Nachruf
KG Närrische Landskroner trauert um Jürgen Scholl
Die Funken Rot-Weiß Heimersheim haben einen treuen Freund verloren
Heimersheim. Während die Närrischen Landskroner den Endspurt der Session 2013/2014 feierten, machte in Heimersheim eine traurige Meldung die Runde, Jürgen Scholl ist verstorben. Obwohl „ihr Jogi“, so nannten ihn liebevoll die Funken, schon länger krank war, sich aber immer wieder „aufrappelte“ wie seine Freunde berichten, bedeutete die Todesnachricht ein Schock für alle Karnevalisten. Silvester 2013/2014 feierte das Funkencorps Rot-Weiß Heimersheim im Rahmen einer Silvestergala sein 60-jähriges Bestehen.
Hier wollte Jogi Scholl dabei sein, denn 33 Jahre von den 60 Jahren Rot-Weiß war er einer der Aktivsten dieser stolzen Truppe. Mit seiner Familie und seinen Freunden erlebte er eine tolle Jubiläumsshow. Es war seine letzte Feier bei und mit seinen Freunden und langjährigen Mitstreitern. Er war ein Funke mit Leib und Seele. 1976 tanzte er zum ersten Mal mit großer Begeisterung in der Reihe. Bis 1990 zeigte er hier vollen Einsatz, sogar bis aufs Blut. Funkenoberst Jürgen Schumacher erzählt: „Einmal hatte Jogis Tanzpartnerin ihren Absatz am Funkenstiefel verloren. Bei einer Hebefigur verletzte sie Jogi mit den blanken Nägeln am Oberschenkel. Seine weiße Hose färbte sich tiefrot. Aber er verzog keine Miene und tanzte bei blutender Wunde tapfer weiter.“ So war er halt - ein Rot-Weißer mit ganzem Herzen. Nach einer Auszeit als Aktiver wechselte er 1996 in das Offiziers- und Begleitcorps. Er war pflichtbewusst und zuverlässig. Es gab keinen Auftritt und keinen Termin der Uniformierten, den er nicht wahrnahm. Schon fast selbstverständlich, dass er zum Funkenoberst und Mitglied im Funkenstab befördert wurde. Aber auch hinter den Kulissen hat Jogi Scholl keine Arbeit gescheut. Er war ein „Anpacker“. Ob Vorbereitungen für den Karneval oder Einsatz vor und an den Weinfesten, egal was für das Funkencorps getan werden musste, er war da und packte an. Seine Einsatzfreudigkeit wurde nicht nur bei dem Funkencorps geschätzt, die gesamten Närrischen Landskroner wussten, was sie an Jürgen Scholl hatten. So wurde er 2009 mit dem Verdienstorden der KG ausgezeichnet. Eine Anerkennung, die nur selten und nur an Personen mit langjährigem überdurchschnittlichem Einsatz für die KG ausgesprochen wird. Die Heimersheimer Vereine unterstütze er ebenfalls, wo er konnte. Durch seine Präsenz auf den Heimatfesten zeigte er die enge Verbundenheit zu seinem geliebten „ Heimesche“. Hier begegnete man Jürgen Scholl immer als freundlichem und gut gelauntem Mitbürger. Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, auch außerhalb der KG, zeichneten ihn aus. Wer mit ihm arbeitete und feierte, konnten über seine spontanen Einfälle oft schmunzeln.
Für einen Schabernack war er stets zu haben. Seine Liebe und Leidenschaft für den Heimesche Fastelovend krönte er 1999 als erster Prinz aus den Reihen des Funkencorps. Mit der Proklamation als Prinz Jürgen I. ging für ihn ein Traum in Erfüllung. Ein Topereignis für ihn und „seine“ Funken. Ganz Heimersheim stand in der Session 1999/2000 hinter dem sympathischen närrischen Herrscher. Seine Frau Andrea und seine Töchter Pia und Nicole freuten sich mit ihm. Seinen Prinzenwagen hat er am Sessionsende nicht vermarktet, sondern dem Funkencorps Rot-Weiß „vererbt“. Noch immer freuen sich die Funken über diese Geste und das großzügige Geschenk, mit dem sie seit dem Jahre 2001 jeden „Heimesche Zuch“ bis heute eindrucksvoll bereichern. Seine beiden Töchter Pia und Nicole repräsentierten als Weinköniginnen ihren Heimatort. Pia I. war 2006/2007 und Nicole 2011/2012 Weinkönigin in Heimersheim. Jürgen Scholl engagierte sich mit Herzblut für seine Töchter und unterstützte sie bei ihren vielfältigen Aufgaben während ihrer Amtszeit mit seinen reichen Erfahrungen aus seiner Prinzenzeit. Seine Familie war wohl sein größtes Hobby.
Zur großen Freude ihres Vaters fühlte sich Tochter Pia zu den Funken hingezogen, tanzte dort und wurde Funkenmariechen. Wenn sie auf der Bühne den Mariechentanz vorführte, dann glänzten hier und da seine feuchten Augen - so war Jogi -ein ganz echter rot-weißer Funke bei den Närrischen Landskronern. An Jürgen Scholl wird man sich in Heimersheim noch lange erinnern. Er bleibt bei seinem Funkencorps Rot-Weiß und der gesamten KG Närrische Landskroner unvergessen. Leve Jogi maach et joot, et wor verdammt schwer ohne dech. Trotz Fastenzeit, e letztes Mool op dech Dreimool „Heimesche Alaaf“.
Karnevalsgesellschaft
Närrische Landskroner
Heimersheim, allen voran das
Funkencorps
Rot-Weiß Heimersheim
