Auszeichnung Walther-Lonnes
Erno Mahler erhält Walther-Lonnes-Plakette in Bad Neuenahr
aus Rheinbach
Bad Neuenahr. Der Westdeutsche Hockeyverband hat in diesem Jahr auf seinem Verbandstag eine seiner höchsten persönlichen Auszeichnungen verliehen: Die Walther-Lonnes-Plakette geht an Erno Mahler. Mit dieser Ehrung würdigt der Verband Persönlichkeiten, die sich durch herausragende Leistungen, vorbildliche Haltung oder außergewöhnliche Verdienste um den westdeutschen Hockeysport ausgezeichnet haben.
Mit Erno Mahler wird eine Persönlichkeit geehrt, die wie kaum eine andere für Leidenschaft, Beständigkeit und Engagement im Hockey steht. Geboren 1937, fand er bereits in jungen Jahren seinen sportlichen Lebensmittelpunkt beim HTC Bad Neuenahr, dem er über Jahrzehnte hinweg in außergewöhnlicher Treue verbunden blieb. Hockey und Tennis waren für ihn nie nur Freizeitbeschäftigung, sondern Berufung, Verantwortung und Herzensangelegenheit.
Über Jahrzehnte hinweg prägte Erno Mahler als Gestalter, Visionär und unermüdlicher Motor die Entwicklung der Hockeyabteilung. Besonders in der Jugendarbeit setzte er Maßstäbe: Als Trainer formte er Generationen von Sportlerinnen und Sportlern – nicht nur im sportlichen, sondern auch menschlichen Sinne.
Auch als Organisator bedeutender Veranstaltungen setzte Erno Mahler Akzente. So verantwortete er unter anderem die Hallen-Europameisterschaft der Damen 1987 in Bad Neuenahr, die Deutschen Hochschulmeisterschaften im Hallenhockey 1993 und 2000 sowie zahlreiche internationale Länderspiele, darunter Begegnungen der deutschen Damen-Nationalmannschaft gegen Argentinien (2002) und die Niederlande (2003).
Ein besonderes Highlight war die Olympiavorbereitung der Deutschen Damen-Hockeynationalmannschaft für die Olympischen Spiele 2004 in Athen mit den Nationalmannschaften aus China und Neuseeland. Die deutschen Damen krönten diese Vorbereitung schließlich mit dem Gewinn der Goldmedaille.
Als Initiator innovativer Formate bewies das Hockeyurgestein stets Weitblick. Mit den „HoTeGo German Open“ (Hockey, Tennis, Golf), die er 1991 ins Leben rief und die inzwischen über drei Jahrzehnte hinweg ausgetragen wurden, schuf er ein bis heute einzigartiges Turnierkonzept. Ebenso zeichnete er verantwortlich für Großveranstaltungen wie die Rotweinturniere mit bis zu 64 Mannschaften, das Ständeturnier, den Apollinaris Cup sowie das „Heitere Seniorentreffen“, bei dem das Motto „Aus Fremden werden Freunde“ gelebt wird.
Ein Meilenstein für den Hockeysport in Bad Neuenahr war die Einweihung des Kunstrasenplatzes im Apollinaris Stadion im Jahr 1994. Dieses Projekt wurde maßgeblich durch Erno Mahlers Beharrlichkeit, Überzeugungskraft und langjährigen Einsatz gegenüber der Stadtverwaltung ermöglicht. Die feierliche Eröffnung durch den damaligen Bundesverteidigungsminister Volker Rühe – inklusive spektakulärer Ballübergabe per Fallschirmspringer – bleibt unvergessen.
Seine Verdienste wurden bereits mehrfach gewürdigt, unter anderem mit der Ehrennadel des WHV, der Ehrenmitgliedschaft des HTC Bad Neuenahr (2006) sowie der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz (2018).
Die Flutkatastrophe im Jahr 2021 bedeutete auch für die Familie Mahler einen tiefen Einschnitt: Zahlreiche Erinnerungsstücke aus seinem „Hockeyleben“ und wichtige Dokumente gingen unwiederbringlich verloren. Umso bemerkenswerter ist es, dass Erno Mahler und seine Frau Gisela nach Zwischenstationen in Neuss und Rheinbach inzwischen in ihr renoviertes Zuhause in Bad Neuenahr-Ahrweiler zurückkehren konnten.
Selbst während ihrer Zeit in Rheinbach blieb Erno Mahler aktiv: Er unterstützte die Hockeymannschaften der SG Pallotti Rheinbach im Trainingsbetrieb und engagierte sich an Offenen Ganztagsschulen, wo er Sport- und Hockey-AGs leitete.
Mit der Verleihung der Walther-Lonnes-Plakette würdigt der Westdeutsche Hockeyverband ein Lebenswerk, das den Hockeysport weit über die Region hinaus geprägt hat. Erno Mahler steht exemplarisch für gelebtes Ehrenamt, sportliche Leidenschaft und gesellschaftliche Verantwortung. Seine Verdienste bleiben unvergessen und wirken bis heute fort. Die Versammlung würdigte die Ehrung mit langanhaltendem Applaus.
