Allgemeine Berichte | 18.12.2015, 09:14 Uhr

Aktiengesellschaft Bad Neuenahr ist ohne Vorstand

Insolvenzverwalter entlässt Reinicke

Sofortige Freistellung soll juristisch überprüft werden

Der Vorstand der Aktiengesellschaft, Christoph Reinicke, wurdevom Insolvenzverwalter von seinen Aufgaben entbundenSchwarz

Bad Neuenahr. Die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr, seit 1. Dezember in der Insolvenz im Regelverfahren, hat keinen Vorstand mehr. Insolvenzverwalter Jens Lieser (Koblenz) hat den bisherigen Alleinvorstand Christoph Reinicke zum 15. Dezember freigestellt. Diese weitreichende Entscheidung teilte er in dürren Worten mit: „Der Gläubigerausschuss hat beschlossen, Herrn Reinicke ab sofort als Vorstand der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr freizustellen.“ Als Insolvenzverwalter sei er diesem Votum des Gläubigerausschusses gefolgt, dessen Beschlüsse er nicht kommentieren wolle. Allerdings war Reinickes Vertrag vom Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft erst vor wenigen Monaten um fünf Jahre verlängert worden. Der 60-jährige gebürtige Kieler sieht sich daher weiterhin als Organ der Aktiengesellschaft und will die Kündigung juristisch prüfen lassen. Er sei der Ansicht, ein Gläubigerausschuss könne einen Vorstand gar nicht entlassen. Auch das gleichzeitig ausgesprochene Hausverbot will Reinicke auf den Prüfstand stellen lassen, zunächst aber akzeptieren, bis ein Richter eventuell eine andere Entscheidung treffe. In der AG-eigenen Dienstwohnung in der Villa Sibilla, die er ebenfalls räumen soll, will er hingegen zunächst wohnen bleiben.

Aufsichtsrat fühlt sich übergangen

Reinicke arbeitete bis 1993 für die Kaufhalle AG in Köln, unter anderem als Personaldirektor und als Vorstandsvorsitzender der firmeneigenen Betriebskrankenkasse. Ab 1994 war er selbstständiger Unternehmensberater mit dem Schwerpunkt Gesundheits-, Qualitäts- und Personalmanagement. Mitte 2013 fing er in Bad Neuenahr nach dem plötzlichen Ausscheiden von Dr. Hans-Ulrich Tappe zunächst als Berater der Aktiengesellschaft an und avancierte am 1. Mai 2014 als Nachfolger von Gert Zimmermann zum Alleinvorstand. Im 150. Jahr des Bestehens der Aktiengesellschaft musste Reinicke am 28. August die Insolvenz beantragen, die zunächst in Eigenverantwortung geführt wurde. Der Aufsichtsratsvorsitzende Professor Otto Adelberger gab sich von der Entlassung des Vorstandes überrascht und ließ mitteilen, aktienrechtlich sei eigentlich der Aufsichtsrat für Entlassungen von Vorständen zuständig. Daher prüfe er nun zunächst einmal, ob diese Entscheidung des Insolvenzverwalters im Rahmen des Insolvenzrechts überhaupt statthaft sei, erst danach wolle er sich zu dem Vorgang äußern.

Stadtverwaltung lobt die Entscheidung als konsequent

Die Stadtverwaltung teilte auf Anfrage mit: „Die Entscheidung, die der Gläubigerausschuss und der Insolvenzverwalter jetzt getroffen haben, ist nur konsequent. Im Übrigen hat sich unsere Annahme bestätigt, dass Jens Lieser als bestellter Insolvenzverwalter die aktuellen Herausforderungen schnell erkannt hat. Die Stadt wird, soweit dies erforderlich ist, den jetzt eingeschlagenen Weg des Insolvenzverfahrens in kooperativer Weise begleiten.“

Der Vorstand der Aktiengesellschaft, Christoph Reinicke, wurde vom Insolvenzverwalter von seinen Aufgaben entbundenFoto: Schwarz

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Wir helfen im Trauerfall
Dauerauftrag 2026
50 Jahre Altstadtfest Meckenheim
Kooperation Klangwelle 2026
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
105

Die zweite Septemberwoche bringt Bewegung in festgefahrene Situationen und sorgt bei vielen Sternzeichen für Momente, in denen Entscheidungen nicht länger aufgeschoben werden können. Zwischen beruflichem Ehrgeiz, privaten Bedürfnissen und dem Wunsch nach mehr Ausgeglichenheit entsteht eine interessante Mischung: Manche Vorhaben nehmen endlich Fahrt auf, während andere zunächst einen Umweg verlangen.

Weiterlesen

DRK-Kreisverbandspräsident Achim Haag (li.), der Bürgermeister der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler Pascal Rowald (2.v.li), Christina Steinhausen, Kreisbeigeordnete des Landkreises Ahrweiler (2.v.re) und Manuel González, Vorstand des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz (re.) gratulierten Michael Assenmacher, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Bad Neuenahr-Ahrweiler, und seinem Team zum 155-jährigen Jubiläum.
33

Kreis Ahrweiler. Seit 155 Jahren engagieren sich Ehrenamtliche im DRK-Ortsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. zum Wohle der Gemeinschaft. 1871 wie auch heute zählt vor allem eines: da zu sein, wenn Menschen Hilfe benötigen. Wegen der Corona-Pandemie und der Flut konnte das 150-jährige Jubiläum nicht gefeiert werden und so wurde am 29. August dieses langjährige Engagement bei einem Festakt anlässlich des 155-jährigen Bestehens des Ortsvereins gewürdigt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor.Foto: St. Nikolaus-Stiftshospital/Holger Lindner
88

Rheinland-Pfalz bestätigt breites medizinisches Leistungsspektrum und stärkt das St. Nikolaus-Stiftshospital als wichtigen Standort

Krankenhaus Andernach geht gestärkt aus neuer Leistungsgruppenzuteilung hervor

Andernach. Das St. Nikolaus-Stiftshospital geht mit gestärkter Position aus der neuen Krankenhausplanung des Landes Rheinland-Pfalz hervor. Durch die zugewiesenen Leistungsgruppen werden rund 99,5 Prozent des bisherigen Leistungsspektrums vollständig abgebildet. Das Krankenhaus sowie der Träger, die Stiftung St. Nikolaus-Stiftshospital Andernach, sehen darin die hohe medizinische Qualität und breite Expertise des Hauses bestätigt.

Weiterlesen