Allgemeine Berichte | 28.05.2014

Jubiläumsfest: Engagement der Bürgergesellschaft Hemmessen gelobt

50 Jahre Brauchtumspflege

Für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden (v. li.): Herbert Karbach, Rudi Kniel und Josef Adams. Die Vorsitzende des Hospizvereins Ulrike Dobrowolny erhielt eine Spende von 2,500 Euro. FIX

Bad Neuenahr. Großer Bahnhof auf der Hemmessener Hütte – freilich aus gutem Anlass: Die Bürgergesellschaft Hemmessen, mit ihrem Schultes Hans-Werner Helmrich, lud am Wochenende zur großen Geburtstagssause. 50 Jahre kümmert sich der rührige Verein nun schon um das Brauchtum im kleinen Bad Neuenahrer Stadtteil. Gefeiert wurde von Freitag bis Sonntag. Kölsche Stimmungsmusik, herzliche Gratulationen am Samstag beim Festkommers und fröhliches Schunkeln bei herrlichem Fernblick am Sonntag – das Geburtstagsprogramm war äußerst vielfältig.

Gelebte Tradition

Im Bad Neuenahrer Stadtteil Hemmessen leben die Bürger Traditionen und Brauchtum. Ob Kirmes, Seniorenfahrten oder Maibaumaufstellen – die Bürgergesellschaft Hemmessen gibt den Feierlichkeiten stets den passenden Rahmen. Nicht nur dafür dankten zahlreiche Honoratioren – darunter auch Bürgermeister Guido Orthen und Landrat Jürgen Pföhler. Bürgermeister Orthen lobte das Engagement der Bürgergesellschaft, die mit ihren vielen Aktionen das Stadtbild maßgeblich prägen. Orthen rief ferner das Wirken der Bürgergesellschaft nach dem Skandal um das „Braune Haus“ in Erinnerung. Schultes Hans-Werner Helmrich und seine Vereinsmitglieder hatten dem Haus in der Weinbergstraße seinerzeit einen neuen Anstrich gegeben.

Landrat Jürgen Pföhler blickte auf das Gründungsjahr der Bürgergesellschaft, als nicht nur Martin Luther King mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet oder die Stiftung Warentest gegründet wurde, sondern auch in Deutschland Fußgänger auf einem Zebrastreifen Vorrang vor motorisierten Verkehrsteilnehmern erhielten. Und genau in diesem Jahr wurde auch die Bürgergesellschaft Hemmessen gegründet. Fast auf den Tag fand am 23. Mai 1964 die Gründungsversammlung der Bürgergesellschaft Hemmessen statt. Sie ist damit die älteste Bürgergesellschaft im heutigen Stadtteil Bad Neuenahr. 53 Bürgerinnen und Bürger traten damals bei. Heute ist die Zahl der Mitglieder auf stattliche rund 450 angewachsen. „Das spricht für die Attraktivität der Bürgergesellschaft Hemmessen, die in der Tat hier vor Ort in den vergangenen 50 Jahren für die Bürgerinnen und Bürger viel bewegt hat“, äußerte sich der Landrat.

Pflege der Gemeinschaft

Er erinnerte an den nachhaltigen Einsatz für den „Hemmesser Dom“ und sein Umfeld, die alte Linde und den Vorplatz. Ein herausragendes Projekt war 1978/79 der Bau der Hemmesser Hütte. Hier finden auch viele überregional bekannte Veranstaltungen statt. Verdient gemacht hat sich die Bürgergesellschaft außerdem um die Restaurierung des alten Mühlrads der früheren Hochgürtelmühle an der Teichstraße. „Besonders hervorheben möchte ich, dass die Bürgergesellschaft  alljährlich im Januar die traditionsreiche Kirmes zu Ehren der Schutzpatrone St. Antonius und St. Sebastianus ausrichtet“, sagte Pföhler. Vielfältig ist das soziale Engagement der Bürgergesellschaft, besonders die aktive Seniorenarbeit. Mit gemeinsamen Seniorenwanderungen und Veranstaltungen wird die Gemeinschaft gepflegt. Die „Sozialgruppe“ im Verein kümmert sich seit 2010 um alleinlebende Witwen und Witwer sowie Mitglieder der Bürgergesellschaft, die sich im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung befinden. „Es ist ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass die Hemmessener niemanden alleine lassen“, so Pföhler. Ferner lobte er den Beitrag der Gesellschaft für das kulturelle und soziale Miteinander. „Das Engagement der Bürgergesellschaft Hemmessen verdient unser aller Respekt und Anerkennung“, forderte der Landrat. „Hier wird nicht gefragt, was die Gesellschaft für uns tun kann, sondern hier sind Bürgerinnen und Bürger für ihre Mitmenschen aktiv.“

Spende überreicht

Schultes Hans-Werner Helmrich blickte in seiner Rede auf Vergangenes und Zukünftiges. Stellvertretend für die Bürgergesellschaft überreichte er einen Scheck in Höhe von 2.500 Euro an den Hospizverein Rhein-Ahr zur Unterstützung des Bauprojekts Stationäres Hospiz. Die Vorsitzende Ulrike Dobrowolny nahm die Spende entgegen. Die musikalische Untermalung des Festkommerses übernahm Vereinsmitglied Wolfgang Stenzel. In seinen selbst komponierten Liedern mit regionalem Bezug ließ er die Geschichte der Bürgergesellschaft musikalisch Revue passieren. Natürlich nicht fehlen durfte die offizielle „Hemmessener Hymne“. Für ihr Engagement für die Bürgergesellschaft wurden die vier Gründungsmitglieder Josef Adams, Rudi Kniel, Werner Karbach und Hans-Josef Gross geehrt.

Kölsches Lebensgefühl

Teil eins des Feiermarathons ging schon am Freitagabend über die Bühne: Mit Stimmungsbomben, die ausgelassen das kölsche Lebensgefühl widerspiegelten, blies die Band „FDH & Bums“ aus Freilingen zur fröhlichen Hüttengaudi. Stilecht gab’s kühles Kölsch und Halve Hahn. Sämtliche Blicke zog das Schlagzeug der Band auf sich: Es besteht Haushaltsgeräten. Oldies oder Modernes, Rock oder Pop, die „Superjeile Zigg“ waren ebenso dabei wie Hits der Bläck Fööss. Die Gäste feierten ausgelassen in die Nacht hinein. Mit Live-Musik des Duos Edelweiß zelebrierten die Hemmessener am Sonntagnachmittag pure Geselligkeit. Bei schönstem Sommerwetter mischten sich auch zahlreiche Wanderer vom Rotweinwanderweg unter die Gästeschar, ehe das Festwochenende am Abend seinen Abschluss fand.

Landrat Pföhler (re.) ehrte die Bürgergesellschaft mit einer Ehrenurkunde.

Landrat Pföhler (re.) ehrte die Bürgergesellschaft mit einer Ehrenurkunde.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden (v. li.): Herbert Karbach, Rudi Kniel und Josef Adams. Die Vorsitzende des Hospizvereins Ulrike Dobrowolny erhielt eine Spende von 2,500 Euro. Fotos: FIX

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