Jubiläumskonzert des MGV Heimersheim
Furioser Start ins Jubiläumsjahr
Sänger und Solisten brillierten mit Traditionellen und Modernem
Heimersheim. Später Nachmittag am Dreikönigstag in Heimersheim: Es brennt Licht in der weihnachtlich dekorierten St. Mauritius-Pfarrkirche, freie Parkplätze sind Mangelware. Es herrscht andächtige Stille um kurz vor fünf, als die letzten Konzertbesucher ihren Platz eingenommen haben und der Männergesangverein „Cäcilia“ Heimersheim und die weibliche Hälfte der gleichnamigen Chorgemeinschaft auf das Startsignal ihrer Dirigentin Ekaterina Londarenko warten. Dann ist es so weit: Feierliche Orgelklänge und die voluminösen Stimmen der beiden Heimersheimer Chöre erfüllen das gesamte Gotteshaus. Effektvoll auch das Zusammenspiel zwischen dem Männerchor, der zunächst von der Empore aus sang und den Sängerinnen der Chorgemeinschaft, die sich in der gesamten Kirche verteilt hatten. Mit eingebunden waren auch die Konzertbesucher, die mit den Chören im Wechsel sangen. Das Eröffnungslied „Adeste fideles“ von John Reading sollte nur ein Höhepunkt von vielen bleiben.
Unter dem Leitgedanken „Ex Oriente Lux“ - aus dem Osten kommt das Licht - hatte der jubilierende Cäcilia-Männerchor zu einem kirchenmusikalischen Konzert eingeladen - und rund 250 Gäste waren seiner Einladung gefolgt. Unter der Gesamtleitung von Diplom Chorleiterin Ekaterina Londarenko nahm der Männergesangverein „Cäcilia“ Heimersheim, der mit diesem Konzert die Reihe seiner Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2013 eröffnete, mit Verstärkung durch die Chorgemeinschaft „Cäcilia“ Heimersheim das Publikum mit auf eine Reise in die reizvolle Welt der Chormusik. Neuzeitliche Weisen erklangen ebenso wie traditionelle Musikwerke zur Weihnacht. Ob in Latein, Dänisch, Hebräisch, Englisch oder in der Muttersprache Deutsch - die Sängerinnen und Sänger meisterten jede musikalische Herausforderung mit Bravour. Die mitwirkenden Solisten spielten Klavier, Flöte, Harfe und Gitarre in besonders einfühlsamer Weise, womit Gänsehautmomente vorprogrammiert waren. In einer Doppelfunktion als routinierter Moderator und Basssolist wusste Robert Görres von sich zu überzeugen und machte gleich zu Beginn deutlich: „Durch Stücke in verschiedenen Sprachen wollen wir uns weltoffen präsentieren.“ Besonders bei Dänisch und Hebräisch solle man hingegen nachsichtig sein, sofern etwas daneben gehen sollte. Dass dennoch alles reibungslos über die Bühne ging, war nicht zuletzt der unbändigen Probendisziplin der beiden Chöre zu verdanken. In zahlreichen Extraprobenstunden haben sie ihr Gesangsportfolio stets perfektioniert, Abläufe akribisch einstudiert und die passende Inszenierung ausgedacht. Und so begeisterte das eineinhalbstündige Konzert auf ganzer Linie: Nach „Transeamus usque Bethlehem“ von Joseph Schnabel und „Forunderligt at sige“ des dänischen Komponisten Carl Nielsen bildeten die Pianistin Anna Sigalowa und Siegfried Müller an der Querflöte eine musikalisch anmutige Symbiose zu Phillippe Gauberts „Madrigal“. In himmlische Sphären entführte Dorothea Bach mit ihrem einfühlsamen Harfenspiel, bevor Sopranistin Silke Schumacher bei Bernsteins „Chichester Psamls“ im Zusammenspiel mit der Chorgemeinschaft wohlgemerkt auf Hebräisch einmal mehr hervorstach. Das gefiel auch Stadtbürgermeister Guido Orthen und Gattin Anne Nübel-Orthen. Weihnachtlich wurde es mit „O holy Night“ von Adolph Charles Adam, gekonnt interpretiert von Gesangsvirtuose Robert Görres. Neuzeitliche Werke von John Rutter, gegenwärtig wohl der bedeutendste und populärste Komponist von Chor- und Kirchenmusik, ließen die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft erklingen. Die erfahrene Dirigentin Ekaterina Londarenko bewies dabei Multifunktionalität und ihr großes musikalisches Talent. Sie dirigierte, begleitete am Klavier und brillierte gelegentlich selbst mit Gesangseinlagen, dass einem nur noch das Staunen übrig blieb. Zum Abschluss sangen alle gemeinsam „Stille Nacht“, während Martha Krieger mit der Gitarre begleitete und Basssolist Robert Görres samt Chöre musikalisch belegte: „In deinen Händen liegt die Zeit“.
Zum Dank für ein tolles Konzert gab es Blumen für Dirigentin Ekaterina Londarenko und die Gesangs- und Instrumentalsolisten, zudem reichlich anerkennenden Applaus mit Standing Ovations für alle Mitwirkenden seitens des Publikums. Der Erlös kommt im Übrigen der Pfarrgemeinde St. Mauritius zugute und ist für die weitere Renovierung des historischen Teils der Pfarrkirche bestimmt. Zu den weiteren Aktivitäten im Jubiläumsjahr gehören neben einem großen Chorfamilienabend samt Festkommers und Ehrungen anlässlich des traditionellen Cäcilienfestes am 23. November auch zahlreiche weitere Auftritte und Aktionen. Bis dahin heißt es vorerst weiterhin: Proben, planen und vorbereiten für die Sänger des MGV. RERE
Die Besucher des hervorragend besuchten Jubiläumskonzertes wurden mit in den Chorgesang einbezogen.
