Krippenausstellung in Bölingen unterstützt „Ahrweiler Tafel“
Das Hobby für den guten Zweck
Bölingen. Eigentlich entstand das Hobby mehr aus Zufall, als er jedem seiner Kinder eine selbst gebaute Krippe schenkte. Jetzt bereits zum vierten Mal präsentierte Rudolf Schell am Wochenende vor dem 1. Advent in Grafschaft-Bölingen seine große Krippenausstellung mit 16 kunstvoll gestalteten Exponaten. Eine Fachwerkkrippe ist nicht einfach nachempfunden, sondern nach allen Regeln der Handwerkskunst mit original Materialen hergestellt. Auch die neue Bruchsteinkrippe wurde mit Originalsteinen en miniature gemauert. Und von dem gelernten Zimmermann können Journalisten erfahren, wie es Dinge verzapft, allerdings sind es bei den Krippen Holzbalken, die nach alter Handwerkskunst mit Holznägeln verzapft werden. Da gibt es echte Backöfen oder Säge und Ackergeräte hängen an den Wänden. Ein Lagerfeuer taucht die Szenerie in eine geheimnisvolle Atmosphäre und eine geöffnete, mit Eisen beschlagene Tür gewährt Einblicke in die hell erleuchtete gute Stube einer Bölinger Krippe. Rudolf Schell hat alle Naturhölzer im Wald gesucht, die Bodenplatten, ebenfalls bei Spaziergängen gefunden, und auch das Zubehör wie Futterkrippe und Lagerfeuer hat er selbst gefertigt. Detailverliebt ist auch die Werkstatt des Heiligen Josephs gestaltet, dem jeder beim Arbeiten zuschauen kann. „Es war gar nicht einfach, an diese Figur zu kommen. Die ist in Deutschland nicht zu haben“, so Rudolf Schell. Und er beschreibt den Weg, den der Heilige Joseph von Italien über Österreich bis nach Bölingen genommen hat. Ebenso war es mit den kleinen Originaldachschindeln, die in einem speziellen Ofen gebacken worden sind. 72 Stunden baut Rudolf Schell an jedem Unikat. Unterstützung bekommt er von seiner Frau Uschi und von seinen Kindern, die die Organisation für die Krippenausstellung vom Internet bis hin zur Bewirtung in die Hand genommen haben. Tochter Teresa und Schwiegersohn Tobias Wronka packten bei der diesjährigen Krippenausstellung mit an, verkauften Glühwein, Kaffee und Waffeln und sammelten fleißig für die „Ahrweiler Tafel“. Rudolf Schell: „Wir wollten was für eine gute Sache tun, die den Menschen hier zugutekommt.“ Caritas-Mitarbeiterin Christiane Böttcher: „Mit ihrer Spende kann auch die Tafel plus unterstützt werden: Tafel plus bedeutet Hilfe zur Selbsthilfe, denn die Kunden sollen ja nicht abhängig von der Tafel werden.“ So erfahren sie beispielsweise im Tafel plus-Projekt „Kartoffel & Co“, wie aus preisgünstigen Lebensmitteln mit wenig Aufwand leckere heiße Speisen gekocht werden können. Christiane Böttcher und Angelika Schorn von der Steuerungsgruppe der „Ahrweiler Tafel“ bedankten sich herzlich für die Spende, die übrigens noch aufgestockt werden kann. So kann die Ausstellung auf Anfrage auch weiterhin wochentags ab 18 Uhr besichtigt werden. Über weitere Spenden für die „Ahrweiler Tafel“ würden sich die Familie Schell, Christiane Böttcher und Angelika Schorn natürlich sehr freuen.
