Aus dem Polizeibericht...
Enkeltrickbetrüger in Bad Neuenahr-Ahrweiler unterwegs
Hilfsbereitschaft einer älteren Mitbürgerin ausgenutzt
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wieder ist die Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft einer älteren Mitbürgerin am 16. Juli um die Mittagszeit in Bad Neuenahr-Ahrweiler schamlos ausgenutzt worden. Mit der üblichen Frage: „Na, was meinst du denn, wer hier am Telefon ist?“, gelang es der Anruferin, der älteren Dame den Namen einer Verwandten zu entlocken, sich als diese dann auszugeben und sich so das Vertrauen der Seniorin zu erschleichen. In der Annahme, einer Verwandten aus der Not zu helfen, hob diese von ihrem Konto einen großen Geldbetrag ab und übergab ihn an eine ihr unbekannte Person, die im „Auftrag“ ihrer angeblichen Verwandten das Geld abholte. Als die ältere Dame misstrauisch wurde und die Angelegenheit überprüfte, war es zu spät. Täter und Geld waren verschwunden.
Noch bei weiteren vier älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger hatten die Täter zuvor ihr Glück versucht. Dabei war es ihnen gelungen, einen Mitbürger soweit mit ihrer Geschichte von einer momentanen Notlage einzuwickeln, dass dieser von seinem Konto mehrere Zehntausend Euro abhob, um es seinem angeblichen Verwandten für einen Wohnungskauf zu geben. Dass es nicht zu einer Übergabe des Geldes kam, war vermutlich dem Umstand zu verdanken, dass die Täter zuvor schon bei der älteren Dame erfolgreich gewesen waren und das Weite gesucht hatten.
Bankangestellte sollten bei hohen Summen misstrauisch sein
Obwohl dieses Kriminalitätsphänomen seit Jahren bekannt ist und immer wieder in den Medien publiziert wird, scheinen die Täter doch so raffiniert vorzugehen, dass ihnen fast jede Woche ältere Menschen in das ausgeworfene Netz der Hilfsbereitschaft gehen und oft um ihr letztes Erspartes gebracht werden. Dass dann auch noch Bankangestellte, die ebenfalls hinlänglich über diese Kriminalitätsform unterrichtet sind, insofern versagen, als dass sie die älteren Menschen beim Abheben dieser großen Geldsummen nicht warnen, beziehungsweise den Grund des Abhebens nicht hinterfragen, ist in hohem Maße bedauerlich.
Wenn die Polizei dann eingeschaltet wird, ist es meistens zu spät, zumal die Hintermänner des Enkeltrickbetruges grundsätzlich im Ausland sitzen und die Taten von dort aus koordinieren und dirigieren.
Auch in Bad Neuenahr-Ahrweiler konnten trotz intensiver Fahndungs- und Oberservationsmaßnahmen die Geldabholer nicht mehr festgestellt werden. Bei der Geldabholerin handelt es sich um eine ca. 25 - 30-jährige, schwarzhaarige, pummelige und ca. 160 cm große Frau. Sie war mit einer dunklen Hose und einem langärmeligen weißen Sweatshirt bekleidet. Die Frau könnte sich im Bereich Mittelstraße-Schweizer Straße - Am Johannisberg aufgehalten haben und Bewohnern oder Passanten in diesem Bereich aufgefallen sein. Die Kriminalinspektion Mayen hat die weiteren Ermittlungen übernommen.
Pressemitteilung der
Polizeiinspektion
Bad Neuenahr-Ahrweiler
