Politik | 22.01.2013

Neuaufstellung zum Fähigkeitskommando für das Militärische Nachrichtenwesen der Bundeswehr

Bundeswehr wertet den Standort Gelsdorf auf

Anhebung auf Divisionsebene - Verantwortlich für 6.000 Mitarbeiter in ganz Deutschland

Gemeinsam wollen sie das Fähigkeitskommando für das Militärische Nachrichtenwesen der Bundeswehr zum Erfolg führen: Oberst i.G. Ralf Güttler, Vizeadmiral Manfred Nielson und die beiden Brigadegeneräle Jürgen Setzer und Roland Brunner (v. l.). VJ

Gelsdorf. Im Gegensatz zu anderen Bundeswehrstandorten im Kreis Ahrweiler gewinnt die Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Kaserne in Gelsdorf immer mehr an Bedeutung. Das Kommando Strategische Aufklärung (KSA), das dort seit einigen Jahren stationiert ist, wurde jetzt neu aufgestellt als „Fähigkeitskommando für das Militärische Nachrichtenwesen der Bundeswehr“. Mit einer Ehrenformation auf dem Appellplatz der Kaserne begrüßte Kommandeur Jürgen Setzer bei einem Aufstellungsappell nun auch neu unterstellte Verbände aus Hof, Flensburg und Euskirchen. Angetreten waren die Soldaten der Grafschafter Bundeswehrdienststelle mit ihren 550 Angehörigen und 140 zivilen Mitarbeitern, dazu kamen Delegationen der „Neuzugänge“ aus Hof und Flensburg. Mit der Neuaufstellung durch den Inspekteur der Streitkräftebasis, Vizeadmiral Manfred Nielson, wird auch das Amt für Geoinformationswesen in Euskirchen mit Brigadegeneral Roland Brunner an der Spitze den Gelsdorfern unterstellt.

Echter Wohlfühl- Faktor in der Grafschaft

Vizeadmiral Manfred Nielson unterstrich, die Entscheidung, das Kommando Strategische Aufklärung in Gelsdorf zu belassen, habe in erster Linie rationale Gründe gehabt. Hier sei eine erstklassige Infrastruktur entstanden; diese aufzugeben wäre eine Sünde gewesen. „Aber wenn zu den rationalen Gründen ein echter Wohlfühlfaktor hinzukommt, dann wird aus einer formalen Stationierungsentscheidung erst eine wirklich runde Sache“, lobte er die „Gastfreundschaft“ der Grafschafter. „Wir sind hier willkommen und fühlen uns hier zu Hause“, machte Manfred Nielson deutlich. Er dankte besonders Bürgermeister Achim Juchem für alles, was die Gemeinde für die Bundeswehr tue. Bei einer signifikanten Verkleinerung der Streitkräfte sei eine zuverlässige Auftragserfüllung künftig aber nur möglich, wenn die Bundeswehr sich auf ihre militärischen Fähigkeiten konzentriere und Kompetenzschwerpunkte bilde. In der Streitkräftebasis habe man die Fähigkeitsorientierung zum Kern der Neuausrichtung gemacht. Herzstücke seien die neuen Fähigkeitskommandos für Logistik, Führungsunterstützung, Territoriale Aufgaben und für das Militärische Nachrichtenwesen, das Kommando Strategische Aufklärung. „Sie geben der Streitkräftebasis ein neues Gesicht. Sie bilden das Fundament für die effiziente Auftragserfüllung der Bundeswehr insgesamt“, so der Vizeadmiral.

Leistungserbringung aus einer Hand

Nun seien auch die Kommandeure der Fähigkeitskommandos für die Führung und Ausbildung ihrer Truppenteile sowie die Einsätze und die Weiterentwicklung in jeder Hinsicht verantwortlich. „Es gibt keine Ausreden oder Wegstehlen aus der Verantwortung mehr.“ Das Prinzip der „Führung und Leistungserbringung aus einer Hand“ sei keine Floskel, sondern wird Wirklichkeit. Die Streitkräftebasis besitze zukünftig nur noch drei Führungsebenen. Durch den bewussten Verzicht auf Zwischenebenen und durch kompakte Stäbe habe man die Truppenteile personell verstärken können. Dies sei ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung. Manfred Nielson: „Ich bin überzeugt: Die neue, kleinere Streitkräftebasis wird ihre Aufgaben zukünftig noch effizienter wahrnehmen können als bislang.“ Mit Aufstellung des Kommandos wurden daher bereits die Schule für Strategische Aufklärung und zahlreiche ortsfeste und mobile Aufklärungseinrichtungen unterstellt. Jetzt würden auch die ELOKA-Bataillone, die Fernmeldeaufklärungsabschnitte und das ehemalige Amt und künftige Zentrum für das Geoinformationswesen der Bundeswehr in den Kommandobereich eingegliedert. „Damit sind alle in unseren Streitkräften vorhandenen Kräfte und Mittel zur Lagefeststellung in einer Hand zusammengefasst.“ Die Streitkräftebasis stelle damit der Bundeswehr als Ganzes ein modernes und reaktionsschnelles System militärischen Nachrichtenwesens zur Verfügung.

Die Erwartungen sind hoch

„Meine Erwartungen, aber auch die der politischen und militärischen Führung an das Kommando Strategische Aufklärung sind hoch“, machte der Inspekteur der Streitkräftebasis aber auch klar. Die Kommandeure im Einsatz bräuchten frühzeitig Aufklärungs- und Lageinformationen, um sachgerechte Entscheidungen treffen zu können. Die Beherrschung des puren Handwerks der Aufklärung, Auswertung und Sicherheit ist dazu unabdingbar. „Auf den Punkt gebracht: In Gelsdorf müssen Profis am Werk sein“, betonte der Vizeadmiral. Stillstand sei Rückschritt. Nur wer einen Tick schneller als andere sei, könne Schaden für Leib und Leben abwehren. Verantwortungsfreude eröffne zudem jedem einzelnen Mitarbeiter Gestaltungsspielräume und die Möglichkeit, seinen individuellen Beitrag für die Auftragserfüllung der Streitkräftebasis und damit auch der Bundeswehr zu leisten. Das Kommando Strategische Aufklärung werde durch die Neuaufstellung als „Fähigkeitskommando für das Militärische Nachrichtenwesen der Bundeswehr“ übrigens auf Divisionsebene gehoben, sodass Brigadegeneral Jürgen Setzer seine Beförderung zum Generalmajor so gut wie sicher sei, hieß es am Rande der Veranstaltung weiter. Durch die Neuausrichtung trage Jürgen Setzer schließlich die Gesamtverantwortung für bundesweit 6.000 Soldaten und zivile Mitarbeiter. Zum Brigadegeneral befördert werde wohl auch sein bisheriger Stellvertreter, Oberst i.G. Werner Sczesny. Damit gebe es künftig zwei Generäle auf der Grafschaft.

Über Gelsdorf zur Hardthöhe und nach Berlin

Jürgen Setzer begrüßte in seiner Ansprache besonders die Euskirchener vom Amt für das Geoinformationswesen der Bundeswehr „im Team“ und machte klar: „Die Gliederung unseres neuen Kommandos ist ausgerichtet an unserem Kernauftrag: Unterstützung der Kräfte im Einsatz durch Bereitstellung von Lagebeiträgen zur Planung und Durchführung von Operationen.“ Alles, was an Informationen zu bekommen sei, gehe über Gelsdorf in die Chefetage der Bonner Hardthöhe und nach Berlin. „Wir stellen uns dieser Aufgabe gut vorbereitet, mit einer Portion Respekt, aber auch mit großer Zuversicht.“ Gemeinsam mit dem neu hinzustoßenden Kameraden müsse man in einer Gemeinschaftsleistung dieses neue Kommando aufbauen und mit Leben füllen.

VJ

Aufstellungsappell des bisherigen Kommandos Strategische Aufklärung zum neuen „Fähigkeitskommando für das Militärische Nachrichtenwesen der Bundeswehr“ in Gelsdorf.

Aufstellungsappell des bisherigen Kommandos Strategische Aufklärung zum neuen „Fähigkeitskommando für das Militärische Nachrichtenwesen der Bundeswehr“ in Gelsdorf.

Gemeinsam wollen sie das Fähigkeitskommando für das Militärische Nachrichtenwesen der Bundeswehr zum Erfolg führen: Oberst i.G. Ralf Güttler, Vizeadmiral Manfred Nielson und die beiden Brigadegeneräle Jürgen Setzer und Roland Brunner (v. l.). Fotos: VJ

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