Jugendbüro Altenahr
Künstlerische Arbeiten zum Thema „Verletzlichkeit“
Ahrweiler. Die präsentierten Arbeiten erstellten junge Menschen aus der Verbandsgemeinde Altenahr Anfang des Jahres im Rahmen des Landesprogramms „Jedem Kind seine Kunst“ und werden sie nun zwei Wochen in der Kreisverwaltung im Rahmen der Öffnungszeiten ausstellen.
Anstoß zu diesem Kunstprojekt war das Thema der Woche der Kinderrechte 2014 „Jedes Kind hat das Recht auf Schutz vor sexuellem Missbrauch“. Ein hochsensibles Thema, indem die Teilnehmer des Projektes Flagge zeigten und die Gefühle künstlerisch zum Ausdruck brachten. Unter Anleitung der drei Künstler aus der Verbandsgemeinde Altenahr Gudrun Näkel, Rainer Hess und Wolfgang Kutzner schufen die zwölf jungen Menschen Bilder mit der Überschrift „Verletzlichkeit“, um auf die Brisanz des Themas aufmerksam zu machen. Die Jugendlichen konnten zwischen zwei ganz verschiedenen Workshops wählen. So schufen Gudrun Näkel und Rainer Hess mit Hilfe fotografischer Mittel eine Vielzahl ungeschminkter Portraits, erinnernd an die Werke von Rembrandt oder Michelangelo. Die schwarz-weiß Portraits bringen Empfindungen wie Schutzlosigkeit, Bedrücktheit und Sensibilität zum Ausdruck und zeigen die Zerbrechlichkeit der Seele, die bei Kindern durch Missbrauch einen irreparablen Schaden anrichtet. Die Jugendlichen um Wolfgang Kutzner schufen in seinem Atelier ein übergroßes Pixelbild auf der Basis eines Portraits von Gottlieb Hellwein. Über zehntausend Farbkästchen und mehrere Arbeitsschritte waren erforderlich, um dem Bild die Tiefe und die Intensität zu verleihen. Die Nähe und die Distanz dieses Kunstobjektes machen den Reiz des Geschaffenen aus. So haben die Künstler ihren Arbeiten jeweils ein Stück von sich gegeben, ein Gesicht im wahrsten Sinne des Wortes. Die Jugendlichen zeigen das eigene Ich und setzten sich bewusst dem Betrachter aus. Dies erfordert Mut und auch die Chance konstruktiv mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Das Thema und somit auch die von den Jugendlichen geschaffenen Werke behalten die Aktualität, gerade im Kontext der vielen Flüchtlingskinder, die auf Schutz vor Missbrauch angewiesen sind und engagierte Zivilcourage braucht. Die Ausstellung ist nun zu Gast in der Kreisverwaltung Ahrweiler, parallel zur diesjährigen Woche der Kinderrechte 2015. Nachdem die Ausstellung schon im Altenahrer Rathaus zu sehen war, wird sie nun, nach der Kreisverwaltung, im Jugendbüro Altenahr ihren weiteren öffentlichen Zugang finden.
