Von Ehrenwall’sche Klinik verabschiedete Chefärztin Dr. Susanne Smolenski
Große Worte für eine große Frau
Ahrweiler. Große Worte von großen Frauen für eine große Frau: Die Mitarbeiter und Kollegen der Dr. von Ehrenwall’schen Klinik an der Ahrweiler Stadtmauer verabschiedeten mit einer bewegenden und liebevoll gestalteten Feier Chefärztin Dr. Susanna Smolenski in den Ruhestand.
Die beliebte Medizinerin und Begründerin der Traumaambulanz an der Klinik nahm sichtlich gerührt die vielen Geschenke und netten Ideen zum Abschied auf, besonders überrascht war sie von einem Ständchen der früheren Kollegen und einer großen Tapeten-Rolle, auf denen besagte „große Worte“ aufgeschrieben waren. „Da werde ich lange dran zu lesen haben und einen besonderen Platz im Haus dafür suchen“, bedankte sie sich. Die Laudatio hielt der Ärtzliche Leiter und Geschäftsführer der Klinik, zugleich ihr Ehemann: Dr. Christoph Smolenski. Er ließ noch einmal das erfolgreiche Wirken seiner Frau Revue passieren, berichtete von sehr schönen Zeiten, aber auch von Zeiten, in denen sie sich nach der Decke strecken mussten, um Arbeit und Familie so erfolgreich zu meistern.
Bereits zwei Wochen zuvor hatte es eine offizielle Verabschiedung mit vielen Freunden und Wegbegleitern in der Klinik gegeben. Nun war es am Team, der Kollegin und Chefin alles Gute für den neuen Lebensabschnitt zu wünschen. Und natürlich zu danken, denn gerade auf die Ausbildung der jungen Mitarbeiter hatte die Chefärztin immer großen Wert gelegt. Aber auch das Gesellige hatte Dr. Susanne Smolenski stets im Auge, wie ihr Mann mit Fotos belegte, die im Publikum für große Erheiterung sorgten. Tanz und Feiern habe sie über der Arbeit nie vergessen.
Der 35-jährige berufliche Weg war zielgerichtet, die aus der Schweiz stammende Medizinerin hatte bei hochkarätigen Spezialisten gelernt. „Nun darf ich Ihnen die drei wichtigsten Männer von Frau Dr. Smolenski vorstellen - ich meine natürlich ihre akademischen Lehrer: Professor Marco Mumenthaler, Ordinarius für Neurologie am Inselspital Bern, hier lernte sie Klinikleitung kennen. Professor Alfons Jochheim, Chef des Rehabilitationszentrums der Universität Köln, lehrte sie eine ausgesprochen phantasievolle, ideenreiche und kreative neuropsychiatrische Rehabilitation. Seine Menschenliebe, seine integrative Menschenführung und sein Humor prägten ihren rehabilitations- und teambetonten Ansatz. Professor Gerd Huber, Primus Inter Pares der deutschen Psychiatrie und Psychopathologie, vermittelte ihr fundierte Kenntnisse ihres Fachgebietes“, nannte Dr. Christoph Smolenski wichtige Wegbegleiter. Mit der Einführung der Traumtherapie hatte sie in der Ehrenwall’schen Klinik ein neues Kapitel aufgeschlagen, das den Ruf des Hauses weit über die Grenzen der Stadt hinaus erhöhte.
Breites ehrenamtliches Engagement neben dem Beruf
Die Chefärztin der Abteilung für Psychiatrie und psychiatrische Rehabilitation sowie der Traumaambulanz war auch zuständig für Supervision und Fortbildung. Trotz dieser beruflichen Belastungen engagierte sich Dr. Susanna Smolenski ehrenamtlich, wird einige ihrer Aufgaben weiter erfüllen. So war sie Mitglied des Runden Tisches „Keine Gewalt gegen Frauen“, organisierte unter anderem ein Care-Team, das sie auch ausbildete, zum Teil mit Erika Sander. Sie arbeitete im Arbeitskreis „häusliche Gewalt“ und engagierte sich stark für die Vernetzung mit niedergelassenen Ärzten. Im Frauenforum stand sie zur Verfügung, teilweise als zweite Vorsitzende. Sie übernahm vor einigen Jahren die Schirmherrschaft des Fördervereins Frauenhaus e.V. „Frauen für Frauen e.V.“, engagierte sich in Ahrweiler als Gründungsmitglied und Vorsitzende des Fördervereins für Archäologie und Museumskultur. Sie hielt zahlreiche Vorträge im Bündnis gegen Depression, für Feuerwehr, Polizei, katholische Frauen und das Bündnis für NS-Verfolgte. Für die Bezirksärztekammer Koblenz arbeite sie als Prüferin und vertrat ihre Fachrichtung im Fachausschuss Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Landesärztekammer in Koblenz.
Dr. Susanna Smolenski hat die Klinik entscheidend mitgeprägt, darüber waren sich die Kollegen einig. Sie habe sowohl medizinisch als auch persönlich tiefe Spuren hinterlassen. Dieses Lob und die fühlbare Herzlichkeit beim Abschied gab die Chefärztin, jetzt Ex-Chefärztin, gerne weiter: „Sie alle haben es mir ermöglicht, hier so erfolgreich zu wirken. Wir haben im Team gemeinsam viel erreicht, machen Sie bitte weiter so.“ Und wie sieht der Ruhestand einer so agilen und fleißigen Frau aus? „Ich freue mich auf diese Zeit, habe noch so viel vor und Wünsche, die ich mir jetzt erfüllen kann. Langweilig wird es mir mit Sicherheit nicht.“
