Ausstellung in Bölingen unterstützt „Ahrweiler Tafel“
Krippenunikate konnten bewundert werden
Bölingen. Bereits zum zweiten Mal fand in Grafschaft-Bölingen am Wochenende vor dem ersten Advent eine große Krippenausstellung statt. Dort präsentierte Rudolf Schell 15 seiner neuen, kunstvoll gestalteten Krippen. Eigentlich entstand das Hobby mehr aus Zufall, als er jedem seiner Kinder eine selbst gebaute Krippe geschenkt hatte. „Mach doch mal ne Ausstellung“, meinten diese begeistert. Und 2011 ging Rudolf Schell für die erste Ausstellung im Jahr 2012 ans Werk. Heute stellt er mit einem verschmitzten Lächeln fest: „Da habe ich Spaß dran gekriegt.“
Väterlich vorbelastet, sein Vater hatte bereits eine Wurzelkrippe gestaltet, entstanden wunderschöne Krippen, in denen sich Maria und Josef und auch Ochs und Esel einfach wohlfühlen müssen. Da hängen Säge und Ackergeräte an den Wänden, ein Lagerfeuer taucht die Szenerie in eine geheimnisvolle Atmosphäre, eine geöffnete, mit Eisen beschlagene Tür gewährt Einblicke in die hell erleuchtete gute Stube, und eine der Bölinger Krippen verfügt sogar über einen Backofen.
Verliebt ins Detail hat Rudolf Schell alle Naturhölzer im Wald gesucht, die Bodenplatten, ebenfalls bei Spaziergängen gefunden, sind aus echtem Stein, das Fachwerk ist echt, und auch das Zubehör wie Futterkrippe und Lagerfeuer hat er selbst gefertigt. 72 Stunden baut Rudolf Schell an jedem Unikat. „Für mich ist das ein Ausgleich zur Büroarbeit“, so der Krippenbauer. Unterstützung bekommt er von seinen Kindern, die die Organisation für die Krippenausstellung vom Internet bis hin zur Bewirtung in die Hand genommen haben.
Zur Krippenausstellung hatte Rudolf Schell außerdem ein Sparschwein für die „Ahrweiler Tafel“ aufgestellt: „Wir wollten etwas für eine gute Sache tun, die den Menschen hier zugute kommt.“ Und da er für seine filigrane Fingerfertigkeit bekannt ist, wurde das Porzellanschwein auch nicht mit dem Hämmerchen, sondern mit einem kleinen Schlüssel geöffnet.
Über 93 Euro hatten sich in seinem Magen gesammelt. Marion Eisler vom Diakonischen Werk und Hans Schlömer von der Steuerungsgruppe der „Ahrweiler Tafel“ nahmen die Spende dankbar entgegen. „Das ist Weihnachten, wenn anderen Menschen geholfen wird“, meinte Marion Eisler, die sich bereits das letzte Wochenende vor dem ersten Advent 2014 in ihren Terminkalender eingetragen hat. Dann nämlich werden in Bölingen wieder Meisterwerke von Rudolf Schell zu sehen und auch zu kaufen sein.
