Freitagsöffnung Ahrweiler
FDP Ahrweiler fordert modernisierte Ladenöffnungszeiten für Handel und Tourismus
aus Bad Breisig
Bad Neuenahr-Ahrweiler/Kreis Ahrweiler. Die FDP im Kreis Ahrweiler begrüßt die Initiative mehrerer Einzelhändlerinnen und Einzelhändler in Ahrweiler, ihre Geschäfte freitags länger zu öffnen. Nach Medienberichten beteiligen sich bereits mehrere Betriebe an verlängerten Öffnungszeiten bis 20 Uhr. Aus Sicht der Freien Demokraten ist dies ein wichtiges Signal für eine lebendige Innenstadt, mehr Kundenorientierung und eine Stärkung des stationären Handels.
„Die Händlerinnen und Händler in Ahrweiler zeigen Eigeninitiative. Sie warten nicht auf neue Förderprogramme, sondern testen konkret, wie mehr Frequenz in die Innenstadt gebracht werden kann. Genau diesen Unternehmergeist müssen Politik und Verwaltung unterstützen“, erklärt Ulrich van Bebber, Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Ahrweiler.
Die FDP sieht in den verlängerten Freitagsöffnungen einen pragmatischen Schritt. Zugleich zeige die Entwicklung, dass die bestehenden Regelungen zur Ladenöffnung nicht mehr vollständig zur Lebenswirklichkeit passten. Viele Berufstätige hätten erst nach Feierabend Zeit für Einkäufe. Gäste und Touristen kämen häufig am späten Freitagnachmittag oder am Wochenende in die Stadt. Gerade in einer touristisch geprägten Stadt wie Bad Neuenahr-Ahrweiler müssten Handel, Gastronomie, Tourismus und Stadtentwicklung stärker zusammengedacht werden. Das sieht auch Peter Weber so. „Wir haben seit Corona mit einem Umsatzrückgang zu kämpfen, wenn das so weitergeht, wird es in 20 Jahren keine Einzelhändler mehr geben“, befürchtet der Inhaber von et Kamellestüffche in der Niederhutstraße .
Christina Steinhausen, stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP Ahrweiler, erklärt: „Unsere Innenstädte brauchen nicht mehr Appelle, sondern bessere Rahmenbedingungen. Wer den stationären Handel stärken will, muss den Betrieben zutrauen, selbst zu entscheiden, wann Öffnungszeiten sinnvoll sind. Ahrweiler zeigt, dass vor Ort Bereitschaft vorhanden ist, neue Wege zu gehen. Die Politik sollte solche Initiativen nicht ausbremsen, sondern ermöglichen.“
Rolf Deißler, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler, betont: „Wer eine attraktive Innenstadt will, darf dem Handel nicht nur schöne Worte liefern. Die Betriebe brauchen Planungssicherheit, weniger Bürokratie und Öffnungsmöglichkeiten, die zu Kundenverhalten, Tourismus und örtlichen Veranstaltungen passen. Die längeren Freitagsöffnungen sind ein richtiger Schritt. Jetzt muss geprüft werden, welche weiteren rechtssicheren Spielräume die Stadt nutzen kann.“
Auch David Jacobs, Vorsitzender der FDP Bad Neuenahr-Ahrweiler und stellvertretender Vorsitzender der FDP-Stadtratsfraktion, sieht in der Initiative ein positives Signal: „Bad Neuenahr-Ahrweiler lebt von einer Mischung aus Handel, Gastronomie, Tourismus, Kultur und Aufenthaltsqualität. Wenn Betriebe neue Wege gehen, ist das gut für die gesamte Stadt. Es geht nicht darum, den Sonntag zu entwerten. Es geht darum, den Kommunen und dem örtlichen Handel mehr Gestaltungsspielraum zu geben.“
Die FDP unterstützt dabei ausdrücklich den Grundsatz der Freiwilligkeit. Kein Betrieb solle verpflichtet werden, länger oder sonntags zu öffnen. Wer aber öffnen wolle und dies mit seinem Team fair organisieren könne, solle nicht durch überholte Regeln ausgebremst werden.
Der FDP-Kreisverband hatte bereits zuvor eine Reform des Ladenöffnungsrechts gefordert. Die aktuelle Initiative in Ahrweiler bestätige diese Position. Die FDP spricht sich für mehr kommunale Entscheidungsspielräume, rechtssichere verkaufsoffene Sonntage und praxistaugliche Regelungen für touristisch geprägte Standorte aus.
„Die Diskussion darf nicht ideologisch geführt werden“, so van Bebber. „Es geht um starke Innenstädte, regionale Wertschöpfung und faire Chancen für den stationären Einzelhandel gegenüber dem Onlinehandel. Der Sonntag bleibt ein besonderer Tag. Aber ein besonderer Tag muss nicht heißen, dass der Staat jede sinnvolle örtliche Lösung blockiert.“
Die FDP im Kreis Ahrweiler fordert deshalb, dass Land und Kommunen das Ladenöffnungsrecht modernisieren. Ziel müsse ein Rahmen sein, der Beschäftigte schützt, Betrieben aber mehr Freiheit gibt und den Städten ermöglicht, ihre Innenstädte aktiv weiterzuentwickeln.
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Die Liberalen sind sich vor dem Kamellestüffche in der Niederhutstraße mit Inhaber Peter Weber (links) einig, dass in Sachen Ladenöffnungszeiten dringend mehr Flexibilität notwendig ist (von rechts): Christina Steinhausen, David Jacobs, Ulrich van Bebber und Rolf Deißler Foto: Foto: Rolf Deißler