In Zukunft werde es Hochwasser in Gimmigen und Heppingen wohl nicht mehr geben
Hochwasserrückhaltebecken eingeweiht
Land übernimmt 80 Prozent der Gesamtkosten in Höhe von 3,4 Millionen Euro
Gimmigen. Das Hochwasserrückhaltebecken oberhalb von Gimmigen ist nun offiziell in Betrieb genommen worden. Staatssekretär Thomas Griese vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium sprach in diesem Zusammenhang von einem „Anlass zum Feiern und sich zu besinnen, was wir im Bereich Hochwasserschutz alles machen und wie wir es tun.“ Der Hochwasserschutz sei eine Aufgabe, die man flächendeckend in Angriff nehmen müsse, und das nicht nur entlang der großen Flüsse. Das habe das jüngste Unwetter im Juni diesen Jahres gezeigt.
„Wir müssen damit rechnen, dass angesichts des fortschreitenden Klimawandels Starkregen Ereignisse viel öfter auftreten werden als früher“, war der Staatssekretär überzeugt. Dagegen müsse man etwas tun. „Wir können uns nicht zurücklehnen und glauben, dass das Schlimmste hinter uns liegt“, so Griese. Den Hochwasserschutz müsse man wieder konsequent betreiben, nachdem in der Vergangenheit vielleicht zu nachlässig mit den natürlichen Retentionsräumen umgegangen worden sei. „Flüsse und Bäche brauchen nun einmal Raum für hohe Wasserstände, deshalb müssen wir Stück für Stück wieder Retentionsräume schaffen.“ Angesichts dessen, was noch zu tun sei, sei dies allerdings eine Generationenaufgabe, die nicht in wenigen Jahren gelöst werden könne. Doch vor allem müsse man, auch angesichts der hohen Kosten, bedenken: „Hochwasserschutz ist letztlich Menschenschutz.“
Feuertaufe bereits bestanden
Auch Bad Neuenahrs Bürgermeister Guido Orthen gab seine Erleichterung Ausdruck, denn schließlich hatte das Becken bereits seine Feuertaufe während des Hochwassers vom 20. Juni mit Bravour bestanden. Damals war das 180.000 Kubikmeter fassende Becken immerhin zu rund 42 Prozent mit Wasser gefüllt und verhinderte so das erneute überfluten der darunter liegenden Ortsteile der Kreisstadt. „Hätte das Becken zu diesem Zeitpunkt noch nicht funktioniert - Gimmigen und Heppingen wären untergegangen“, fürchtet der Bürgermeister. Doch in Zukunft werde es Hochwasser in Gimmigen und Heppingen wohl nicht mehr geben.
Insgesamt kostete das Hochwasserrückhaltebecken die stolze Summe von 3,4 Millionen Euro, wovon das Land 2,65 Millionen Euro oder 80 Prozent übernimmt. Ein wesentlicher Grund hierfür ist es, dass diese Maßnahme Teil einer gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit mit der Gemeinde Grafschaft ist, die hervorragend funktioniere. Gemeinsam kümmere man sich um den Hochwasserschutz entlang des Leimersdorfer Baches, der durch beide Kommunen fließt, so Orthen.
Harmonisch in die Landschaft eingefügt
Erfreulicherweise füge sich das Hochwasserrückhaltebecken mitsamt seiner Deichanlage überaus harmonisch in die Landschaft ein, was man vorher stark bezweifelt habe. Vor einigen Jahren war das noch anders: Damals hatten die bergab strömenden Wassermassen in Gimmigen und Heppingen für zerstörte Brücken, unterspülte Straßenabschnitte, Verschlammungen und teilweise angehobenen Asphalt gesorgt.
Das Hochwasserbecken in Gimmigen ist eines von dreien, die zusammen 390.000 Kubikmeter Fassungsvermögen besitzen. Oberhalb von Bengen steht ein Becken bereits, in Nierendorf soll so schnell wie möglich das dritte gebaut werden, voraussichtlich 2016. Auch für diese Maßnahme sagte das Land bereits tatkräftige Unterstützung zu. Staatssekretär Griese: „Wir werden weiter Vorsorge treffen.“ Auch hier sollen wieder 80 Prozent der Kosten übernommen werden. Wie notwendig ein Hochwasserschutz gerade auch für Nierendorf ist, war im Juni erneut deutlich geworden, als der ansonsten kleine Leimersdorfer Bach und die starken Regenfälle als Folge einer heftigen Gewitterkatastrophe für dramatische Überflutungen und unter Wasser stehende Keller gesorgt hatten. Die Schäden gingen in die Hunderttausende Euro.
Die Gäste freuen sich über den neuen Hochwasserschutz.
