Politik | 28.02.2014

Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V. hatte zum Vortrag geladen

„Afghanistan von heute ist nicht mehr vergleichbar mit dem Zustand von 2001“

Referent Generalmajor Dieter Warnecke (l.) und Sektionsleiter GfW Gerd-Heinz Haverbusch.privat

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Gewiss gab es gespannte Erwartungen im zahlreich erschienenen Publikum, als der Sektionsleiter der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V., Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler, Oberst a.D. Dipl.-Ing. Haverbusch den aus Afghanistan zurückgekehrten und dort als Stellvertretenden Kommandeur des ISAF Joint Commands eingesetzten Generalmajor Dieter Warnecke zu seinem Vortrag „Entscheidung in Afghanistan. Eindrücke aus der Perspektive des ISAF-Einsatzes“ begrüßen konnte. Ausgehend von uns bekannten Schlagzeilen über dieses schwer zu regierende Land wie wiederholende Anschlagsmeldungen mit zivilen Opfern aus Kabul, Kundus und anderen Orten kennen wir die dort verbreitete Korruption in vielen Lebensbereichen, die weitverbreitete Kriminalität und Gewaltbereitschaft vieler verfeindeter Ethnien, Stämme, Clans und Taliban, auch Gewalt gegen Frauen, Drogenhandel sowie Warlords.

Die schwache Regierung mit einem unzureichenden Verwaltungsapparat - alles das ist uns bekannt und Tatsache.

Doch übersehen wir nicht die positiven Entwicklungen wie den zahlreichen Besuch von Schulen und Universitäten, die neuen Infrastrukturen wie Brücken, öffentliche Gebäude, Straßen, Energieversorgung und Gesundheitseinrichtungen, dazu Medienträger, auch Telefon- und Internetnutzungen. Zwei Drittel der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt, das Bildungsniveau steigt ständig und 350.000 ausgebildete Soldaten und Polizisten sorgen im Lande für die Sicherheit.

Die Aufständischen werden nicht gegen die afghanischen Sicherheitskräfte gewinnen können, die strategisch-politische Ebene trägt die Entscheidung. Betrachtungen zu den operativen Faktoren im Land wie Raum, Zeit, Kräfte und Information zu der augenblicklichen Bedrohungslage fügt er wertend an.

Die eigene Sicherheitsverantwortung wächst mit dem Ausbau der Durchhaltefähigkeit für militärische Maßnahmen, was dann als Konzept und Grundlage für ein eventuelles Folgemandat der NATO gelten könne. So werden 95 Prozent der militärischen Operationen mittlerweile weitgehend selbstständig durch die afghanischen Sicherheitskräfte ausgeführt.

Was von der NATO gebraucht wird, ist eine qualitativ hochwertige Fähigkeitsunterstützung und intensive Beratung in Training, Ausbildung und Entwicklungsfragen, natürlich mit einer angemessenen Selbstschutzkomponente.

Größte Herausforderung für die Afghanen, aber auch für die internationale Gemeinschaft ist und bleibt sicher die Präsidentschaftswahl in wenigen Monaten!

Gesellschaft für Wehr-

und Sicherheitspolitik e.V.,

Sektion Bad Neuenahr-

Ahrweiler

Referent Generalmajor Dieter Warnecke (l.) und Sektionsleiter GfW Gerd-Heinz Haverbusch.Foto: privat

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