Stadtrat beschäftigt sich mit Ahrtal-Kaserne
Abriss würde den Weg für Veräußerung freimachen
Rahmenvereinbarung mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben wurde zugestimmt
Bad Neuenahr. Wie soll es weitergehen mit den Liegenschaften der Bundeswehr in der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, die im Zuge der Bundeswehrreform nicht mehr gebraucht werden und die, wie die Ahrtal-Kaserne schon seit Oktober 2013 leer stehen?
Mit dieser Frage beschäftigte sich der Stadtrat der Kreisstadt in seiner jüngsten Sitzung. Dabei stellte Marcel Blath von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) eine erste Machbarkeitsstudie für eine mögliche Konversionslösung der Ahrtal-Kaserne in der Heerstraße vor.
Zuvor machte er deutlich, dass die BImA in den vergangenen Monaten eine mögliche Nachnutzung durch das Bundeskriminalamt und die Bundeswehr Fuhrpark GmbH geprüft habe. Ernüchterndes Ergebnis: „Diese Nutzungsvariante wird aus wirtschaftlichen und zeitlichen Gründen nicht weiter verfolgt.“ Doch so sei immerhin der Weg frei für eine Veräußerung der Liegenschaft auf dem freien Markt.
Daher habe man das 38.000 Quadratmeter große Areal bereits auf der Expo Real in München angeboten - jedoch ohne einen Interessenten auszumachen.
Abriss ist die günstigste Variante
Die vom Planungsbüro Drees & Sommer ausgearbeitete Machbarkeitsstudie geht von drei Varianten auf: Gewerbeentwicklung, Bestandsvariante oder Rückbau.
Auf Basis einer Wirtschaftlichkeitsprüfung komme allerdings lediglich die vollständige Räumung der Grundstücke infrage, was den kompletten Abriss aller Gebäude zur Folge hätte.
Um die Liegenschaften marktfähig zu machen, sei ein zu hoher Sanierungsaufwand für die Gebäude notwendig. Auch könne ein Abriss dem „hohen Bedarf an Gewerbeflächen“ in der Kreisstadt Rechnung getragen werden.
So könnte die BImA die Kaserne abreißen und mit der Stadt dann als freies Gelände vermarkten. So sieht man die größten Erfolgschancen für eine zeitnahe und nachhaltige Entwicklung des Areals der Ahrtal-Kaserne.
Daher stimmte der Rat bei einer Gegenstimme der Wählergruppe Jakobs einer entsprechenden Rahmenvereinbarung mit der BImA zu.
Die weitere Vorgehensweise hänge dann davon ab, wann man welchen Investor gewinnen könne und welche Vorstellung diese von der künftigen Nutzung des Geländes habe. Marcel Plath jedenfalls sieht eine gute Chance, dort weitere Arbeitsplätze zu schaffen.
Interessenbekundungs- verfahren einleiten
Nächster Schritt im Konversionsprozess soll ein Interessenbekundungsverfahren unter Mitwirkung des Planungsbüros Drees & Sommer zur Markterkundung sein.
Damit soll schon in dieser Woche gestartet werden, danach will man möglichen Investoren eine Bewerbungsfrist von etwa zwölf Wochen einräumen. Ende Februar soll dann mit der Auswertung der Angebote begonnen und eine Vorauswahl durch BImA und Stadt getroffen werden.
„Es ist der Beginn eines Neuanfangs“, fand auch der Erste Beigeordnete Detlev Koch, denn danach sehe man ein wenig klarer, was die Vermarktungsmöglichkeiten angeht. Christoph Knie von der CDU fand es wichtig, dass man mit dem Projekt schon dieses Jahr an den Markt gehe. Grünen-Fraktionschef Wolfgang Schlagwein signalisierte ebenfalls Zustimmung, wünschte sich aber einen „Handwerkerhof“ im gewerblichen Teil der Flächen.
Ein Handwerkerhof sei mehr als die Summe seiner Teile und zeichnet sich vor allem durch gemeinsam nutzbare Infrastruktureinrichtungen und Dienstleistungsangebote unter einem Dach aus.
Eine Wohnnutzung im westlichen Bereich könne helfen, einen dringenden Bedarf an Wohnraum im Stadtgebiet zu befriedigen, und zwar den Bedarf an kleinen und preiswerten Mietwohnungen. Schließlich wollte Schlagwein auch die Option offen halten, das Areal im Zweifelsfall nicht nur an einen Erwerber zu übergeben, sondern je nach Bedarf auch mehrere Investoren mit verschiedenen Konzepten in verschiedenen Teilbereichen zum Zuge kommen zu lassen.
