Konstruktiv Kritik dient einer sinnvollen Stadtentwicklung
Anmerkung zum Leserbrief von Georg Schaab „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind“ im Blick aktuell
„... mitnegativen Beiträgen wurde noch nie auch nur eine Hundehütte erstellt.“. Diese Aussage ist korrekt. Aber mit Kritik an den Sorgen und Nöte vieler Einwohner auch nicht. Konstruktive Beiträge zur Stadtentwicklung sind gefordert. Der Beitrag von Herrn Schaab aus Bachem stellt zu Recht heraus, das Stadterneuerung sein muss. Denn sonst wird beispielsweise aus dem Ahrweiler Mauerring und der Innenstadt bald ein großes Freilichtmuseum „á la Kommern“.
Das kann niemand ernsthaft wollen. Auch nicht die BI „Unsere lebenswerte Stadt“. Die argumentiert sachlich fundiert mit Blick auf die Historie und auch dem, was Besucher so an Ahrweiler schätzen. Historische Gebäude und Plätze wie der Blankhardtshof genau so wie historische Gebäude im Stile des Historismus. Wohl kaum jemand käme auf den Gedanken das 1905 im Stile des Neobarock errichtete Kurhaus durch ein modernes Zweckgebäude zu ersetzen. Und erst recht sollte man dies nicht in den von Besuchern und Touristen geschätzten Stadtansichten von Ahrweiler tun. Moderne Zweckgebäude, wie man sie in den Innenstädten von Bonn und Köln findet, sollten im historischen Stadtkern mit Umsicht platziert sein. Ich schätze die Arbeit der BI „Unsere lebenswerte Stadt“ die nicht kritisiert, jedoch den Finger hebt und mahnt. Diese BI steht der sinnvollen Stadtentwicklung nicht im Wege. Die Bebauung der Jakob-Rausch-Str. mit modernen Wohngebäuden, aber auch die Rathausstraße wurde nicht angemahnt. Kritik dürfte meines Erachtens aber an dem geäußert werden, was aus dem Neubau Niederhutstr. 39 (ehem. Möbel Herbrand) wurde. Wenn es stimmt, dass damals bei der „kommenden Maßnahme“ der Bebauungsplan Niederhut und die Gestaltungssatzung für den Stadtteil Ahrweiler berücksichtigt wurde, dann sehe ich mit Sorge die mögliche Genehmigung weiterer Bauprojekte dort. Dass es auch anders geht, zeigt das Haus in der Niederhutstr. 33. Ich kann nur hoffen, dass die „Untere Denkmalpflegebehörde“ solchen Fassaden zukünftig kritischer gegenübersteht. Neubau ja, aber doch nicht so.
Der Fassadengestaltung kommt besondere Bedeutung zu. Kaum vorstellbar, dass das Haus Niederhutstr. 37 (Gaststätte Jägerhof), erbaut im Jahre 1701 durch ein ähnliches Neubauprojekt ersetzt würde. Bitte nicht weiter so. Eine Kritik, die den Finger hebt und aufmerksam macht, ist für mich konstruktiv. Und auch der eingangs erwähnt Beitrag stellt eine Kritik an der Kritik dar. Es zeigt, dass wir Meinungsfreiheit haben. Und das ist gut so. Für die Möglichkeit, weiterhin Leserbriefe zu veröffentlichen danke ich dem Team des „Blick aktuell“. Ich habe keine Eigeninteressen im Blick, wenn ich mit weit geöffneten Augen durch unsere (noch) lebenswerte Stadt gehe.
Matthias Gies
Bad Neuenahr-Ahrweiler
