Politik | 06.06.2013, 15:27 Uhr

Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied

Zwei an der Hand und noch eins im Herzen

Am Freitag, 21. Juni

Zwei an der Hand und noch eins im Herzen

Neuwied. Das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth Neuwied feiert am Freitag, 21. Juni, um 16:30 Uhr gemeinsam mit dem Gesprächskreis für trauernde Eltern und der Schwangerenberatungsstelle Frauenwürde den jährlichen Gedenkgottesdienst für Sternenkinder in der Neuwieder Heilig-Kreuz-Kirche. Betroffene und Mittrauernde sind eingeladen.

Einmal im Jahr kommen im Marienhaus Klinikum Eltern zusammen, die ihr Kind kurz vor oder nach der Geburt verloren haben. Ein solches Erlebnis ist für die gesamte Familie sehr einschneidend und mit großer Trauer verbunden. Bis vor Kurzem war für die Betroffenen besonders belastend, dass Frühgeburten mit weniger als 500 g Geburtsgewicht nicht standesamtlich registriert werden konnten. Dr. Christoph Zimmermann-Wolf, Seelsorger im Marienhaus Klinikum St. Elisabeth erklärt das wie folgt: „Für Eltern lag die Schwierigkeit vor allem darin, dass es offiziell dieses Kind in ihrer Familie nicht gegeben hat, auch wenn es betrauert wird. In unserem Krankenhaus erhalten diese Eltern zwar auch eine Erinnerungskarte mit einem Foto ihrer Kinder, aber der ’amtliche Stempel‘, der für die Trauerarbeit ein nicht zu unterschätzender Faktor ist, fehlte bisher.“

Die Problematik zeigte sich zum Beispiel darin, dass viele Eltern unsicher waren, wie sie auf die Frage nach der Zahl ihrer Kinder antworten sollten. Eine sehr belastende Situation für die Betroffenen. Dr. Christoph Zimmermann-Wolf berichtet von einem Vater, der für sich selbst folgende bewegende Antwort auf diese Frage gefunden hat: „Ich habe drei Kinder: Zwei an der Hand und noch eins im Herzen.“

Seit 15. Mai dieses Jahres ist es nun möglich, auch für Fehlgeburten von Kindern mit weniger als 500 g Geburtsgewicht eine amtliche Bescheinigung zu erhalten. Eine Änderung, die für viele Eltern die Anerkennung ihrer Trauer auch von anderen erleichtern wird. Diese neue Situation wird auch Thema bei der Gedenkfeier sein, die am 21. Juni stattfindet und zu der aus Neuwied und Umgebung alle Betroffenen nach einer Fehlgeburt, Totgeburt, einer extremen Frühgeburt und ebenso nach einem Schwangerschaftsabbruch herzlich eingeladen sind.

Veranstaltungsdetails:

Gedenkfeier für Frühverstorbene, am 21. Juni um 16:30 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche Neuwied, Reckstraße/Ecke Blücherstraße.

Um Anmeldung bei Dr. Christoph Zimmermann-Wolf wird gebeten.

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