Allgemeine Berichte | 14.10.2014

Spektakel im Kurpark fasziniert die Besucher

Bad Neuenahr macht die Klangwelle - und kann’s

Mehrere Tausend sind dabei

Verschiedenste Kompositionen aus Wasser, Laser und Licht begeisterten die Zuschauer FIX

Bad Neuenahr. Ein Spektakel, eine Location - und in Bad Neuenahr erwachen Erinnerungen an die großen Events vergangener Tage. Von Mittwoch bis Sonntag gastierte die „Klangwelle“ im Kurpark von Bad Neuenahr. Ein Event, das die Menschen wie ein Magnet anzog. Mehrere Tausend waren es nach Veranstalterangaben. Freitag und Samstag platzte der Park aus allen Nähten. Die Abendkasse blieb geschlossen - ausverkauft. Eine gelungene Premiere feierte die Klangwelle am Mittwoch mit mehreren Hundert Besuchern. Wer von den musikalischen Feuerwerken bei der Sommernacht der Rose angetan war, dem gefiel auch das ursprünglich aus Bonn kommende Konzept von Wasserfontänen, Farbenspielen und musikalischen Glanzlichtern. Vogelgezwitscher und Regenbogen, projizierte Bilder aus den Weinbergen und Tells Ouvertüre, das alles vereinten Fontänen und Laserstrahlen zur Show mit und über Wasser.

Entscheidung für Bad Neuenahr

In Bonn hatte die Attraktion keine Zukunft mehr. Jahrelang sorgte die Klangwelle für einen Gänsehautmoment nach dem anderen, nur bei den Anwohnern nicht. Denn die erwirkten zuletzt das Aus des Events in Bonn. Für das Organisationsteam begann so die Suche nach einer neuen Location. Ein Paukenschlag war schließlich die Entscheidung für Bad Neuenahr. Der künstlerische Leiter, Roland Nenzel, erläutert, warum gerade die Kurstadt: „Der Siegburger Marktplatz gab es von der Breite und der zu nahen Bebauung nicht her. Am besten ist ein Platz in der Natur wie hier“, betonte Nenzel. Der Kurpark von Bad Neuenahr bietet nach Ansicht des künstlerischen Leiters die perfekte Infrastruktur für die Klangwelle. Roland Nenzel kennt die Örtlichkeit. „Es ist hier genauso schön wie auf dem Münsterplatz in Bonn. Aber es wird hier keine Kopie geboten“, verkündete er. Probleme mit der Lautstärke wie auf dem Münsterplatz in Bonn brauchte er in Bad Neuenahr nicht zu fürchten. Vor der Premiere in der Kurstadt ist für Nenzel klar: „Wir wollen auf jeden Fall ein paar Jahre hier bleiben mit der Show.“ Er lobte auch die Zusammenarbeit mit der Stadt: „Alle ziehen hier an einem Strang, stellen alles in sieben Wochen auf die Beine, wofür andere sonst vier Monate brauchen.“ „Wasser ist unser Element, Bad Neuenahr kann die Klangwelle - auch wenn sie noch nicht für jeden ein Begriff hier ist - das wird kommen“, zeigte sich Bürgermeister Guido Orthen vollends überzeugt. Das Event füge sich sehr gut in das Konzept der veranstaltenden Heilbadgesellschaft, verstärkt auch jüngere Besucher ins Kurzentrum den Kurpark zu locken. Mit Elan und viel Tatkraft war das Team der Heilbadgesellschaft um Geschäftsführer Christian Senk beteiligt. Zum Konzept erklärte Senk: „Der Kurpark ist kompakter, wir haben nichts aus Bonn kopiert, sondern eine eigene Installation aufgebaut.“ Der künstlerische Leiter Roland Nenzel versprach mit seinem Team eine perfekt synchronisierte Komposition aus Wasser, Licht, Feuer und Video. Und sein Versprechen hielt er auch.

Die Fontänen tanzten

Ohne auf die Tränendrüse zu drücken, behutsam und mit Feingefühl Emotionen wecken - das entpuppte sich als das Erfolgskonzept der faszinierenden Vorstellungen. Bereits der furiose Auftakt am Mittwoch überzeugte mit einer perfekt arrangierten Komposition aus Wasser, Laser, Licht, Feuer- und Filmprojektion. Und zum Jubel aller Zuschauer: Wasser gab es an diesem Abend genug von unten. Wolkenbrüche von oben blieben aus. Stattdessen tanzten die Fontänen - gelegentlich bis zu 50 Meter hoch. Den Rhythmus gaben Hits aus vielen Jahrzehnten vor. So tanzten die Fontänen genau im Takt - mal stakkato, mal moderato und manchmal zu schnell für die eigene Wahrnehmung. Wie in einer ausgefeilten Choreografie bewegte sich jeder einzelne Wasserstrahl aus dem großen Wasserbecken mal als Solist oder im Ensemble. Garniert wurde das Ganze von einem Spiel aus Licht und Farbe.

Faszinierte Zuschauer gaben Szenenapplaus

Momente waren es zum Zusammenrücken, zum Staunen, zum Wohlfühlen, denn in besonderer Weise packten die szenischen Darstellungen die Gefühlswelt der Besucher am Schopfe. Das Technikteam schaffte eine besondere Art, LED-Scheinwerfer taktgenau mit der Musik blitzen zu lassen, sie dirigierten Pumpen und Wasserstrahler wie ein Dirigent sein Orchester, bedienten den fünfarmigen Feuerfächer und sorgten mit emotionalen Bildern von Mauerfall und WM-Sommermärchen für einen Gänsehautmoment nach dem anderen. Wasser in all seiner Lebendigkeit, kombiniert mit geometrischen Formen des Laserlichts, faszinierte die Zuschauer bei der Show, die die einzelnen Darstellungen nicht selten mit Szenenapplaus würdigten. Der erste Akt war eine Hommage an das Wasser als Quelle des Lebens, eingebettet in Meisterwerke klassischer Musik, während der dritte Akt auch die Urgewalt des Elements spüren lässt mit elektronischen Klängen und bombastischen, orchestralen Melodien.

Gänsehautmomente waren garantiert

Im nächsten Teil zeigte die Mannschaft, wie sie den Spagat zwischen Regionalität und der langen Verbundenheit zur Stadt Bonn schaffte: indem sie den zweiten Akt der Show unter das Motto „Momente, Helden und rheinischer Frohsinn“ stellte. Dass der Mauerfall vor 25 Jahren mit der Ankunft der Prager Botschaftsflüchtlinge auch in der Kurstadt besondere Bilder in den Köpfen hinterlassen hat, inspirierte die Klangwellen-Regisseure.

Sie wollten aber auch die Emotionen mit Zitaten und Szenen aus dieser Zeit zusammen mit Rock und Pop in Erinnerung rufen, um nach dem „Happy“-Video einzustimmen auf die Stars der rheinischen Mundart und die Helden der Fußballweltmeisterschaft. Da wurden Erinnerungen wach an ein tolles Abschneiden der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien, die bekanntlich mit dem großen Trumpf vollendet wurde, der Weltmeisterschaft. Der Song zum Titel war Andreas Bouranis „Auf uns“, der spätestens bei der Liedzeile „Wer friert uns diesen Moment ein“ und dem Zusammenspiel aus Wasser, Feuer, schwarz-rot-goldenen Laserstrahlen und Feuerwerksraketen wieder alle Fans in seinen Bann zog. Augen von Kindern und Erwachsenen leuchteten um die Wette.

Deutsche Einheit zelebriert

Aktualität bewiesen die Macher mit dem Motiv „Mauerfall“, der in diesen Tagen mit Erinnerungen an die Wende und die Deutsche Einheit in vielfältiger Weise zum Ausdruck kam - auch in Bad Neuenahr. Bei Pink Floyds‘ „Another Brick in the Wall“ hatten die Bürger ein Déjà-vu. Kölsches Lebensgefühl durfte auch nicht fehlen: Da neigte sich das Spektakel schon fast seinem Ende entgegen, da brach die kollektive Schunkelritis aus. Kurz vor dem Sessionsbeginn am 11. November durften Brings und Co. selbstverständlich nicht fehlen. Mit Bildern von St. Laurentius oder dem Großen Sprudel geriet die bekannte Liedzeile „Du bess die Stadt, op die mer all he stonn“ zu einem besonderen Moment. Nach dem dritten Akt mit orchestraler Musik und der feurigen wie energiegeladenen Zugabe hielt der Beifall lange an. Und die Besucher wollen wiederkommen. Die Klangwelle auch.

RERE

Verschiedenste Kompositionen aus Wasser, Laser und Licht begeisterten die Zuschauer FIX
Eine große Wasserfontäne stieg aus dem Wasserbecken empor.RERE

Eine große Wasserfontäne stieg aus dem Wasserbecken empor.Foto: RERE

Verschiedenste Kompositionen aus Wasser, Laser und Licht begeisterten die Zuschauer Foto: FIX

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Kommentare
16.10.201414:39 Uhr
Dirk Matten

Alfredo P. hat vermutlich eine Dauerwelle. Das sollte für Bad Neuenahr an Lächerlichkeit reichen.

16.10.201409:20 Uhr
Chrisi

...oder aber einer "Pelzwelle". Quasi "klangwelle mit pelz-modenschau". würde bestimmt schick aussehen. :-)

15.10.201416:10 Uhr
Dirk Matten

Vielleicht sollte Alfredo P. statt eines Pelzgeschäftes eine Bratfischbude für jedermann eröffnen: Chateau de Lachs. Da kommt wieder Leben in die Stadt.

15.10.201413:38 Uhr
Chrisi

Also ich fand's super! Und ich bin auch kein Rentner. Finde es generell gut, dass in Bad Neuenahr "etwas passiert". Seitdem die Kur AG einiges verkauft hat, geht's wieder aufwärts. Allein der Kurpark hatte es mal tierisch nötig. Da wurde Jahre, vllt. sogar Jahrzehnte nichts investiert. Die Veränderung jetzt sieht man deutlich. Also Daumen hoch und weiter so!

15.10.201412:46 Uhr
KeinRentner

Also ich bin kein Rentner und kein Kitschfreund. Und ich fand die Klangwelle toll... Vielleicht einfach mal etwas tolleranter sein. Es mögen nun einmal nicht alle das gleiche

15.10.201412:15 Uhr
Jung.H

Bad Neuenahr die Rentnerstadt..

14.10.201412:26 Uhr
Dirk Matten

Geschmackloser Kitsch, passt zu Bad Neuenahr wie die Faust aufs Auge.

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