Allgemeine Berichte | 22.09.2015

Kabarettistischer Abend mit Dr. M. Lütz auf dem Calvarienberg

„Lebenslust"

Über Risiken und Nebenwirkungen der Gesundheit

Dr. Manfred Lütz . privat

Ahrweiler. Über 500 Gäste waren am vergangenen Donnerstagabend auf den Calvarienberg gekommen, um Dr. Manfred Lütz zu hören. Die Aula des Gymnasiums war bis auf den letzten Platz besetzt, für die weiteren Besucher wurde der Vortrag in die Aula der Realschule übertragen.

Nach der herzlichen Begrüßung durch Schulleiter Ulrich Schülting stellte sich der Referent zunächst selbst vor. Manfred Lütz ist Psychiater, er ist Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln, katholischer Theologe, Schriftsteller, Kabarettist und Rheinländer, linksrheinisch, wie er ausdrücklich betonte! Sollten hier humorlose Fitnessstudiobesucher sein, könnten sie jetzt noch gehen.

Gesundheit sei heute zum höchsten Gut geworden, zur Religion. Früher habe man das Heil vom Priester erwartet, heute erwarte man es vom Arzt. Aber was ist eigentlich „Gesundheit“? Während die Griechen Gesundheit als Göttergeschenk ansahen, für das man dankbar sein musste, herrsche heute die Auffassung, man müsse etwas tun für seine Gesundheit. Das führe zu solchen asketischen Zumutungen wie: Je schrecklicher etwas schmeckt, desto gesünder ist es. Ganz still wurde es aber im Saal, als der Referent die gesellschaftspolitischen Auswirkungen der in seinen Augen geradezu fundamentalistischen Gesundheitsreligion darstellte. Da Gesundheit das höchste Gut sei, wage niemand, Einschränkungen im Gesundheitswesen zu beschließen. Was aber geschehe mit unheilbar Kranken, wenn die Gesundheitsreligion das Menschbild präge? Steuern wir auf einen Gesundheitsüberwachungsstaat zu? Gesundheit ist ein hohes Gut, aber es ist nicht das höchste Gut. „Mal lecker essen muss erlaubt sein!“ Heute liefen die Menschen Gefahr, um den Tod zu vermeiden, sich das Leben zu nehmen. Dabei bestehe die Lebenskunst darin, Quellen des Glücks zu finden. Nur dadurch, dass der Mensch sterblich ist, wird jeder Moment unwiederholbar wichtig. Lebenslust erfährt man „im Bewusstsein der Unwiederholbarkeit des Moments“.

Nach anhaltendem Applaus konnten die Gäste bei Wein und Brezeln, die von der SV des Gymnasiums angeboten wurden, diesen anregenden Abend ausklingen lassen.

Am nächsten Vormittag kam Dr. Manfred Lütz noch einmal auf den Calvarienberg. Jetzt wandte er sich ausschließlich an die Oberstufenschülerinnen und –schüler, um ihnen Einblicke in sein Werk „Gott – Eine kleine Geschichte des Größten“ zu geben. Denn die Gottesfrage sei die entscheidende Frage. „In allen Debatten geht es letztlich um die Frage ‚Existiert Gott?‘“ Nach dem Vortrag lud er diejenigen, die Interesse hatten, zur Diskussion ein. Über 20 Schüler nahmen das Angebot gerne an, stellten ihre Fragen und es entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch, das augenscheinlich auch dem Referenten Freude machte.

Dr. Manfred Lütz . Foto: privat

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