Wirtschaft im Kreis Ahrweiler stärken
Bürokratieabbau und Fachkräftesicherung im Kreis Ahrweiler optimieren
aus Sinzig
Kreis Ahrweiler. Wie lassen sich Betriebe im Kreis Ahrweiler entlasten, und was braucht der Wirtschaftsstandort für die Zukunft? Darüber haben sich Andrea Stenz und Arne Rössel von der IHK Koblenz / Regionalgeschäftsstelle Ahrweiler und die SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Müller in Bad Neuenahr-Ahrweiler ausgetauscht. Das Gespräch knüpft an die Podiumsdiskussion der regionalen Wirtschaft vor der Landtagswahl an.
Ein Schwerpunkt war der Abbau von Bürokratie. Viele Unternehmen sorgen sich um ihre Wettbewerbsfähigkeit und wünschen sich schnellere Verfahren und mehr digitale Verwaltungsangebote. „Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen hängt maßgeblich von zügigen Verfahren, verfügbaren Gewerbeflächen und einer leistungsfähigen Infrastruktur ab. Diese Themen müssen aus Sicht der regionalen Wirtschaft weiterhin hohe Priorität haben“, betont Andrea Stenz, Regionalgeschäftsführerin der IHK Koblenz für den Landkreis Ahrweiler.
Auch das Ladenöffnungsgesetz kam zur Sprache. Der Handel wünscht sich einen zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag und mehr Flexibilität. Zudem sollen automatisierte Läden in die Regelungen einbezogen werden.
Breiten Raum nahmen der Wiederaufbau im Ahrtal und die Verkehrsinfrastruktur ein. Die Wirtschaft braucht hier vor allem Planungssicherheit. Eine frühzeitige und verlässliche Kommunikation zu Baumaßnahmen und Verkehrsführungen ist ebenfalls essenziell, damit betriebliche Abläufe angepasst sowie Kunden und Lieferanten rechtzeitig informiert werden können. Die Betriebe warten zudem auf die Ergebnisse der hydraulischen Untersuchung im Rahmen des Baus der B266. Auch die Rückmeldungen aus dem „Bürokratiemelder“ der IHK wird Susanne Müller mit nach Mainz nehmen.
Ein weiteres Thema war die Fachkräftesicherung und Ausbildung. Als bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und ehemalige Schulleiterin ist dies für Müller ein zentraler Punkt: „In meiner Zeit an der Schule habe ich oft erlebt, was ein guter Einblick in die Praxis bewirken kann. Wer im Praktikum merkt, dass er etwas kann, geht danach mit viel mehr Selbstbewusstsein und Motivation seinen Weg. Deshalb muss Berufsorientierung früh beginnen und an allen Schularten gestärkt werden, auch an den Gymnasien.“
Einigkeit bestand darüber, dass die duale Ausbildung ein zentraler Baustein für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts ist. Ziel müsse es sein, mehr junge Menschen für berufliche Karrierewege zu begeistern und so langfristig Fachkräfte zu sichern.
Die IHK wird den Dialog mit den Abgeordneten der Regierungsfraktionen in den kommenden Monaten fortsetzen.
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v.l.n.r. Andrea Stenz, Susanne Müller, Arne Rössel Foto: Wahlkreisbüro Susanne Müller