Stadt Neuwied haben zur 4. Netzwerkkonferenz eingeladen

Zusammenarbeit beim Kinderschutz

Rege Teilnahme bescheinigt Erfolg der Fachveranstaltung zum Thema „Kinder psychisch kranker Eltern“

Psychische Erkrankungen nehmen zu und sind zugleich immer noch häufig tabuisiert. Das Umfeld für das Thema sensibilisieren und fachlichen Input für die tägliche Praxis standen im Mittelpunkt der 4.Netzwerkkonferenz der Jugendämter von Kreis und Stadt Neuwied. (v.l.n.r.) Anja Piquardt (Stadtjugendamt Neuwied), Dr. Stefan Elsner, Ärztlicher Direktor der Rhein- Mosel- Fachklinik in Andernach, Elisabeth Schmutz (Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V.), 1.Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach, Dr. Ulrich Kettler (Psychiatriekoordinator der Kreisverwaltung Neuwied), Daniela Kiefer (Kreisjugendamt Neuwied), Wolfgang Hartmann (Leiter Stadtjugendamt Neuwied) und Uwe Kukla (stellv. Leiter des Kreisjugendamtes Neuwied).

Kreis Neuwied. Die Jugendämter von Stadt und Landkreis Neuwied luden zur vierten gemeinsamen Netzwerkkonferenz in den Amalie-Raiffeisensaal der VHS Neuwied zum Thema „Kinder psychisch kranker Eltern - Auswirkungen psychischer Erkrankungen von Eltern auf den Familienalltag“ ein. Der 1.Kreisbeigeordnete und Dezernent für Jugend und Familien, Achim Hallerbach, konnte hierzu zahlreiche Netzwerkmitglieder aus Kindertagesstätten, Gesundheits- und Bildungswesen sowie der Jugendhilfe begrüßen. „Kinderschutz wird zunehmend nicht mehr nur als Aufgabe der Jugendämter betrachtet, welche originär den Schutzauftrag bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung wahrnehmen. Vielmehr bildet sich eine Verantwortungsgemeinschaft, zu der alle Personen gehören, die in Kontakt zu Kindern, Jugendlichen und Familien stehen und einen aktiven Beitrag leisten“, so Hallerbach. Durch Kooperation und Vernetzung der zahlreichen Akteure innerhalb und außerhalb der Jugendhilfe können Verfahrensabläufe optimiert werden. „Das gilt nicht nur für den Bereich der Kindeswohlgefährdung, sondern vielmehr auch für das Bereitstellen von Hilfen, die frühzeitig ansetzen und zu denen ein leichter, nicht stigmatisierender Zugang ermöglicht wird“, skizzierte der 1.Kreisbeigeordnete die Arbeit der beiden Jugendämter. Familien in besonderen, belasteten Lebenslagen bedürften deshalb einer frühen Unterstützung. Dr. Stefan Elsner, Ärztlicher Direktor der Rhein- Mosel- Fachklinik in Andernach, referierte über die wichtigsten psychiatrischen Krankheitsbilder und deren Symptome. Im Anschluss erläuterte er die große Bedeutung des Einbeziehens von Familienmitgliedern, insbesondere von Kindern, in den Heilungsprozess. Er sprach sich für den weiteren Ausbau von Kooperationsbeziehungen zwischen Erwachsenenpsychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und dem Jugendamt aus. In der Rhein - Mosel - Fachklinik besteht bereits seit dem Jahr 2000 das Angebot, Mütter mit ihren kleinen Kindern gemeinsam in der Klinik aufzunehmen. Dadurch bleibt die oftmals nicht unproblematische Trennung von Mutter und Kind aus. Bereits bei der Aufnahme wird durch eine spezifische Anamneseerhebung mit den Kranken abgeklärt, ob sich minderjährige Kinder im Haushalt befinden und ob bzw. wie deren Versorgung gewährleistet ist. Die Moderatorin der Veranstaltung, Elisabeth Schmutz vom Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ISM), führte die angeregte Diskussion zu den wesentlichen Aspekten der direkten Umsetzung vor Ort. Dabei zeigte sich, wie präsent und bedeutungsvoll das Thema in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen der Netzwerkpartner ist. Besonders wertvoll und hilfreich galten die Hinweise zu konkreten Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Familien. Zum aktuellen Stand der Netzwerkarbeit zählen u.a. die Umsetzung des Einsatzes von Familienhebammen in Stadt und Landkreis Neuwied und die Informationsveranstaltungen für Lehrer, die beide Jugendämter in der ersten Jahreshälfte gemeinsam mit der ADD Koblenz durchgeführt haben. Dass der Kinderschutz in Landkreis und Stadt Neuwied einen hohen Stellenwert genießt, zeigt sich durch den kontinuierlichen Auf- und Ausbau der Netzwerkarbeit, aber auch dadurch, dass neben den beiden Netzwerkkoordinatorinnen Anja Piquardt (Stadtjugendamt Neuwied) und Daniela Kiefer (Kreisjugendamt Neuwied) auch der Teilnehmerkreis aus Verwaltung und der Netzwerkpartner deutlich angewachsen ist.

„Seit nunmehr fünf Jahren besteht in Rheinland - Pfalz das Landesgesetz zum Schutz von Kindeswohl und Kindergesundheit. Der Erfolg dieses Gesetzes zeigt sich u.a. auch darin, dass sich wesentliche Elemente wie die Netzwerkarbeit und die Förderung von Frühen Hilfen auch im neuen Bundeskinderschutzgesetz wieder finden“, fasste Wolfgang Hartmann, Leiter des Stadtjugendamtes Neuwied, die Ergebnisse zusammen.

Die Jugendämter von Stadt und Landkreis Neuwied organisieren einmal jährlich eine Netzwerkkonferenz nach den Bestimmungen des Landeskinderschutzgesetzes Rheinland-Pfalz, um durch einen fachlichen Austausch die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Professionen aus den Bereichen der Jugendhilfe, des Gesundheits- und Bildungswesens sowie der Behörden wie Polizei und Familiengericht die Zusammenarbeit in Fragen des Kinderschutzes zu verbessern.

Psychische Erkrankungen nehmen zu und sind zugleich immer noch häufig tabuisiert. Das Umfeld für das Thema sensibilisieren und fachlichen Input für die tägliche Praxis standen im Mittelpunkt der 4.Netzwerkkonferenz der Jugendämter von Kreis und Stadt Neuwied. (v.l.n.r.) Anja Piquardt (Stadtjugendamt Neuwied), Dr. Stefan Elsner, Ärztlicher Direktor der Rhein- Mosel- Fachklinik in Andernach, Elisabeth Schmutz (Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V.), 1.Kreisbeigeordneter Achim Hallerbach, Dr. Ulrich Kettler (Psychiatriekoordinator der Kreisverwaltung Neuwied), Daniela Kiefer (Kreisjugendamt Neuwied), Wolfgang Hartmann (Leiter Stadtjugendamt Neuwied) und Uwe Kukla (stellv. Leiter des Kreisjugendamtes Neuwied).

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