Weihnachtsgruß der beiden Kirchen
„… weil in der Herberge kein Platz für sie war …“
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Diese nüchterne Feststellung hören wir jedes Jahr in den Weihnachtsgottesdiensten, kein Krippenspiel kommt ohne die Szene aus, in der die Wirtsleute dem armseligen Paar, das ein Kind erwartet, die Tür verweigert.
- weil sie nicht von hier kommen…
- weil sie anders sind…
- weil man doch nicht für alles zuständig sein kann…
- weil sie uns nur Kosten verursachen…
- weil…, weil…, weil…
Weil Menschen so waren, kam Gott in die Welt. Weil Menschen so sind, brauchen wir Weihnachten. Damit es anders wird. Die Geburt Jesu und seine Kindheit sind eine Geschichte der Armut, der Obdachlosigkeit, der Gewalt, des Terrors, der Flucht und des Abgeschobenwerdens. Es ist eine Geschichte, die auch in unseren Tagen spielt. Die Welt unserer Tage kennt noch viel mehr Terror als das Israel vor 2.000 Jahren unter dem kindermordenden Herodes. Unsere Welt ist unsicher geworden, unüberschaubar, scheint unstabil.
Das löst Angst aus. Weihnachten sagt: Unser Gott hält sich nicht raus, wenn es um den Menschen und sein Leben und seine Würde geht. Er ergreift Partei und bezieht Stellung, - und das anders als wir das vielleicht tun würden. Statt mit Gewalt und Macht kommt er in Gestalt eines kleinen Kindes, solidarisch mit den Armen, Kleinen, Schwachen, Übersehenen. Im Kind in der Krippe streckt Gott uns seine Arme entgegen. Und er lädt uns ein, bei ihm Aufnahme, Asyl, Frieden, Ansehen, Geborgenheit zu finden. Wir wollen an diesem Weihnachtsfest allen danken, die sich der Flüchtlinge und aller Schwachen, Armen annehmen. Es sind so viele Ehren- und Hauptamtliche: In den Verwaltungen bei Stadt, Gemeinden und Kreis, als Unterstützer aus Ökumenischer Flüchtlingshilfe, Caritas, Senioren- und Flüchtlingsnetzwerk, in den Überlegungen bei den Runden Tischen, als Begleiter der Familien, in den Deutschkursen, bei Rotem Kreuz und THW, in den Kindergärten und Schulen, in den Kleiderkammern und bei LISA, auf der AKNZ und im Mehrgenerationenhaus, bei der Tafel, im Jobcenter und bei der Agentur für Arbeit, in den Geschäften, dem Krankenhaus … und an so vielen Stellen des Alltags: DANKE! Was wir von Gott empfangen, das dürfen und sollen wir weitergeben, gerade im Jahr der Barmherzigkeit. Im Namen aller Seelsorgerinnen und Seelsorger, aller Verantwortlichen in den Leitungsgremien der Gemeinden rufen wir in unsere Stadt:
Frohe Weihnachten!
Pfarrer Dr. Wilfried Glabach,
stellvertretender Vorsitzender
des Presbyteriums der
Evangelischen
Kirchengemeinde
Bad Neuenahr
Dechant Jörg Meyrer,
Dekanat Ahr-Eifel
Dechant Jörg Meyrer.
Pfarrer Dr. Wilfried Glabach.
Fotos: FIX
