Allgemeine Berichte | 19.10.2026, 11:37 Uhr

Wiederaufbau der Ahrufermauer Mayschoß

Ahrufermauer in Mayschoß: Anspruchsvolles Infrastrukturprojekt nimmt Gestalt an

Die neue Ahrufermauer in Mayschoß nimmt Gestalt an
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In Mayschoß läuft der Wiederaufbau der durch die Flutkatastrophe 2021 schwer beschädigten Ahrufermauer auf Hochtouren. Zwischen dem Waagplatz und der Winzergenossenschaft entsteht eine neue, hochwasserangepasste Ufermauer auf tief gegründeten Bohrpfählen. Die Fertigstellung ist bis Sommer 2027 vorgesehen.

Mittelahr. Die Arbeiten zum Wiederaufbau der Ahrufermauer in Mayschoß laufen derzeit auf Hochtouren. Damit wird eines der größten und technisch anspruchsvollsten Infrastrukturprojekte der Ortsgemeinde umgesetzt. Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hatte die entlang der Bundesstraße 267 verlaufende Ufermauer auf einer Länge von rund 250 Metern schwer beschädigt und in Teilbereichen vollständig zerstört. Zwischen dem Waagplatz und dem Neubau der Winzergenossenschaft entsteht nun eine neue, hochwasserangepasste Ufermauer, die langfristig für Stabilität und Sicherheit sorgen soll.

WIEDERAUFBAU NACH HEUTIGEN TECHNISCHEN ANFORDERUNGEN

Der Wiederaufbau der Ahrufermauer ist mit hohen technischen Anforderungen verbunden. Eine Wiederherstellung in der ursprünglichen Bauweise ist unter den heutigen technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen nicht ohne weiteres möglich. Beim Wiederaufbau müssen die aktuell geltenden bautechnischen Vorschriften und Regelwerke eingehalten werden. Dazu zählen insbesondere die Anforderungen an die Standsicherheit, die erforderlichen statischen und geotechnischen Nachweise sowie die wasserwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Vorgaben der beteiligten Fachbehörden, darunter der Landesbetrieb Mobilität (LBM).

Auch die Verwaltungsvorschrift Wiederaufbau Rheinland-Pfalz 2021 trägt diesem Umstand Rechnung. Sie sieht vor, dass beschädigte Infrastruktureinrichtungen unter Berücksichtigung der aktuellen Vorschriften in gleicher oder gleichwertiger Konstruktion wiederhergestellt werden können. Der Wiederaufbau bedeutet somit nicht zwangsläufig, die ursprüngliche Bauweise unverändert zu übernehmen. Vielmehr muss die neue Konstruktion den heutigen technischen Anforderungen entsprechen und die erforderlichen Nachweise erfüllen.

BOHRPFAHLKONSTRUKTION ALS GRUNDLAGE

Für die neue Ahrufermauer kommt daher eine tief gegründete Bohrpfahlkonstruktion zum Einsatz. Hierzu werden bis zu zwölf Meter tiefe Bohrungen hergestellt, in die zunächst Bewehrungskörbe aus Stahl eingebracht und die anschließend mit Beton verfüllt werden. Die so entstehenden Bohrpfähle bilden die tragende Grundlage der neuen Ufermauer und sorgen für die erforderliche Standsicherheit. Darauf werden vorgefertigte Betonelemente montiert, deren sichtbare Oberflächen in Natursteinoptik gestaltet sind. Auf diese Weise werden die konstruktiven Anforderungen an das neue Bauwerk mit einer Gestaltung verbunden, die sich in das gewachsene Ortsbild von Mayschoß einfügt.

Neben der dauerhaften Sicherung des Ahrufers übernimmt die neue Mauer eine wichtige Funktion für die angrenzende öffentliche Infrastruktur. Insbesondere dient sie als Absturzsicherung für den Gehweg entlang der B267. Gleichzeitig soll die hochwasserangepasste Bauweise die Widerstandsfähigkeit dieses Uferabschnitts gegenüber zukünftigen Hochwasserereignissen verbessern.

FERTIGSTELLUNG BIS SOMMER 2027 VORGESEHEN

Die Bauarbeiten haben im April 2026 begonnen und schreiten seitdem voran. Aufgrund der anspruchsvollen Konstruktion und der umfangreichen Arbeiten ist die Fertigstellung nach derzeitigem Stand bis Sommer 2027 vorgesehen.

Auch finanziell zählt die Wiederherstellung der Ahrufermauer zu den bedeutendsten Wiederaufbaumaßnahmen der Ortsgemeinde Mayschoß. Das Investitionsvolumen bewegt sich bereits nach derzeitigem Stand in einer Größenordnung von mehreren Millionen Euro. Wesentlichen Einfluss auf die Kosten haben insbesondere die aufwendige Tiefgründung sowie die umfangreichen technischen und statischen Anforderungen, die bei der heutigen Wiederherstellung eines solchen Bauwerks zu berücksichtigen sind. Da im Zuge der Bauausführung weitere Leistungen und notwendige Anpassungen hinzukommen können, wird die Kostenaufstellung derzeit fortgeschrieben und im Rahmen der Wiederaufbauförderung entsprechend abgestimmt. Eine abschließende Aussage zu den Gesamtkosten ist daher zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.

Mit der neuen Ahrufermauer entsteht ein dauerhaft standsicheres und hochwasserangepasstes Bauwerk, das nicht nur die schweren Schäden der Flutkatastrophe beseitigt, sondern zugleich die angrenzenden Verkehrsflächen langfristig sichert. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu einer widerstandsfähigen und zukunftsorientierten Infrastruktur in Mayschoß.

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Die neue Ahrufermauer in Mayschoß nimmt Gestalt an Foto: Zukunft Mittelahr AöR

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