Seminar „Pure Kindheit“ des Dekanats Ahr-Eifel
150 Erzieherinnen schaffen sich den Durchblick
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Erzieher und Erzieherinnen der 14 katholischen Kindertagesstätten im Dekanat Ahr-Eifel und ihre Begleiter in den Pfarreien, trafen sich am Pfingstdienstag zu einem gemeinsamen Fortbildungstag. Im Pfarrheim der Rosenkranzpfarrei Bad Neuenahr setzten sie sich intensiv mit der veränderten Situation von Familien und Arbeitswelt auseinander.
„Das Thema „Pure Kindheit“ knüpft bewusst an unserem Alltag an - an den vielen und steigenden Erwartungen von Eltern, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und all den anderen, die wissen, was das Kind für die Zukunft braucht“, so Ellen Keller vom siebenköpfigen Vorbereitungsteam. Das Thema streife also auch die Frage nach „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ und die sich massiv verändernde Kindheit. „Welches Menschenbild steckt hinter solchem Bestreben?“ ergänzte Frank Hönerbach, „Wie gehen wir als kirchliche Kindergärten damit um? – damit wollen wir uns an diesem Tag befassen.“
Vertreterinnen der 14 katholischen KiTas im Dekanat Ahr-Eifel bereiteten den ersten gemeinsamen und für alle Mitarbeiterinnen verbindlichen Studientag zusammen mit Pastoralreferent Markus Hartmann vor.
„Kinder haben ein feines Gespür dafür, wie das Leben gelingt“, führte Hauptreferentin Prof. Elisabeth Jünemann von der katholischen Hochschule Nordrheinwestfalen aus. Sie warf einen Blick darauf, was es braucht, damit Leben gelingt. Mit ihren Studenten entdeckte sie, dass es eine solche Hilfe bereits längst gibt: Die zehn Gebote des Alten Testaments benennen Grundlagen eines guten Miteinanders, Orientierung für den Umgang untereinander und mit Gott. Sie berichtete von einem Projekt mit Kindern unterschiedlicher Milieus, das diese Gebote in die heutige Zeit übersetzt: „Die Gebote sind Lebenshilfen“, so Jünemann, „aber eine Aneignung, Umsetzung braucht immer den Erfahrungsbezug zum eigenen Leben.“
Das Thema „pure Kindheit“ ist komplex und berührt viele Fragen. Fragen danach, was Eltern und Erzieherinnen Kindern gut auf ihren Lebensweg mitgeben können, aber auch danach, wie sie sich unterschiedlichen Lebensentwürfen und Erwartungen stellen. Danach, wie Erzieherinnen im Alltag die Balance halten können und danach, welche Methoden es gibt, Kinder zu beobachten und zu begleiten. Antworten hierzu konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nachmittags in unterschiedlichen Arbeitsgruppen gewinnen, für die eine Vielzahl von kompetenten Referenten gewonnen wurde.
Den Tag eröffnete eine Statio in der Neuenahrer Rosenkranzkirche. „Ich freue mich über unseren Termin!“ so Pastoralreferent Markus Hartmann, der die Kindertagesstätten pastoral begleitet, „Pfingsten, also der Heilige Geist, ist immer für eine Überraschung gut! Ein guter Termin für diese neue Institution eines gemeinsamen Studientages. Ein guter Tag unser Tun zu überdenken und mit Gottes Hilfe neu zu gestalten.“ Das Dekanat umschreibt die kirchliche „Kreisebene“. Das Dekanat Ahr-Eifel umfasst die Verbandsgemeinden Adenau, Altenahr, Grafschaft und die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Eine zentrale Veranstaltung war notwenig geworden, da sich der Alltag in den Kindertagesstätten in den letzten Jahren sehr verändert hat. Ansprüche sind gestiegen, die Zeiten, die die Kinder in den Einrichtungen verbringen, sind länger geworden. Dadurch brechen die Möglichkeiten für selbst organisierte Fortbildungen und kollegialen Austausch, wie sie für die katholischen Einrichtungen vorgeschrieben sind, weg, weil sie sich nicht mehr organisieren lassen.
Statt vieler kleiner Fortbildungen, zu denen einige, wenige ErzieherInnen kommen – sofern es die Situation in der KiTa erlaubt – haben die Einrichtungen nun diesen gemeinsamen zentralen Fortbildungstag organisiert.
