Klaus der Geiger und Antje von Wrochem „Hommage an Karl Valentin und Liesl Karlstadt“
28. Marienthaler Lichterabende
Bad Neuenahr. Klaus der Geiger, der wilde Mann aus der Fußgängerzone und gerne gesehener Gast auf Kundgebungen und Demos, auf einer Theaterbühne - geht das? Und ob! Der Straßenmusiker rockte am Vorabend seines 74. Geburtstags das „Senftöpfchen“ und riss das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Mit von der Partie: seine Tochter Antje von Wrochem, Mitglied des Kölner NN-Theaters und ebenfalls Musikerin (Gitarre, Geige).
Die beiden brachten jedoch nicht nur Protestsongs zu Gehör, sondern der Abend war zugleich eine Hommage an den von Klaus von Wrochem verehrten Karl Valentin - ein anarchistischer Seelenverwandter. Mit Antje als Liesl Karlstadt präsentierte er ein paar der köstlich absurden Sketche wie den von dem Mann, der seine Frau so lange wegen der zu heißen Suppe anmotzt, bis sie endlich kalt ist. Oder die Geschichte von der verlegten Brille, die sich auf Karls Stirn wieder findet.
Die stärksten Momente des Programms aber waren die Songs gegen die Pharma- und die Nahrungsmittel-Industrie, Fremdenfeindlichkeit und Hightech Fortschritt. Da traktiert der klassisch ausgebildete Musiker mit ungebrochener Vitalität seine Violine, bis ihm die Bogenhaare fliegen gehen. Wie gut er und seine Tochter aufeinander eingespielt sind, zeigte die frei improvisierte Zugabe für zwei Geigen.
Am Sonntag, 6. Juli werden die beiden dann während der 28. Marienthaler Lichterabende ab 19 Uhr zu sehen sein. Einlass ist ab 17.30 Uhr.
