Allgemeine Berichte | 27.04.2013

Kolping Familie Ahrweiler

Lebensrettende Tipps

Dr. med. Gerhard Kreuter referierte zum Thema Herznotfall

Ahrweiler. Der Vorsitzende der Kolpingfamilie Ahrweiler, Paul Gieler, konnte in der Zehntscheuer der Pfarrei St. Laurentius Dr. med. Gerhard Kreuter und zwei Vertreter der Deutschen Herzstiftungzu einem Vortrag begrüßen, der das Einmaleins des Alltagslebens mitgestaltet und über jedermann Bescheid wissen sollte.

In Deutschland versterben jährlich 80.000 Menschen am plötzlichen Herztod: Das brauchte nicht zu sein, wenn sachgerechte Hilfe durch anwesende Personen sofort erfolgen würde. Das Rote Kreuz, Kreisverband Ahrweiler, bietet dafür regelmäßig Kurse in Erster Hilfe und für lebensrettende Maßnahmen an.

Dr. Kreuter zeigte auf, dass der plötzliche Herztod in der Regel durch Kammerflimmern verursacht ist. Dabei steht das Herz praktisch still und pumpt kein Blut mehr in die Organe des Körpers, insbesondere auch nicht ins Gehirn, der Mensch wird sofort bewusstlos. Ursachen für das Kammerflimmern sind schwere Herzerkrankungen, wie Herzinfarkt, schwere Herzschwäche und bei Jüngeren unerkannte Herzmuskelentzündungen. Mit jeder Minute, in der keine gezielte Hilfe erfolgt, steigt die Sterblichkeit, nach 6 Minuten beträgt sie 70 Prozent, ,nach 10 Minuten praktisch 100.

Sofortige und qualifizierte Hilfe ist unbedingt erforderlich parallel zur Alarmierung des Notarztes-Ruf-Nr. 112:

Freimachen der Atemwege, Herzdruckmassage auf harter Unterlage nach den heute gültigen Regeln, 100-mal pro Minute mit Kompression des Brustbeins 5 cm tief , nach 30 Herzdruckmassagen zwei Atemspenden.

Entscheidend ist die möglichst frühe Defibrillation (Elektroschock) entweder durch den Notarzt oder durch „Helfer vor Ort“ mithilfe eines automatisierten externen Defibrillators (im folgenden AED). Dabei hat das DRK ein mustergültiges Netz in den letzten 10 Jahren in dem Flächenkreis gespannt, 120 geschulte ehrenamtliche Helfer haben Zugriff auf 55 AEDs über den Kreis verteilt. Parallel zum Notarzt wird ein möglichst nahe am Notfallort wohnender „Helfer vor Ort“ alarmiert, der mit Hilfe des AED `s das Kammerflimmern beseitigt, falls der Notarzt noch nicht eingetroffen ist. Der Zeitvorteil der Helfer vor Ort vor Eintreffen des Notarztes war in 54 Prozent der Einsätze über 5 Minuten und somit oft lebensrettend!

Ein AED wiegt 2 kg und kann im Notfall auch vom nicht Geschulten bedient werden: Eine verständliche und klare Sprachsteuerung gibt jeden Schritt vor, was schließlich zum Erfolg führt.

Das Projekt „ Helfer vor Ort - Die Retter aus der Nachbarschaft“ ist durch großzügige Spenden von Banken, Firmen und Privatpersonen ermöglicht worden.

AEDs stehen im Kreis darüber hinaus zum Beispiel auch in großen Betrieben, Schulen und Supermärkten.

Am Schluss demonstrierte Dr. Kreuter die Funktion eines AEDs anhand eines Übungsgerätes des DRK Ahrweiler. Er warb für die Teilnahme an den eingangs erwähnten Kursen und auch für die Unterstützung des vorgestellten vorbildlichen Projekts in unserem Kreis.

Bisher nicht gewusst, sehr informativ und hilfreich war das Resümee der Zuhörerinnen und Zuhörer, die einer plötzlichen, lebensrettenden Situation künftig besser gegenüberstehen.

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