Ringen, Bölingen und Beller sollen zukunftssicher entwickelt werden
Auftaktveranstaltung brachte gute Ideen
Ringen. Fast alle Dörfer in der Gemeinde Grafschaft haben mittlerweile ein aktuelles Dorferneuerungskonzept, als letztes startet nun das Projekt der Dorferneuerung in Ringen mit Bölingen und Beller. Die Federführung dafür übernimmt in bewährter Weise Sven Lachmann vom Institut für Regionalmanagement in Ringen. Bei der Auftaktveranstaltung im Ringener Bürgerhaus machte er deutlich, dass sich jetzt für die Bürger der drei Ortsteile die Gelegenheit gebe, Verbesserungen für eine nachhaltige dörfliche Entwicklung aufzuzeigen und mögliche Maßnahmen im öffentlichen und privaten Bereich konkret vorzubereiten. Ortsvorsteher Toni Palm machte zunächst klar, dass es bereits ein Dorferneuerungskonzept für den Ortsbezirk gebe, der aber aus dem Jahre 1986 stamme und mittlerweile als nicht mehr zeitgemäß gelten könne. Ringen, Bölinger und Beller hätten sich in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen weiter entwickelt und dabei deutlich verändert. Mittlerweile kämen auch neue Herausforderungen und Chancen auf den Ortsbezirk zu, nicht zuletzt durch die Entwicklungen im Innovationspark Rheinland. Ein neues Konzept lebe aber in erster Linie von den Ideen und vom Engagement der Bürger, weshalb er alle Einwohner bat, sich von Beginn an einzubringen und an ihrem Dorferneuerungskonzept und damit an der Entwicklung ihres Dorfes mitzuwirken.
Ideen der Bürger sind gefragt
Man wolle die genaue Ausgestaltung bewusst offen lassen, so Lachmann, und schon gar nicht solle es Denkverbote in irgendeiner Form geben. „Vielmehr sind – losgelöst von allen denkbaren Hemmnissen – Ihre Ideen und Gedanken gefragt“, betonte auch Bürgermeister Achim Juchem in der mit etwa 80 Bürgern gut besuchten Auftaktveranstaltung. Sein Appell stieß auf fruchtbaren Boden, denn die Anwesenden entpuppten sich als sprudelnde Quelle guter Ideen. Schon nach gut einer Stunde hatten sie gemeinsam Hunderte von Vorschlägen erarbeitet. Dabei ging es einerseits darum, wie Mängel und Missstände beseitigt werden können, aber auch um die Frage, welche Verbesserungen und Verschönerungen man sich vorstellen könne. Vor allem die kommunale Infrastruktur habe einige Anpassungen an die modernen Zeiten notwendig, hieß es. Warnungen gab es auch vor einem befürchteten Flächenverbrauch zulasten der Landwirtschaft, andererseits plädierte man für einen weiteren Ausbau der Radwege, wünschte sich eine sinnvolle Folgenutzung für die ausgebeutete Tongrube oder einen Dorfplatz mit Brunnen. Mehrfach genannt wurde auch die Einrichtung eines mobilen Bürgerbüros, der Bau eines Mehrgenerationenhauses oder auch ein Möglichkeit für betreutes Wohnen. Der Bau eines Factory Outlet Centers wurde ebenso befürwortet wie Verkehrsentlastungen in allen Ortsteilen. Die Stellwände waren jedenfalls am Ende komplett gefüllt.
Rund ums Miteinander
Viele Dinge, die genannt wurden, bezogen sich auf die Bereiche „Engagement im Dorf“ und „Soziales Miteinander“. „Wo findet die Kommunikation im Ort statt“, „Wo sind geeignete Orte, die man zu einem Treffpunkt ausbauen könnte?“, oder „Wie geht Alt-werden in Ringen?“ waren ebenfalls viel diskutierte Themen.
Gemeinsame Ortswanderungen
Wie geht es weiter? In den kommenden Monaten soll es Arbeitstermine zu verschiedenen Themen geben, wozu noch rechtzeitig eingeladen wird. Außerdem soll es gemeinsame Ortswanderungen durch Beller, Ringen und Willingen geben, um Schwachstellen und mögliche Verbesserungsmaßnahmen in Augenschein zu nehmen. Gemeinsam mit den Bürgern will Lachmann Stärken und Schwächen erörtern sowie Ziele und Maßnahmen diskutieren, die im Ortsbezirk in den nächsten Jahren verwirklicht werden könnten. Dabei gehe es um die ganze Bandbreite des dörflichen Zusammenlebens.
