Politik | 22.10.2013

FDP-Grafschaft kritisiert Pläne seit über fünf Jahren

Liberale lehnen Baugebiet weiterhin ab

Die Absurditäten rund um die „Verlängerte Weststraße“ in Esch reißen nicht ab

Bei ihrem jüngsten Info-Stand vor dem Rewe-Markt in Ringen wurden die Grafschafter Liberalen oft auf das geplante Baugebiet „Verlängerte Weststraße“ angesprochen. Wie auch die zahlreichen Bürger können die FDP-Kommunalpolitiker (v.l.) Hartmut Wüst aus Karweiler, Walter Siebenhaar aus Birresdorf, Christina Steinheuer aus Oeverich, Ulrich van Bebber (FDP-Kreisvorsitzender) aus Remagen sowie Fritz-Peter Steinhausen aus der Kreisstadt über die Pläne nur ungläubig den Kopf schütteln.  Privat

Esch. Die Grafschafter Liberalen lehnen das Baugebiet „Verlängerte Weststraße“ in Esch nach wie vor ab. „Seit über fünf Jahren kämpfen wir mit guten Argumenten und Ausdauer, doch die CDU wird dieses Wohngebiet mit ihrer absoluten Mehrheit im Grafschafter Gemeinderat durchsetzen“, zeigt sich die Vorsitzende der FDP-Fraktion im Grafschafter Gemeinderat Christina Steinheuer desillusioniert. Selbst innerhalb der CDU gebe es Gegner des Projekts, doch diese würden unter Druck gesetzt, so der Eindruck der Liberalen. Um diesen Rats- und Ausschussmitgliedern der CDU eine Brücke zu bauen, würde es vielleicht helfen, zu dem Thema „Verlängerte Weststraße“ in Esch künftig eine geheime Abstimmung zu beantragen, so die Oevericher Journalistin. Dazu will sie sich mit den anderen Oppositionsparteien im Grafschafter Rat beraten.

In dieser Angelegenheit habe man schon oft gemeinsam gekämpft. „Wir können seit mehr als fünf Jahren keinen Sinn darin erkennen, in unmittelbarer Nähe zu einem leistungsstarken landwirtschaftlichen Betrieb Wohnhäuser zu planen, die aufgrund ihrer Nähe zum Hof diverse Auflagen und Einschränkungen hinnehmen müssen“, so Hartmut Wüst, der ebenfalls für die Liberalen in den Gemeinderat gewählt wurde. Dass Schlafzimmer und Garagen eine bestimmte Ausrichtung haben sollen und diverse andere Dinge vorgegeben werden, mache deutlich, wie verbissen eine einzelne Partei an einem ihrer Prestigeprojekte festhalte, so Steinheuer kopfschüttelnd. Doch der Irrsinn gehe inzwischen weit über die erwähnten Einschränkungen für künftige Hausbesitzer hinaus und mutiere zur Polit-Posse. So hätten die Planungen zu Beginn des Projekts zunächst 80, später 30 und aktuell bei der jüngsten öffentlichen Planungsvorstellung noch zehn Häuser vorgesehen, wobei immer noch die exakt gleich groß Fläche ausgewiesen werden soll. Das sei unlogisch und lege den Verdacht nahe, dass es nicht um das Schaffen von sinnvoll zu nutzendem Wohnraum gehe, sondern um die Fläche an sich, die von Ackerland in Bauland umgewandelt, eine deutliche Wertsteigerung erfahre.

Erst im Februar dieses Jahres habe die CDU zudem einen durchsichtigen Taschenspieler-Trick angewendet und mit ihrer absoluten Mehrheit Fakten geschaffen, so Wüst. Damals wurde beschlossen, das Baugebiet „Verlängerte Weststraße“ aus einem allgemeinen Wohngebiet in ein Dorfgebiet umzuwidmen.

Da für ein Dorfgebiet niedrigere Emissionswerte (Gestank, Lärm etc.) als für ein reines Wohngebiet gelten, werden nach Ansicht von Martin Göddertz, der die Liberalen im Ortsbeirat Holzweiler-Esch vertritt, künftig die dort wohnenden Menschen unnötig hohen Belastungen ausgesetzt werden. Göddertz betont zudem, dass die wohl überwiegende Mehrheit der Escher Bürger das Projekt „Verlängerte Weststraße“ ohnehin ablehne. „An den schlechten Rahmenbedingungen und Vorzeichen, unter denen das Baugebiet leidet, hat sich nichts geändert: Es macht an der Stelle wegen des Landwirts, den man in seiner Existenz und Entwicklungsmöglichkeit nicht grundlos einschränken darf, keinen Sinn. Die Bürger von Esch wollen das Baugebiet eh nicht, und künftige Bewohner des Baugebiets müssten diverse Auflagen und Einschränkungen hinnehmen. Das Ganze ist absurd, die Planungen einfach einzustellen, wäre für alle das Beste. Das wäre kein Gesichtsverlust, sondern würde wahre Größe und Einsicht demonstrieren“, so Steinheuer. Doch das werde wohl leider nicht eintreten.

Pressemitteilung der

FDP-Grafschaft

Bei ihrem jüngsten Info-Stand vor dem Rewe-Markt in Ringen wurden die Grafschafter Liberalen oft auf das geplante Baugebiet „Verlängerte Weststraße“ angesprochen. Wie auch die zahlreichen Bürger können die FDP-Kommunalpolitiker (v.l.) Hartmut Wüst aus Karweiler, Walter Siebenhaar aus Birresdorf, Christina Steinheuer aus Oeverich, Ulrich van Bebber (FDP-Kreisvorsitzender) aus Remagen sowie Fritz-Peter Steinhausen aus der Kreisstadt über die Pläne nur ungläubig den Kopf schütteln. Foto: Privat

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