Allgemeine Berichte | 23.07.2016, 09:45 Uhr

Jubiläumsfahrt der Bürgergesellschaft ging nach Lermoos an der Zugspitze

Bachem rockt den Wetterstein

Die 15., von Erika (2. Reihe, 3.v.l.) und Konni (untern, 3.v.r.) Mies geplante Bürgerreise ging in diesem Jahr in Richtung Zuspitze. privat
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Bachem. Die Bürgergemeinschaft Bachem fuhr in diesem Jahr mit 50 „Mann“ nach Süden in die Zugspitzarena mit dem Wettersteingebirge. Dieser Gebirgszug hält, was er verspricht: Wetter. Aber was für eins: Ankunft bei rund 35 Grad Celsius. Die Bachemer erklommen (ergondelten) bei großer Hitze den Grubistein – und der Wettergott sandte Blitz und Donner sowie Regen für drei Tage.

Am Tag, als der Regen kam, besuchte man Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald und Seefeld. Doch die Gastwirte öffneten gerne ihre Türen für die Schirmträger von der Ahr. Im Bus blieb es weiterhin trocken, als es nach Oberstdorf und an den Vilsalbsee ging. Doch am vierten Tag musste sich der ganze Trupp nach Schloß Linderhof flüchten, so goss es von oben. Norbert S. setzte sich in einen Sessel des Schlosses. Der Saalwächter wies ihn an: „Das ist der Sessel von Ludwig II.“. Worauf er hörte: „Jaja, wenn dä kütt, dann stonn ich opp!“ Na ja, im Hotel allerdings beim Tiroler Abend saß er zusammen mit Theo R. auf der Bühne wieder auf einem Stuhl: Diesmal sehr erfolgreich, bis er im Endspiel des „Unnn zack!“ – Tiroler Hutspiels seinem Gegner Theo unterlegen war. Beim Damenwettbewerb war Edith N. im Halbfinale ausgeschieden. Aber der Applaus im Musikanten-Stadl für ihren grandiosen Einsatz war absolut verdient.

Am Freitag waren die Wieskirche und Oberammergau schöne, lohnende Ziele und Gästeführer Luis Pohler wusste manche Episode aus der Region zum Besten zu geben. So war alles guter Laune, als es nach dem stets guten Büffet des Hauses Edelweiß in Lermoos hieß: Gemütlich soll der Abend werden in geschlossener Gesellschaft. Alles war gespannt, was denn nun auf dem Programm stehen würde, stand da doch schon ein Rednerpult nebst Flipchart. Erwin Schumacher, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft, eröffnete den Abend mit einer Laudatio auf die ehrenamtlichen Organisatoren Erika und Konni Mies aus Bachem: 15 Mal schon planten und organisierten sie die jährliche Reise. Diese führte 1997 und 1998 nach Rasen im Antholzertal; 1999 und 2000 und 2015 nach Flirsch am Arlberg; 2002 und 2003 nach Rhörnbach im Bayrischen Wald; 2004 und 2005 nach Terenten in Südtirol; 2011 nach Ried im Oberinntal; 2012 und 2013 nach Natz/Südtirol; 2013 nach Sasbachwalden; 2014 nach Neustadt in Sachsen /Elbsandsteingebirge und in diesem Jahr aktuell nach Lermoos/Zugspitzgebiet.

Organisatoren Erika und Konni Mies wurden geehrt

Tolle Ziele, tolle Erlebnisse, unfallfrei und gut versorgt. Einige Bachemer waren von der ersten bis zur letzten Tour dabei. Circa 30 neue Mitglieder konnten der Bürgergemeinschaft dadurch zugeführt werden. Das Ehepaar Mies wurde mit einem Geschenk der Bürgergemeinschaft geehrt und zusätzlich mit einer Kaffeedose voller „kleiner Scheine“ von den Mitfahrern der letzten tollen Tour. Abgerundet wurde diese Feier dann mit einem spannenden, abwechslungsreichen Vortrag von Karin Reiff, einer Bachemer Neu-Bürgerin, die aus Köln zugezogen ist. Sie konnte fabelhaft erzählen aus ihrem Berufsleben als Standesbeamtin in Köln: „In Köllln do jitt ett alles! Hiierode doheim, im Knast, im Krankenhaus und wenn es sein muss, dann auch im Standesamt! Unn opp em Scheff om Ring!“ Der Beifall des Publikums war lang und eine Neuauflage mit noch mehr Geschichten von „JA und „NEIN !“ im Standesamt“ sind sicher Thema eines anderen Tages.

Willi Jung ließ es sich nicht nehmen, danach alle Mitreisenden zu „googeln“ nach deren Auffälligkeiten in der Grundschule. Er behauptete, mittels einer neuen App in alte Schulhefte und Klassenbücher zu sehen und da grub er dieses und jenes aus. Brigitta H.zum Beispiel soll nach Hause gekommen sein, um ihrer Mutter zu sagen, dass sie an dem Tag die Beste im Rechnen gewesen sei. Wieso denn das, wollte die Mutter wissen!? „Na, wir mussten 7 x 8 rechnen. Und ich habe 62 gesagt.“ „Aber Kind, datt ess doch falsch!“ „Ja, aber ich war am nächsten dran!“. Charly Sch. konnte dem Naturkundelehrer berichten, dass er elf Fliegen nach Männlein und Weiblein unterscheiden konnte: „Die fünf weiblichen saßen am Spiegel, die sechs männlichen am Bierglas!“ Auch der Busfahrer, der Vorsitzende und das Ehepaar Mies wurden gegoogelt. Die Stimmung war top und Jung musste noch eine Zugabe geben: Die „Krötenwanderung im Ramersbacher Wald“ sowie „Frau Schmitz an der Himmelspforte“ waren dann die Knaller zum Ende.

Sonniger Abschluss

Am sechsten Tag hatten Erika und Konni Mies mit Füssen und dem Forggensee richtig gut geplant, blieb es doch wieder trocken und auf dem Deck des Schiffes war Sonnbaden fast schon angesagt. Die Reisewoche war wunderbar abgerundet zu Ende gegangen, sodass das Kofferpacken leichter zu Hand ging. Die Heimfahrt unter Fahrer Erwin Dewald lief glatt. Und so könnte man ja durchaus planen, alle von Jung gegoogelten Schulen der Bachemer Mitfahrer anzufahren, dort ein Ständchen zu geben, ein Gläschen zu trinken. Das würde ungefähr vier Tage dauern und über 1.620 Kilometer gehen.

Doch wer soll das denn planen? Denn Erika und Konni Mies gaben das Reise-Zepter unter Schulterklopfen aller Freunde mit einem lachenden und einem weinenden Auge ab. Die Mitreisenden ließen das Ehepaar mit Dankesrufen und Beifall hochleben.

Tiroler Abend und voller Einsatz: Edith Natschke (Mitte) flog wie Deutschland bei der EM im Halbfinale raus.

Tiroler Abend und voller Einsatz: Edith Natschke (Mitte) flog wie Deutschland bei der EM im Halbfinale raus.

Die 15., von Erika (2. Reihe, 3.v.l.) und Konni (untern, 3.v.r.) Mies geplante Bürgerreise ging in diesem Jahr in Richtung Zuspitze. Fotos: privat

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