Ahrtaler Gipfelfest lockte mit neuen Zielen und zahlreichen Aktionen
Fast 5000 Teilnehmer beim Gipfelfest
Ahrtal. Wanderschuhe geschnürt, Trinkflasche eingepackt, und los geht’s: Bei perfekten Wetterbedingungen starteten Wanderer vom Fronleichnamstag bis Sonntag wieder zu vier verschiedenen Gipfeln im Ahrtal. Der nunmehr neunte 4-Gipfel-Sturm des Ahrtaltourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler war mit knapp 5000 Teilnehmern ein großer Erfolg. Wanderer und Nordic Walker, gerne aber auch Mountainbiker, genossen den Weg durch Weinberge, vorbei an Kornfeldern und durch schattige Wälder. Nicht selten harmonierten ihre charakteristischen grünen T-Shirts mit dem Namen „Gipfelstürmer“ mit den Farben der Umgebung.
Vier besonders schöne Gipfel hatten die Organisatoren Tanja Huth, Oliver Piel und das Team des Ahrtaltourismus ausfindig gemacht. Dabei musste es nicht immer der höchste Berg sein, sondern vielmehr musste das Ziel als Gipfel der Gastfreundlichkeit für das Urlaubsgebiet an der Ahr taugen. Maximal bis zu 10,2 Kilometer lang waren die vorgeschlagenen Strecken von Gipfel zu Gipfel, vom Beuler Hof zwischen Löhndorf und Westum am Donnerstag, am Freitag das Steinerberg-Haus bei Kesseling, am Samstag die Forsterberg-Hütte bei Rech und bis hin zum Abschluss am Sonntag, die Hemmessener Hütte oberhalb von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nicht zu einfach, nicht zu schwer, aber immer mit einem gewissen Anspruch - so mögen es die Wandergäste im Ahrtal am liebsten. Gäste aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland hatten sich an diesem langen Wochenende auf den Weg gemacht, die landschaftliche Vielfalt im Ahrtal kennenzulernen.
An buchstäblich jeder Ecke waren die fleißigen Helfer der Eifelvereine Bad Neuenahr, Ahrweiler, Sinzig und Kesseling im Einsatz, um den Aufenthalt an den genannten Zielen zum Erlebnis zu machen. Auf den zahlreichen geführten Wanderungen hielten sie interessante Infos zu Denkmälern, Kapellen und landschaftlichen Besonderheiten bereit. Das oberste Ziel: Die verschiedenen Facetten des Ahrtals kennenlernen. Denn das sind nicht nur die malerischen Weinbergslagen, sondern auch strahlende Rapsfelder, Wälder oder die gelungene Mischung aus beidem. Auch der Verkehrsverbund Rhein-Mosel war Partner des Vier-Gipfel-Fests. Er transportierte alle Inhaber der Teilnehmerstempelkarte kostenlos zu den Startpunkten der Wanderungen. Und erstmals waren auch Kindergärten aus der Region involviert: etwa die Kindergärten St. Georg aus Löhndorf sowie St. Pius aus Bad Neuenahr, die sich an den Zielpunkten Beuler Hof und Hemmessener Hütte um die Kinder kümmerten.
Für die meisten der von weit her angereisten Gipfelstürmer war es selbstverständlich, dass alle vier Gipfel erklommen werden mussten: „Wir sind zum zweiten Mal dabei“, berichten Bernd und Andrea aus Leipzig. Wie sie waren viele Wanderer aus Ostdeutschland am Start. „Uns hat es letztes Jahr so gut gefallen, dass wir gleich wieder dabei sein wollten.“ Besonders gut hat ihnen das Flair am Beuler Hof gefallen, der Tagesgipfel am Auftakttag. Dort boten unter anderem Kettensägenkünstler Oliver Schulz und eine Mittelalterband Unterhaltsames, während sich Kinder zu Drachen, Prinzessinnen und Tieren schminken lassen konnten. „Der Andrang am Donnerstag war so groß“, berichtet Projektleiterin Tanja Huth von der Ahrtaltourismus, „dass wir noch Würstchen nachbestellen mussten.“
Der Beuler Hof in Löhndorf war erstmals Gipfel im Programm, genauso wie die Forsterberg-Hütte oberhalb von Rech. Regelmäßigen Besuchern des Fests waren die Hemmessener Hütte und der Steinerberg hingegen schon aus Vorjahren bekannt. „Wir bemühen uns, immer eine Mischung aus bekannten und neuen Gipfeln zusammenzustellen“, erklärt Huth, die mit ihrem Team bereits Ende 2013 in Sachen Organisation begonnen hatte. Dabei steht sie auch besonders mit den hiesigen Wandervereinen in Kontakt. Sie geben entscheidende Hinweise, welches Ziel sich als Gipfel eignet.
Am Freitag war der Steinerberg in Kesseling Tagesgipfel. Auch hier: viel Programm mit Schnitzeljagd und Kinderschminken, gute Laune und tolle Ausblicke über große Teile der Eifel. „Die Teilnehmer haben uns oft gesagt, dass der Termin für das Gipfelfest ideal sei“, berichtete Tanja Huth. Ein wichtiger Faktor sei, dass Kinder aufgrund des Feiertages ein verlängertes Wochenende hätten. „Dadurch entscheiden sich viele Familien für einen Kurztrip ins Ahrtal“, so Huth. So war auch der Samstag ein beliebter Ausflugstag - und das bei bestem Wetter.
Die Forsterberg-Hütte war erstmals im Programm des Vier-Gipfel-Festes. Auf der Höhe bot die Altenahrer Bogenjagd kleine Einführungskurse im Bogenschießen für Kinder an. Unter Anleitung durften sie auf Scheiben schießen, während sich Mama und Papa bei einem guten Glas Wein und einem großen kulinarischen Angebot eine Verschnaufpause leisteten. Besonderes Lob erhielten die Organisatoren für die gute Ausschilderung der Strecken. So konnten die Teilnehmer verschiedene Verbindungsstrecken wählen. Einfacher gestaltete sich der Weg von Bad Neuenahr über Heppingen bis nach Löhndorf, schwieriger war hingegen der Aufstieg zum Steinerberg. Auf dem Weg gab es einiges zu entdecken: Oberhalb von Heimersheim war die überdimensionale Holzbank einmal mehr ein Hingucker. In Pützfeld entführte ein Vortrag am Hexenplatz in die Welt der Zauberei.
Zu den Teilnehmern gehörten auch wieder hunderte Kinder und für die wurde einiges geboten: Besonders an der Hemmessener Hütte, dem Kindergipfel, konnten sich die Kids mächtig austoben. Bereit stand das Spielmobil der Stadt, während am Parkplatz die Mitarbeiter des Waldkletterparks an der Paradieswiese mehrere Bäume zum Erklettern vorbereitet hatten. Am Samstag informierte der Waldkindergarten über verschiedene Tierarten in der Region. Gemütlich saß man an allen Tagen mit herrlichem Fernblick über Bad Neuenahr an oder in der Hütte, trank einen guten Tropfen Wein und genoss die Musik des Duos Edelweiß, das am Sonntag zum Tanz aufspielte. Sabine Beu von den Walporzheimer Winzern ließ unterschiedliche Weine erraten. Eine Sache, die besonders den Gästen von außerhalb viel Spaß machte. Schmackhaft waren auch die Waffeln einer Frauengruppe der Bürgergesellschaft Hemmessen, deren Erlös der vereinseigenen Seniorenarbeit zugute kommt. „Im 50. Jubiläumsjahr unserer Hemmessener-Bürgergesellschaft wollten wir mit unserer Hütte wieder dabei sein“, erklärte Schultes Hans-Werner Helmrich. Und die Resonanz war größer als vor drei Jahren: „Das merken wir am Umsatz“, erklärte Helmrich, der mit seinem Team das gewohnt rustikale gastronomische Angebot auf der Hütte bereithielt.
Und natürlich gab es auch wieder die Ausnahmewanderer: Wolfgang Stodden oder Markus Rausch etwa, die alle vier Gipfel an einem Tag erklommen haben.
An einigen ausgewählten Bäumen konnte man sich im Klettern versuchen.
Gut informiert wurden die Wanderer auf den Routen durch die übersichtlichen Karten.
