Irmgard und Walter Kreuzberg feiern Eiserne Hochzeit
Die Jubilare haben auch heute noch viele gemeinsame Hobbies
Dernau. Ihre Eiserne Hochzeit feierten jetzt in Dernau die Eheleute Irmgard und Walter Kreuzberg. Vor 65 Jahren schlossen sie den Bund der Ehe. Walter Kreuzberg wurde am 7. Juli 1923 geboren, seine Gattin Irmgard Kreuzberg, geborene Schell, am 18. April 1925. Beide kamen in Dernau zur Welt. Die Eheleute Kreuzberg haben fünf Kinder - eine Tochter und vier Söhne. Ganz besonders stolz sind die beiden auf ihre acht Enkelkinder. Trotz ihres Alters sind beide bei relativ guter Gesundheit. Die Jubilare wohnen immer noch alleine in ihrem Eigenheim in Dernau, Bonner Straße 57. Von dort haben sie einen schönen Ausblick auf den Krausberg, wo beide bei Festen auch heute immer noch zu finden sind. Der Tag von Irmgard und Walter Kreuzberg beginnt mit dem gemeinsamen Frühstück. Dann zieht es den Neunzigjährigen Walter für etwa eine Stunde in den direkt an das Hausgrundstück angrenzenden Weinberg. Nachmittags beschäftigt er sich dort nochmals. Walter Kreuzberg ist froh, dass er hier immer noch wirken kann, soweit es seine Kraft erlaubt. Während dessen versorgt Irmgard Kreuzberg den Haushalt noch fast alleine. Lediglich alle zwei Wochen hilft jemand bei den Putzarbeiten. Kochen und backen gehören nach wie vor deren Passion - an Festen manchmal für annährend zwanzig Personen. Neben der Musik haben beide ein weiteres gemeinsames Hobby: Fußball und Wintersport im Fernseher. Zudem löst Irmgard Kreuzberg leidenschaftlich gerne Kreuzwort-Rätsel. Alle Geburtstage in ihrer Familie hat Irmgard Kreuzberg noch im Gedächtnis. Ein großes Hobby musste sie mittlerweile jedoch aufgeben: Das Stricken. Auch Rotwein genießen beide immer noch gerne in Maßen: Täglich zwei Gläschen gönnen sich die Jubilare. Und beide feiern gerne: Runde Geburtstage ab dem 70. genauso wie alle Ehejubiläen, wie jetzt im Dorfgemeinschaftshaus die Eiserne Hochzeit. Größere Strecken können beide nicht mehr problemlos absolvieren. Daher haben sich beide gemeinsam ein „E-Mobile“ angeschafft. Der Rest wird mit dem Rollator absolviert. Beide nehmen auch weiterhin regelmäßig an Seniorenwanderungen und den Treffen des Eifelvereins teil. Nach Volksschule und Fortbildungsschule arbeitete Walter Kreuzberg, bis zu seiner Einberufung am 16. April 1942 zur Wehrmacht, im elterlichen Winzerbetrieb. Der Krieg führte ihn durch Frankreich, Polen, Griechenland, Italien und Afrika.
Fünf Jahre Gefangener
Durch die Kriegswirren war Walter dann fünf Jahre ununterbrochen der Heimat fern. Am 9. Mai 1943 wurde er - als damals Zwanzigjähriger - in Gefangenschaft nach Amerika verschifft. Nach drei Jahren ging es zurück nach England, wo er für ein weiteres Jahr in Gefangenschaft blieb. Am 25. März 1947 war der dann große Heimkehrtag. Seine Eltern und drei Geschwister hatten den Krieg überlebt, ein Bruder war gefallen. In der „Maggelzeit“ hieß es dann, die Familie kräftig zu unterstützen. Neben seinem Winzerbetrieb hat er auch noch viele Jahre im Tiefbau gearbeitet. Im örtlichen Vereinsleben wurde er sehr aktiv und stand schon zu Weihnachten 1947 auf der Bühne des Theatervereins. Hier wirkte er seither in über 80 verschiedenen Aufführungen mit. Bei der Neubelebung des M.G.V. Loreley war er gleich dabei und wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Dieses Amt behielt er 28 Jahre lang. Heute ist er Ehrenpräsident und war gesanglich bis zu seinem 90. Geburtstag immer noch aktiv. 20 Jahre war er Mitglied im Dernauer Gemeinderat, davon zehn Jahre als zweiter Beigeordneter. In der Winzergenossenschaft war er 20 Jahre im Aufsichtsrat tätig, und im Eifelverein über 35 Jahre. Außerdem ist er über 70 Jahre inaktives Mitglied im Tambour-Verein. Viele Jahre war er Leiter in verschiedenen Gitarrengruppen und gab auch viele Kurse. Die Gitarre hat ihn ein Leben lang begleitet, bis dann Sehnenabrisse an zwei Fingern der linken Hand das Gitarrenspielen vor rund einem Jahr jäh beendeten. Viele Jahre hat er an den Sommer- und Herbstwochenenden in Altenahr, mit Kurt Klutscher, Gitarren-Tanz- und Unterhaltungsmusik gemacht. Am 13. Juli 1979 erhielt Walter Kreuzberg die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz und am 8. Juni 2005 die Bundesverdienst-Medaille. Noch bis vor Kurzem war er für die Dernauer Mundartfreunde aktiv, und konnte immer wieder mit „Verzällche un Leede üs de fröhere Zitt“ begeistern. Irmgard Kreuzberg besuchte ebenfalls die Volksschule Dernau und anschließend die Nähschule in Mayschoß. Sie war auch im Winzerbetrieb ihrer Eltern tätig und arbeitete zwei Jahre bei der Staatlichen Weinbaudomäne.
Langjährige Aktivitäten
Hinzu kommen auch bei ihr verschiedene, langjährige Aktivitäten. Im Landfrauenverband war Irmgard Kreuzberg 45 Jahre Mitglied, davon viele Jahre als Ortsvorsitzende. Sie ist seit 60 Jahren Mitglied in der Kfd Dernau/Marienthal, und in der Damenriege des Sportvereins Dernau war sie mehr als 40 Jahre aktiv. Im Eifelverein wanderten beide gemeinsam über 35 Jahre. Auch heute noch sind sie dort - wenn auch in verkürzter Form - immer noch bei der Seniorenwanderung dabei. Irmgard und Walter kannten sich schon vor dem Krieg. Sie war die Schwester von Walters Freund Reinhold. Ab und zu wurde sie von den beiden Freunden auch mal an den Wochenenden mitgenommen und wieder nach Hause gebracht (denn sie war damals ja noch sehr jung). Nach der Heimkehr wollte man zunächst einmal die Freiheit genießen. Irmgards Bruder Reinhold hatte es nach dem Krieg, der Liebe wegen, nach Schleswig-Holstein verschlagen, wo er dann auch bald heiratete. Irmgard und Walter wurden Trauzeuge - und dann war’s auch um sie geschehen. Der Funke sprang über und entfache ein Feuer, was bis heute anhält.
