Die Gemeinde Ahrbrück feierte 750 Jahre Brück und Denn
Festkommers und historischer Umzug
Ahrbrück. Die Gemeinde Ahrbrück feierte zwei Tage lang das Jubiläum ihrer Ortsgeschichte mit dem Ortsteil Brück und ehemals Denn, die vor 750 Jahren ihre erstmalige urkundliche Erwähnung fanden. Als Wahrzeichen steht für Brück die Katharinen-Kapelle auf dem Felsvorsprung über der Ahr im Zufluss des Kesselinger Baches und für das alte Denn die Rochus-Kapelle am Kindergarten, die bei der Schleifung des Ortes im Jahre 1938, dank eines frommen Offiziers der Evakuierung stand hielt und vorübergehend als Munitionslager diente. In dem ersten Beleg für Ahrbrück aus dem Jahre 1265 wurde die Siedlung urkundlich als „Brugge at dene“ erwähnt und zwar in einem Vertrag zwischen dem Erzbischof von Köln und Walram von Jülich, so Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei seinem Grußwort beim Festkommers am Samstagabend. Der Name Brugge steht für eine Siedlung an der Ahr und ist damit der Beleg für den Ortsteil Brück. Die Orte Denn und Brück kamen ab 1816 zum damaligen Kreis Adenau und im Zuge der Verwaltungsreform in Preußen 1932 zum Kreis Ahrweiler. Die Bezeichnung Ahrbrück entstand erst mit dem Luftwaffenübungsplatz im Jahre 1938, der für die Bevölkerung von Denn zum Verlust der Heimat führte. Als die wechselvolle Geschichte der Gemeinde Ahrbrück die im Zuge der Gebietsreform erst im Jahre 1969/70 so neu gebildet wurde, ist ausführlich in der Festschrift beschrieben und bebildert, die von der Ortsgemeinde vorgestellt wurde und zum Verkauf angeboten wird.
Landrat Pföhler hatte die Schirmherrschaft des Jubiläums übernommen und überreichte Ortsbürgermeister Heribert Seul einen Auszug aus dem Heimatjahrbuch des Kreises Adenau aus dem Jahre 1909 und gratulierte allen Bürgerinnen und Bürgern herzlich zum 750-jährigen Bestehen von Ahrbrück. Auch Bürgermeister Achim Haag gratulierte für die Verbandsgemeinde Altenahr und verglich die Gemeinde mit einem Baum, der heranwächst und Früchte trägt, so auch in der Gemeinde, wo Menschen ihre Heimat gefunden haben, zusammenleben und alle gemeinsam anpacken. Hier werden nicht nur Feste gefeiert, hier wird auch Gemeinschaft gelebt, so Haag. Seinen Dank drückte Ortsbürgermeister Heribert Seul damit aus, dass es ohne die Mithilfe der Vereine und vieler Bürgerinnen und Bürgern ein solches Jubiläumsfest nicht gegeben hätte. Der Moderator des Abends, Wehrführer Torsten Claesgens, dankte aber auch all den Sponsoren, der Kreissparkasse Ahrweiler und Volksbank RheinAhrEifel sowie den Gewerbetreibenden, die mit ihrer Unterstützung dem Fest den Rahmen gaben. Im wunderschönen Bühnenbild im Festzelt hatte Walter Radermacher die Katharinen-Kapelle und die Rochus-Kapelle kunstvoll ins rechte Licht gerückt. Grußworte gab es auch von Pastor Volker Dupont, der gerne ein Ahrbrücker sei und mit nun schon 15 Jahren am Ort auch gerne noch länger bleiben möchte, wo er sich beheimatet und wohl fühle. Der evangelische Pfarrer Holger Banse erinnerte daran, dass erst mit der Besiedelung nach dem Krieg die Protestanten in den Ort kamen und sehr bald sogar hier die Auferstehungs-Kapelle gebaut wurde. Musikalisch wurde der Festkommers vom Gemischten Chor Liederkranz Ahrbrück begleitet und Klaus Hippler, der selbst als Flüchtlingskind hier im alten Denn eine neue Heimat gefunden hatte, schilderte eindrucksvoll die Geschichte vom alten Denn und neuen Ahrbrück und das auch mit schmunzelnden Episoden. Wie es im Ort Brück aussah, als die Feldarbeit noch im Vordergrund stand und die einfache Lebensart mit Ackerbau und Viehzucht in der kargen Eifel funktionierte, darüber gab Guido Galle einen geschichtlichen Einblick.
Festmesse in der St. Andreaskirche
Der Sonntag begann mit einer Festmesse in der St. Andreaskirche und dem anschließenden Frühschoppen im Festzelt, bei dem die Blaskapelle Kesseling aufspielte. Die Blasmusiker aus Kesseling sowie das Blasorchester Hönningen waren es dann auch, die am Nachmittag den historischen Festumzug vom alten Denn bis zum Festzelt in Brück am Wendeplatz begleiteten und danach ein gemeinsames Ständchen im Zelt spielten. Angeführt von der Schulleiterin der Denntal-Grundschule Ahrbrück, Andrea Thon-Stein, und der Schulsekretärin Gabi Wagner, züchtig wie es sich damals gehörte in schwarz-weiß und ganz zugeknöpft, folgten rund 60 Schulkinder in Begleitung ihrer „strengen Lehrerinnen“ und verteilten Kräuter und Blümchen an die zahlreichen Festgäste am Wegesrand. Dann rollte die kleine Bimmelbahn heran, voll besetzt mit den Kindern der Kindertagesstätte Wirbelwind Ahrbrück, die aus den Fenstern winkten und während Peter Bläser auf den Spuren der Ahrtalbahn fuhr, begleiteten die Erzieherinnen die Bahn als Schaffner und Zugbegleiter. Die Mitglieder vom Gemischten Chor Ahrbrück erinnerten an die Weinlese in den längst vergessenen Weinbergen, wobei die Burgfräuleins die edlen Tropfen an die Festbesucher ausschenkten. Aber auch die „Kräuterhexen“ ließen ihren Likör probieren, wobei Pastor und Dorfpolizist in Eintracht ihre Räder schoben und da gab es auch immer wieder den Segen, allerdings nur vom Pastor, denn der Regen hatte sich solange zurückgehalten, bis alle im Festzelt im Trockenen saßen. Den Abschluss im historischen Festumzug bildeten die Hönninger Glühköpp mit ihren alten Lanz Bulldog, die mit alten Geräten an die Feldarbeit auf den kargen Äckern erinnerten. Bei Kaffee und selbst gebackenen Kuchen sowie stimmungsvoller Musik des Blasorchesters Hönningen feierten noch alle bis in die Abendstunden 750 Jahre Ahrbrück.
