Birnenrundweg in Lantershofen eingeweiht
Erinnerung an die Zeit des Birnenanbaus geschaffen
Bischof Stephan Ackermann kam zur Begrüßung
Lantershofen. Es las sich wie ein „Who is who“ des Kreises Ahrweiler, was sich an Prominenz in Lantershofen eingefunden hatte und Ortsvorsteher Leo Mattuscheck strahlte zu Recht über das gesamte Gesicht. Meckenheim ist Apfelstadt, Bad Neuenahr hat die Dame der Rose und die Grafschaft die Goldbärchen von Haribo. Nun ist Lantershofen sicherlich auch weit über die Grenzen der Gemeinde Grafschaft bekannt für seine erstklassigen Destillate und das Maubischfest erinnerte noch daran, dass der Ort einmal für den Birnenanbau stand. Der Förderverein „Zukunft Lantershofen“ hatte sich daher schon vor einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben, die Erinnerung an diese Zeit des Birnenanbaus hochzuhalten, waren doch einmal mehr als 400 Birnbäume in dem Ort gewesen, welche aber diversen Flurbereinigungen zum Opfer gefallen waren. Aber Anfang 2013 gab es dann einen Text im Buch des Kölner Autors Bernd Imgrund mit dem Titel „111 Orte in der Eifel, die man gesehen haben muss“ und es gab einen Hinweis auf den Birnensortengarten in Lantershofen, wo man 54 junge Birnbäume gepflanzt hatte und eine Hinweistafel aufgestellt hatte. Daraus wollte man etwas machen und recht schnell kam der Gedanke auf einen Wanderweg rund um das Thema Birne zu machen und diesen mit verschiedenen Stationen zu versehen. Diese mussten freilich noch gebaut werden und dies war mit den Mitteln des Vereins in keinster Weise zu stemmen.
78.000 Euro waren nötig
Mehr als 78.000 Euro waren zu stemmen und dies innerhalb kürzester Zeit. So mancher Kommunalpolitiker hielt das denn auch für mehr als ambitioniert und hatte seine Zweifel, ob das denn alles klappen würde, mussten doch massenweise Zuschussanträge eingereicht werden. Denn es gibt einen „Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE), und darüber konnten 39.000 Euro an Fördergelder losgeeist werden. Der Kreis Ahrweiler steuerte dann ebenfalls rund 7500 Euro bei und die Gemeinde Grafschaft rund 20.000 Euro. Das Ganze kann sich sehen lassen, denn die einzelnen Stationen haben klangvolle Namen wie das „Fliegende Dach“ oder die „Spirituelle Tankstelle“. Ortsvorsteher Leo Mattuscheck hatte denn auch mit seinen Vorstandskollegen eine ellenlange Liste von Personen und Institutionen, wo es galt Danke zu sagen, aber vor allem stellte er fest, dass man in einer liebenswerten Grafschaft lebe.
Quittenschnaps als Geschenk
Bischof Stephan Ackermann erinnerte gerne an seine Zeit in Lantershofen und hatte sich in Vorbereitung dieses Termins lange überlegt, was er denn hier sagen solle, denn die Birne kommt in der Bibel nicht vor, obwohl diese wohl schon damals auch im Mittelmeerraum angesiedelt war. Er nahm stattdessen eine Anleihe bei Theodor Fontane und dessen Ribbeck von Ribbeck im Havelland und erinnerte daran, dass dieser Herr ja recht großzügig gewesen sei, aber nicht ganz zu Unrecht die Vermutung habe, dass seine Nachkommen sehr hartherzig seien. Deshalb habe er sich ja auch mit einer Birne im Grab beerdigen lasse, damit dieser Baum sprießen kann und sich jeder an den Früchten bedienen konnte. Als Geschenk gab es dann eine Flasche Quittenschnaps aus dem bischöflichen Garten, denn Birnen wachsen dort nicht und auch der Bischof lässt aus den Quitten Schnaps brennen.
Ein Highlight des ökologischen Tourismus
Landrat Dr. Jürgen Pföhler war ebenfalls mehr als angetan und bezeichnete das Gesamtwerk als ein Highlight des ökologischen Tourismus und als einzigartig im Kreis Ahrweiler. Er bezeichnete die Arbeit des Vereins als vorbildlich und zeigte sich stolz darüber, was im ländlichen Raum geleistet werden kann. Sein besonderer Dank galt den Lantershofenern Bürgern und Vereinen. Ebenfalls galt der Dank natürlich auch allen Unternehmern aus dem Kreis Ahrweiler, und er betonte, dass es für die Wirtschaftskraft des Kreises Ahrweiler mehr als wichtig sei, dass bei solchen Projekten dann auch die heimische Wirtschaft berücksichtigt werde und die Wertschöpfung im Kreis bleibe. „Bauwerke machen Holz erlebbar“, auf diesen einfachen Satz fasste Dr. Stefan Göbel vom Forstministerium Rheinland-Pfalz seinen Vortrag zusammen und Bürgermeister Achim Juchem erkannte sogar Anleihen bei den Schwaben, die er in seinem Vortrag betonte.
Nach dem symbolischen Durchschneiden des Bandes zur Eröffnung des Birnenrundwanderweges wurden dann zur Stärkung Lantershofener Produkte gereicht, in Form von Maubischkuchen und natürlich von Birnen in destillierter Form. Wobei sich die Helfer an dem Projekt noch auf einen besonderen Abend freuen dürfen. Denn Kreis und Gemeinde haben sich zwar finanziell an dem Projekt beteiligt, aber als Dank für die vielen Helfer hatten sich Achim Juchem und Dr. Jürgen Pföhler darauf verständigt, alle Helfer zu einem „Döppekoochen-Abend“ einzuladen. Und beide versprachen, nicht selber zu kochen.
Bischof Stephan Ackermann überreichte Leo Mattuscheck eine Flasche Quittenschnaps aus dem bischöflichen Garten.
