17. Auflage des Burgenfests in Altenahr
Altenahr im Wandel der Zeit
Altenahr präsentierte sich im Wechselspiel der historischen Prozesse und begeisterte damit die zahlreichen Gäste
Altenahr. Auch in der 17. Auflage des traditionellen und beliebten Burgenfestes in der Ortsgemeinde Altenahr waren die Gäste begeistert vom Programm der neuen Organisatoren, die in einem Arbeitskreis in die Fußstapfen des Förderkreises „Burgruine Are“ getreten sind und Altenahr das ganze Wochenende über durch den Wandel der Zeiten führten. Selbstverständlich war hier das Mittelalter ebenso zu Hause wie die Anfänge der touristischen Belebung des Ortes bis hin in die Neuzeit. So passte auch das neue Motto „Altenahr im Wandel der Zeit“, das bereits am Freitagabend mit einer offenen Probe des Blasorchesters Altenahr am Rathausvorplatz begann. Aber auch der Burgenwein gehört weiterhin zum festen Bestandteil des Burgenfestes, da jede verkaufte Flasche einen Euro in die Kasse des Förderkreises spült und da wird jeder Euro gebraucht, für den Erhalt und die Sanierung der wunderschönen Burganlage „Burgruine Are“.
Zusammen mit der Weinkönigin Celine und ihren Weinprinzessinnen sowie dem Vorsitzenden des Förderkreises Georg Knieps wurden die beiden Burgenweine am Freitagabend auf der Mönchterrasse dann offiziell vorgestellt. Zum einen vom Weingut Sermann-Kreuzberg mit einem Ahr-Riesling Trocken unter dem bedeutenden Namen „Theoderich von Are“ aus den beiden Einzellagen Übigberg und Eck und der Zweite von der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, ein 2014er Spätburgunder „Burg Are“ mit dem typischen burgunderrot und einem ausgeprägten Duft nach dunklen Waldfrüchten. Ein eleganter Spätburgunder, der durch seine mineralisch geprägte Art seine Heimat betont. Darum ging es auch beim Burgenfest, die Heimat vom Mittelalter bis heute herauszustellen, zu präsentieren und zu betonen und das im Einklang mit den Festbesuchern, die bei wahrem Kaiserwetter aus nah und fern angereist waren und dazu gehörten auch die Feriengäste aus den Altenahrer Hotels und Pensionen.
Am Samstagmittag, als die Kirchenuhr punkt zwölf schlug war es dann so weit und das diesjährige Burgenfest war eröffnet, laut verkündet von Ortsbürgermeister Rüdiger Fuhrmann als Edelmann, der Weinkönigin Celine mit einem Weinspruch und der Vorsitzenden vom Verkehrsverein „Weinort Altenahr“ Eva Flügge, von den oberen Stufen der Treppe zur Pfarrkirche. Hier wurden dann auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, Achim Haag, der Altenahrer Ehrenbürger Georg Knieps und Pastor Axel Spiller unter den Gästen begrüßt. Zuvor hatte das Blasorchester Altenahr unter dem Dirigat von Dieter Bergmann bereits auf das Ereignis musikalisch eingestimmt und dann ging es mit beschwingten Tönen weiter.
Flanieren und genießen in historischer Atmosphäre
Am Hotel Ruland drehten sich die Schenkgrills gleich im Doppelrhythmus an denen der Chef Andreas Carnott und der Feuerwehrchef die Steaks und Würstchen servierten, wobei vom urigen Poststall „Hotel zur Post“ wieder der Duft der leckeren Reibekuchen die Besucher anlockte. Im Übrigen hatten die Gastronomen bis hin zur Eisdiele alle die Tische und Stühle in der Flaniermeile, der vom Autoverkehr gesperrten Brückenstraße, herausgestellt und boten ihre speziellen Burgenfestmenüs an. Am Hotel und Café Caspari wurde der Wandel der Zeiten durch eine große Bildergalerie verdeutlicht, an der die Geschichte des Hauses zu verfolgen war und dazu gab es auch die Speisekarte aus der Zeit, als das Hotel noch den bedeutenden Namen „Zum Durchbruch“ führte und die ersten Gäste aus dem Ahr- und Rheintal durch den Tunnel nach Altenahr kamen.
Auf der Mönchterrasse zog das Mäuseroulette nicht nur die Kinder in seinen Bann als sich die Mäuse „Graf Ahr“ und „Prinzessin zu Altenahr“ ihren Weg in ihr Häuschen suchten. Hier wurde auch nach mittelalterlichem Vorbild gedrechselt, bei den Gauklerspielen der Bogen zum Schuss auf die Zielscheibe gespannt oder auch mit der Armbrust das Ziel auf der Drachenjagd gesucht, mit Drachen, Hexen, Elfen, Raben und Gnomen und da gab es als Gewinn immer einen Glücksstein, der in der Geldbörse stets für Nachschub sorgen soll. In bester Feierlaune erlebten die Gäste die Mittealter Tanzgruppe „Saltamus Gaudio“ ebenso wie den spektakulären Auftritt des Feuerteufels von Are auf der Mönchterrasse. Bei einsetzender Dunkelheit verzauberte am Samstagabend die bengalische Beleuchtung das Bild in der Festmeile und dann war es so weit, als ein lauter Knall das Feuerwerk hoch oben von der Burganlage ankündigte und der Sternenhimmel den Ort in einen Glanz vom Lichtermeer verwandelte.
Aber auch für die jungen Festbesucher gab es ausreichend Abwechslung an den Festtagen, ob ein Ritt auf dem Rücken der Ponys, lustige Gesichter malen beim Karnevalsverein, oder bei der magischen Zaubershow von Clown Pepe und dem Kasperle Theater im Café Blechkatze. Zur Unterhaltung der Gäste spielten am Sonntagnachmittag die Damen der Musikgruppe „Klezmer“ mit ihrer jüdischen Lebensfreude am Hotel zur Post auf und am Café Caspari führte ein heiteres Intermezzo-Theater einige Jahrzehnte zurück, als es auch in Altenahr für den Massentourismus noch hieß „Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein“.
So erlebte Altenahr den Wandel der Zeit, der bei den Organisatoren und Festbesuchern viel Freude aufkommen ließ und schon die Vorfreude auf eine Wiederholung im nächsten Jahr weckte.
