80 Flüchtlinge erlebten Prominenten-Fußballspiel
Große Augen und herzliche Begrüßungen
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wer das Gelände des Apollinarisstadions betrat, der merkte: Hier ist etwas anders.
Da liefen ausländische Kinder und Jugendliche in kleinen Gruppen herum, hielten sich unsicher an den Händen oder kamen tapfer mit verschränkten Armen daher. Es waren Flüchtlinge, die gerade erst in Deutschland angekommen waren. Sie leben zurzeit in der AKNZ, der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Ahrweiler.
Mit großen Augen sahen sie sich um, beobachteten voller Interesse alles, was da um sie herum passierte. Und sie taten etwas, was hierzulande eher die Ausnahme geworden ist: Sie grüßten die entgegenkommenden Sportfreunde mit einem offenen Lächeln, einem dankbaren Blick und einer ungewohnten Freundlichkeit. Diese Freundlichkeit war allen Deutschen an den Neu-Nachbarn gleich aufgefallen.
„Wir haben spontan die 80 Flüchtlinge der AKNZ eingeladen, und sie fühlen sich hier wohl, wie jeder merken kann“, sagte KSK-Vorstand Dieter Zimmermann bei der Begrüßung. Das Spiel der Alt-Internationalen der Lotto-Elf gegen die Ü40 des ABC bot aber auch beste Kurzweil. Dass hinter dem Schicksal der Flüchtlinge aber auch starke Ängste existieren, hatte die Kreissparkasse erlebt, als sie mit einem großen Bus die AKNZ-Gäste zum Apollinarisstadion abholen wollte.
Viele weigerten sich, den Bus zu besteigen. Schließlich hatten sie gehört, dass in anderen Ländern Flüchtlinge mit Bussen und Bahnen zurück in ihre früheren Heimatländer gebracht werden sollten. Jetzt nach mühsamen Tagen oder sogar Wochen gut in Ahrweiler angekommen und gastfreundlich aufgenommen, wollten sie auf keinen Fall wieder zurück. Erst als ein Dolmetscher den Flüchtlingen glaubhaft versichern konnte, es gehe zu einem sportlichen Ereignis und der Bus bringe alle anschließend auch wieder in die Unterkunft, ließen sie sich zum Stadion bringen. Dort hatten die Mädchen besonders viel Spaß und trainierten sofort beim Cheerleader-Kursus mit, die Jungs brauchten natürlich nur einen Ball, um gleich loszurennen. Wie sehr Sport eine schnelle Brücke sein kann zwischen Menschen, die sich sprachlich nicht verstehen, bewiesen diese Jungs eindrucksvoll. Sie verstanden nicht, was die Mannschaftskameraden ihnen da zuriefen, aber sie bekamen den Pass und schossen das Tor.
