Jährlicher Waldbegang des Heckenbacher Gemeinderates
Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
Gemeinde gehört zu den waldreichsten im Norden von Rheinland-Pfalz - Forsthaushalt füllt die Kassen
Heckenbach. In der Gemeinde Heckenbach hatte Ortsbürgermeister Erik Hupperich zum jährlichen Waldbegang eingeladen und konnte an der alten ehemaligen Pfarrkirche in Blasweiler neben den Gemeinderatsmitgliedern auch den Leiter des Forstamtes Adenau, Winand Schmitz, sowie Revierförster Jürgen Wagner begrüßen.
Für den Waldbegang hatte der Revierförster eine Wanderstrecke ausgesucht, die die Ratsmitglieder in die Verjüngungsflächen führte, die allerdings aufgrund des hohen Rotwildbestands ohne Gatter nicht heranwachsen würden. Dennoch lasse sich seit einigen Jahren „richtig gutes Geld“ mit dem Wald verdienen, so der Revierförster. Allein in den zurückliegenden vier Jahren hat der Wald durch Holzeinschlag und dessen Vermarktung rund 500.000 Euro in den Gemeindehaushalt gespült. Gemeinderat und Forstverwaltung hoffen, dass diese gute Konjunktur noch weitere Jahre anhält. Die Gemeinde Heckenbach zählt mit einer Waldfläche von rund 1.000 Hektar zu den größten Waldbesitzern im Norden von Rheinland-Pfalz. Bei einer dünnen Besiedlung von nur 260 Einwohnern insgesamt entfallen so rund vier Hektar Wald auf einen Einwohner. Gemessen am Gewinn ist dies ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde. Auf die gesamte Waldfläche entfallen rund 220.000 Festmeter Holzvorrat mit einem jährlichen Zuwachs von rund 6.000 Festmetern, die etwa 300 Lkw-Ladungen ausmachen. In die Nutzung fällt ein jährlicher Einschlag von rund 4.300 Festmetern und Einnahmen von rund 300.000 Euro. Davon sind etwa 1.500 Festmeter fertig aufgearbeitetes Brennholz mit einem Verkaufswert von rund 73.000 Euro. Im Vergleich müssten allein für das Brennholz rund 500.000 Liter Heizöl verfeuert werden. Dieser Ersatz von Öl durch Brennholz vermeidet jährlich einen Ausstoß von 1,2 Millionen Kilogramm CO2 in die Atmosphäre.
Im Haushaltsjahr 2013 schloss der Forsthaushalt mit einem satten Plus von 114.000 Euro ab, und das nach Abzug aller Kosten einschließlich der Kalkung des Gemeindewalds für 20.000 Euro. Nicht ganz so erfreulich ist, dass der alte Buchenbestand von rund 160 Hektar mit weit über 120-jährigen Buchen augenblicklich auf dem Holzmarkt nicht den gewünschten Gewinn bringt, aber bald geerntet werden müsse, da auch Buchen nur eine befristete Lebenserwartung haben und dann absterben, so der Revierförster. Dabei wurde den Gemeinderatsmitgliedern deutlich vor Augen geführt, dass bei der Rotwilddichte keine natürliche Verjüngung möglich ist. Mit den Schälschäden hat der Förster auch bei jedem Fichteneinschlag zu kämpfen, da teilweise sogar die ersten Meter als minderwertiges Holz verrechnet werden müssen. Dennoch kann sich der Gemeinderat von Heckenbach glücklich schätzen angesichts des großen Waldbesitzes, da Holzverkauf und Brennholz jährlich die Gemeindekasse füllen, damit hat der Holzverkauf längst die Jagdpachteinnahmen überholt und zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen im Gemeindesäckel.
Im Anschluss an die Begehen gab es noch genügend Gesprächsstoff bei einem kräftigen Eintopf in der Schutzhütte am Jugendheim in Heckenbach.
