Allgemeine Berichte | 03.01.2013, 10:43 Uhr

Eindringliche Klänge in meditativer Atmosphäre

Cantamus spielte Neue Geistliche Lieder in der ehemaligen Synagoge Ahrweiler

Das Grafschafter Sextett hat sich mit seiner attraktiven Mischung aus Neuen Geistlichen Liedern (NGL) sowie Pop-, Rock- und Jazzmusik seit mehr als 15 Jahren einen Namen im Ahrkreis gemacht. Dabei ist es Cantamus ein Anliegen, ihr Publikum aktiv ins Konzert einzubeziehen. Fix

Ahrweiler. So unterschiedlich kann die Resonanz auf ein und dasselbe Konzertangebot sein: Während die Atmosphäre beim ersten Konzert von Cantamus am Vortag eher als familiär zu bezeichnen war - schuld daran war der gleichzeitig stattfindende mitternächtliche Weihnachtsmarkt in Ahrweiler -, so platzte die ehemalige Synagoge in der Kreisstadt an diesem Sonntag Mitte Dezember aus allen Nähten. Im kleinen Hauptraum und auf der Empore hatten sich mehr als 100 gespannte Zuhörer versammelt.

Denn das Grafschafter Sextett hat sich mit seiner attraktiven Mischung aus Neuen Geistlichen Liedern (NGL) sowie Pop-, Rock- und Jazzmusik seit mehr als 15 Jahren einen Namen im Ahrkreis gemacht. So spielten Alice Großgarten (Gesang), Gerd Jung (Gitarren, Gesang, Trompete), Frank Luxem (Gesang, Saxophone, Querflöte), Frank Uhland (Schlagzeug, Percussion), Johannes Schüller (Bass, Gesang, Keyboard) und Horst-Peter Kujath (Gesang, Keyboard) nicht nur bereits schon früher in der Synagoge, sondern gaben auch Auftritte in vielen Gemeinden, bei Gottesdiensten, bei vielen musikalisch begleiteten Festen, ökumenischen Feiern und Benefizkonzerten. Weiterhin gestalteten die Musiker beispielsweise die Bikermesse mit Vorprogramm „Anlassen“ auf dem Nürburgring, den zentralen Abschlussgottesdienst auf dem Marktplatz in Ahrweiler im Rahmen des Weltjugendtags 2005 oder Konzerte während der Uferlichter-Konzertreihe in Bad Neuenahr.

Für ihr „Hautnah-Konzert“ in der besonderen Atmosphäre der Synagoge hatte Cantamus eine Anleihe an das Motto des 29. Evangelischen Kirchentags 2001 in Frankfurt am Main „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ (Psalm 31,9) gemacht. Zur Overtüre zogen Trompeter Gerd Jung und Saxophonist Frank Luxem von der Empore in den Hauptraum ein. Es folgten im ersten Teil vor der Pause Stücke wie „Allein“ von Reinhard Mey und nicht weniger als drei Lieder des baden-württembergischen Ensembles „Entzücklika“, das mit Kirchenmusik und eben Neuen Geistlichen Liedern weithin bekannt ist.

Dessen Repertoire deckt sich nämlich bestens mit der Stilrichtung der sechs Grafschafter. Instrumentalmusik verbindet sich dabei mit meist mehrstimmigem Gesang. Die Musik will zum Singen und Mitsingen auffordern, ihre meist deutschen Texte sind alltagstauglich und konkret, sie sprechen inhaltlich wie melodisch an und gehen unter die Haut. Fragen wie Frieden und Gerechtigkeit, Reichtum und Armut, aber auch Ohnmacht, Gedankenlosigkeit und Ignoranz werden musikalisch und textlich thematisiert. Die Lieder rütteln wach, laden zum Nachdenken und zum engagierten Handeln auf.

Von eigenen Liedern bis zu Filmmusik

Ein eindrucksvolles Erlebnis für die vielen Zuschauer beim sonntäglichen Konzert war vor allem der zweite Teil des Konzerts. Für sehr eindringliche Momente sorgte dabei ein eigenes Lied der Gruppe mit dem Titel „Mein Engel“ und Text von Alice Großgarten sowie Musik von Johannes Schüller - für viele Zuhörer sicherlich der Höhepunkt des Abends. Den Gottesboten textlich gewidmet war auch das Lied „Sende aus Engel“ nach einem Gedicht des katholischen Theologen und Schriftstellers Lothar Zenetti. Sehr beeindruckend geriet auch die Darbietung von „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“. Es folgte der Titel „Peace Planet“ der niederländischen Symphonic-Rock-Formation Ekseption.

Wichtig ist Cantamus, ihr Publikum aktiv ins Konzert einzubeziehen. Denn nicht umsonst bedeutet die Übersetzung des lateinischen Bandnamens im Deutschen „Wir singen“ oder „Lasst uns singen“. Gerade beim Titel „Wo Menschen sich vergessen“ waren die Anwesenden daher zum Mitsingen aufgefordert. Abgerundet wurde der „offizielle“ Teil mit dem insgesamt 18. Lied „Nie mehr“. Ohne mehrere, vom begeisterten Publikum durch anhaltendes Klatschen geforderte Zugaben kam das Sextett am Sonntag aber natürlich nicht von der Bühne.

Bei der Zuhörerschaft hat das nachdenkliche und meditative Konzert mit inhaltlich tiefen Texten und stimmungsvoller Musik offensichtlich nachhaltige Wirkung hinterlassen. Dafür sorgten auch die auf den Himmel der Synagoge projizierten Bilder und kurzen Texte sowie die untermalenden Lichteffekte der Beleuchtungsanlage, die schon früher bei Konzerten in der Pius- oder Laurentiuskirche für besondere Effekte gesorgt haben - wie auch an diesem besonderen Abend in der Ahrweiler Synagoge.

CBÜ

Das Grafschafter Sextett hat sich mit seiner attraktiven Mischung aus Neuen Geistlichen Liedern (NGL) sowie Pop-, Rock- und Jazzmusik seit mehr als 15 Jahren einen Namen im Ahrkreis gemacht. Dabei ist es Cantamus ein Anliegen, ihr Publikum aktiv ins Konzert einzubeziehen. Foto: Fix

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
50 Jahre Altstadtfest Meckenheim
Kooperation Klangwelle 2026
Stellenanzeige 087-2026
Anzeige Werbekampagne "Am Zeiberberg"
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
118

Die zweite Septemberwoche bringt Bewegung in festgefahrene Situationen und sorgt bei vielen Sternzeichen für Momente, in denen Entscheidungen nicht länger aufgeschoben werden können. Zwischen beruflichem Ehrgeiz, privaten Bedürfnissen und dem Wunsch nach mehr Ausgeglichenheit entsteht eine interessante Mischung: Manche Vorhaben nehmen endlich Fahrt auf, während andere zunächst einen Umweg verlangen.

Weiterlesen

DRK-Kreisverbandspräsident Achim Haag (li.), der Bürgermeister der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler Pascal Rowald (2.v.li), Christina Steinhausen, Kreisbeigeordnete des Landkreises Ahrweiler (2.v.re) und Manuel González, Vorstand des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz (re.) gratulierten Michael Assenmacher, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Bad Neuenahr-Ahrweiler, und seinem Team zum 155-jährigen Jubiläum.
39

Kreis Ahrweiler. Seit 155 Jahren engagieren sich Ehrenamtliche im DRK-Ortsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. zum Wohle der Gemeinschaft. 1871 wie auch heute zählt vor allem eines: da zu sein, wenn Menschen Hilfe benötigen. Wegen der Corona-Pandemie und der Flut konnte das 150-jährige Jubiläum nicht gefeiert werden und so wurde am 29. August dieses langjährige Engagement bei einem Festakt anlässlich des 155-jährigen Bestehens des Ortsvereins gewürdigt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor.Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Holger Lindner
131

Rheinland-Pfalz bestätigt breites medizinisches Leistungsspektrum und stärkt das St. Nikolaus-Stiftshospital als wichtigen Standort

Krankenhaus Andernach geht gestärkt aus neuer Leistungsgruppenzuteilung hervor

Andernach. Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor. Durch die zugewiesenen Leistungsgruppen werden rund 99,5 Prozent des bisherigen Leistungsspektrums vollständig abgebildet. Das Krankenhaus sowie der Träger, die Stiftung St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, sehen darin die hohe medizinische Qualität und breite Expertise des Hauses bestätigt.

Weiterlesen

Thomas Schmidt
485

Vortrag zur Geschichte und Zukunft von Brücke & Tunnel

Erpel - Die Brücke und der Tunnel

Ockenfels. Die Grünen in Ockenfels führen ihre Veranstaltungsreihe „Angeschnitten“ fort, die im Jahr 2025 ins Leben gerufen wurde. Am 16. September 2026 laden sie zu einem besonderen Themenabend ins Bürgerhaus Ockenfels ein. Unter dem Titel „Erpel – Die Brücke und der Tunnel“ steht die Geschichte der Ludendorff-Brücke sowie des Tunnels in der Erpeler Ley im Mittelpunkt.

Von St. Becker aus Unkel

Weiterlesen