Ahr Thermen mit einem Defizit von 490 000 Euro
Man sieht sich auf einem guten Weg
Kreisstadt als 100-prozentige Eigentümerin muss die Verluste ausgleichen
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Juli 2014 traf der Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler eine schwerwiegende Entscheidung, um langfristig die Zukunft des Thermalbades zu sichern. Die Stadt kaufte das 18.335 Quadratmeter große Ahr-Thermen-Areal mit Nebengrundstücken für 2,9 Millionen Euro von der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr. Den Betrieb des Thermalbades übernahm ab 1. August 2014 die Walburgis-Therme Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH als Betriebsgesellschaft, von der Stadt als alleiniger Gesellschafterin mit einem Stammkapital von 800.000 Euro ausgestattet. Geschäftsführer wurde Tourismus-Fachmann und Betriebswirt Maternus Fiedler. In seinen ersten Geschäftsjahr 2014, das lediglich die Monate Mai bis Dezember umfasste, musste das städtische Unternehmen einen Verlust von 490.000 Euro ausweisen. Das erfuhr der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung, in der er dem Jahresabschluss einmütig bei einer Enthaltung der Linken zustimmte. Allerdings hatte das Bad nach der Übernahme durch die Stadt von der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr im vergangenen Jahr lediglich in den Monaten von August bis Dezember geöffnet. Geschäftsführer Maternus Fiedler und seinem Stellvertreter Achim Schäfer wurde die Entlastung erteilt.
Hohe Kosten für die Wiedereröffnung
Mit dem Jahresverlust ist mehr als die Hälfte des Stammkapitals von 800.000 Euro bereits aufgezehrt. Allerdings seien dabei einmalige Kosten für die Wiedereröffnung in Höhe von 200.000 Euro zu berücksichtigen, heißt es in dem Abschlussbericht. Dazu gehörten unter anderem die Kosten für die komplette EDV-Neuausstattung, eine neue Telefonanlage und eine neue Zapfanlage für die Gastronomie, außerdem noch Büromöbeln, Beleuchtung und vielen weiteren Einzelposten. Geschäftsführer Maternus Fiedler berichtete zudem, dass in der Zeit von August bis Dezember 2014 täglich rund 390 Besucher in den Ahr-Thermen gezählt worden seien. Diese Zahl habe sich auf mittlerweile 430 Besucher pro Tag in 2015 verbessert - mehr als man sich vorab erhofft hatte. In der Altersstruktur aber eine Entwicklung zugunsten auch jüngere Besucher stattgefunden, vor allem in den Abendstunden und an den Wochenenden wäre dies deutlich.
Dabei kämen die Besucher aus einem großen Umkreis. 22 Prozent seien Einheimische aus der Kreisstadt, genauso viele kämen aus der Region Rheinbach/Euskirchen, 21 Prozent aus dem Bereich zwischen Bonn und Siegburg, elf Prozent aus Altenahr, Adenau oder Bad Münstereifel sowie drei Prozent aus Remagen und Sinzig. Große Anteile am Besucherstrom hätten auch der Großraum Köln/Düsseldorf mit 6,5 und Koblenz mit 4,5 Prozent. Das bedeute, dass mindestens zehn Prozent der Besucher als Übernachtungsgäste eingestuft werden könnten, so Fiedler. Ohnehin spiele für die Vermarktung der Ahr-Thermen die Vernetzung in der Stadt und der Region eine wichtige Rolle. So habe man die Zusammenarbeit mit etlichen Übernachtungsbetrieben forciert und akzeptiere mittlerweile auch die Grüncard.
Vernetzung in der Region weiter verstärken
Es gelte künftig, den begonnenen Weg auf- und ausbauen und die Vernetzung in der Region weiter zu verstärken. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der städtischen Heilbad GmbH zur Entwicklung eine Gesundheit- und Wellness-Portfolios habe eine hohe Priorität. In diesem Kontext sollen auch neue, zukunftsträchtige Angebote entstehen. Insgesamt sei es das Ziel, im kommenden Jahr eine fünfprozentige Besucher-Steigerung gegenüber 2014 zu erreichen.
Allerdings müssten auch gezielte Investitionen in den technischen Betrieb vorgenommen werden, damit der störungsfreie Betrieb der Anlage weiterhin gewährleistet sei. Erste notwendige Maßnahmen seien geplant und sollen in den ersten Monaten 2016 umgesetzt werden. Die Stadt hatte hierfür bereits Juli diesen Jahres einen Zuschuss zum Verlustausgleich für das Wirtschaftsjahr 2015 in Höhe von 146.000 Euro geleistet. Für die kommenden Jahre hat die Stadt jeweils 350.000 Euro als Verlustabdeckung zugesagt. 2016 will die Stadt ausweislich des Haushaltsplans darüber hinaus 234.000 Euro in die Ahr-Thermen investieren. Insgesamt seien die Ahr-Thermen unter neuer Herrschaft trotz einiger Rückschläge und technischer Probleme gut gestartet, so Fiedler. Die Wirtschaftsprüfer schrieben dem Unternehmen allerdings ins Stammbuch, der Fortbestand könne nur unter der Voraussetzung des Ausgleichs der bestehenden und der künftigen Jahresfehlbeträge durch die Gesellschafterin, die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, gewährleistet werden. Ziel bleibe es aber weiterhin, so Bürgermeister Guido Orthen (CDU), das Thermalbad mittelfristig an einen externen Investor zu veräußern.

Hallo,
Dank fürs Info. Eine Frage bleint: Warum will dieser Bürgermeister genannte CDU-Funktionär Ahr-Thermen "mittelfristig" wieder verkaufen?
Gruß, Albert