Die Sportteufelchen jagten Läufer und Walker durch Wald und Weinberge
Höllentour machte ihrem Namen alle Ehre
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Pünktlich zum Start des ersten Laufs erschien die Sonne und belohnte die Sportteufelchen für die vielen Vorbereitungen. Bereits zum 14. Mal organisierte der kleine Verein eine Veranstaltung, die mittlerweile weit über die Region bekannt ist. Um 10 Uhr startete der Firmenlauf, den das „Running Team Edeka“ auch in diesem Jahr mit einem tollen Ergebnis gewinnen konnte. Die Läufer dieser Mannschaft belegten den ersten, zweiten und vierten Platz und sicherten sich damit einen großen Vorsprung. Platz zwei und drei errangen das Deutsche Rote Kreuz und die Kreisverwaltung Ahrweiler. Die größte Gruppe hingegen stellte beim Firmenlauf das Finanzamt Ahrweiler mit 14 Teilnehmern.
Um 11 Uhr gingen die Sportler an den Start, die sich auf die Höllentour wagten. Die Höllentour macht ihrem Namen alle Ehre, denn mit 21 Kilometern war sie nicht nur lang, sondern mit ihren 600 Höhenmetern auch sehr anspruchsvoll. Besonders die erste Steigung hatte es in sich, sodass sich mancher Läufer schon am ersten Verpflegungsstand mit Wasser, Rotwein oder etwas Süßem stärken musste. Die schnellsten Läufer verzichteten allerdings auf eine lange Pause. Sie rasten wie vom Teufel gejagt über die Strecke. So kam der Erste nach 1:30 Stunden ins Ziel.
Die meisten Sportler gingen beim anschließenden Zehn-Kilometer-Lauf an den Start. Auch diese Strecke hatte einige Höhenmeter aufzuweisen, was durch den teils wunderschönen Ausblick auf Ahr und Weinberge schnell vergessen werden konnte. Für Anfänger oder diejenigen, die es ruhig angehen lassen wollten, wurde eine Fünf-Kilometer-Strecke angeboten. Diese führte entlang der Ahr, und auch hier musste niemand auf Rotwein oder Wasser verzichten. Es wurden nicht nur die Schnellsten gefeiert, sondern jeder, der ins Ziel gekommen ist.
Mit den Ehrungen wurde ebenfalls gewartet, bis alle zurück waren. Schließlich stand der Spaß im Vordergrund und nicht die Leistung. An den Verpflegungsständen war so auch noch Zeit sich auszuruhen, etwas zu trinken oder mit den Teufeln oder anderen Sportlern zu quatschen. „So mancher Läufer oder Walker bekam allerdings die Peitsche zu spüren“, berichtete Jutta Büsscher mit einem Augenzwinkern. Der letzte Verpflegungsstand war wirklich teuflisch ausgerüstet.
Geehrt wurden nicht die Schnellsten, es standen andere „Leistungen“ im Vordergrund. So bekam zum Beispiel die größte Gruppe, die wieder einmal aus Blaesweiler stammte und mit 40 Personen angereist war, einen Preis. Die weiteste Anreise hatte das Ehepaar Hinze aus der Altmark.
Eine besondere Freude war es Udo Oelke, den Nachwuchs zu ehren. So nahmen am Fünf-Kilometer-Lauf eine Sechs-, eine Acht- und zwei Neunjährige teil. Mia Zerwas und Clemens Carnott
zeigten hinterher stolz auf ihrer Uhr, dass sie nur 26 Minuten gebraucht hatten.
Der älteste Teilnehmer war stolze 87 Jahre und kletterte auf die Bühne wie ein junger Kerl. „Das nenne ich eine große Leistung, in einem solchen Alter noch so fit zu sein“, meinte Renate Harder, die dem Sportler seinen Preis überreichen durfte. Die restlichen Preise wurden auch in diesem Jahr verlost. So hatte jeder die Chance, etwas zu gewinnen.
Das gemütliche Zusammensitzen nach der sportlichen Anstrengung kam auch diesmal nicht zu kurz. Bei Kaffee, Kuchen, Kartoffelsuppe, Brötchen und Wein konnten sich die Sportler stärken und gegenseitig austauschen. Hierbei sind schon so einige Freundschaften oder Trainingsgemeinschaften entstanden.
Ein besonderes Highlight war die Präsentation des Teufels-Raps, ein Song, den das Teufelchen Jutta Büsscher getextet und gemeinsam mit Regina Hupperich und Gerhard Roth im Tonstudio aufgenommen hat.
Viele Teilnehmer bedankten sich hinterher bei den Helfern, die die Sportler rundum betreuten. Die Sportteufelchen gaben sich aber auch alle Mühe. „Es ist eine wahnsinnig große Leistung für so einen kleinen Verein, eine solche Veranstaltung auf die Bühne zu stellen. Niemand kann sich vorstellen, wie viele Helfer benötigt werden und an was alles gedacht werden muss“, erklärte Uschi Oelke hinterher. „Aber die Resonanz der Sportler ist die Mühe wert.“
