Allgemeine Berichte | 14.02.2015

Internationaler Tag des krebskranken Kindes

Nachsorge für krebskranke Kinder

Bunter Kreis Rheinland betreute 286 kranke Kinder in 2014

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In Deutschland erkranken jährlich rund 1.800 Kinder bis zu ihrem 15. Lebensjahr an Krebs. Leukämien sind dabei die häufigsten Krebserkrankungen. Die Überlebenschancen dieser kleinen Patienten haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. So können betroffene Eltern heute mit viel Hoffnung in die Zukunft sehen, trotzdem ist und bleibt aber die Tumor-Erkrankung eines Kindes eine extreme Belastung für die ganze Familie. Die Situation einer Familie verändert sich oft innerhalb von wenigen Minuten tiefgreifend und stark belastend. Lebensplanungen müssen neu überdacht, neue familiäre Strukturen müssen gestützt und der Umgang mit der Krankheit muss gelernt werden. Immer kürzere Liegezeiten in Kinderkliniken und die speziellen Pflegeanforderungen gehen einher mit den psychosozialen Belastungen, denen jedes einzelne Familienmitglied ausgesetzt ist. Neben der medizinisch-pflegerischen Betreuung bietet die Nachsorge des Bunter Kreis Rheinland hier eine einfühlsame medizinisch-psychosoziale Begleitung für die ganze Familie. Neue Alltagsprobleme in der Familie, Sorgen und Ängste vor einem Rezidiv, starke Nebenwirkungen als Folge der intensiven Therapie oder gar der Tod eines Kindes bedürfen einer behutsamen Nachsorge auf allen Gebieten. 

Hochdosiert verabreichte Medikamente und Strahlen, aber auch ein eventuell notwendiger operativer Eingriff sowie die Erkrankung selbst und die mit ihr verbundenen Belastungen können Nebenwirkungen sowohl körperlicher als auch psychischer Art verursachen. Die psychosoziale Versorgung von Kindern mit Krebserkrankungen und deren Familien zielt zunächst auf die aktuelle Bewältigung der Erkrankung und ihrer Behandlung, aber auch auf die Rehabilitation, die Wiedereingliederung in den normalen Alltag bei Erhaltung der größtmöglichen Lebensqualität.

Die Nachsorge bei krebskranken Kinder und ihren Familien bedarf eines weitaus flexibleren Netzwerkes als in der sonst üblichen Nachsorge, die der Bunte Kreis Rheinland allein im vergangenen Jahr an über 286 Familien geleistet hat. Wichtig für Patienten und deren Angehörige ist die Verarbeitung des Erlebten – von der Diagnose bis zum Therapieende liegen oft viele Wochen der Anspannung und Sorgen. Die Nebenwirkungen der Therapien sind oft heftig, die Angst vor Rezidiven, also dem Wiederauftreten der Krankheit nach einer bestimmten Zeit, ist groß. Fieber ist bereits ein Alarmzeichen und bedeutet für den kleinen Patienten, dass er wieder zurück in die Kinderklinik muss. Nun müssen Therapie- und Nachsorgeplanungen umgestellt werden, Geschwisterkinder müssen versorgt, mindestens ein Elternteil muss vom Arbeitgeber freigestellt werden, Beratungstermine bei Psychologen oder gerade angefragte Entlastungen von Seiten der Jugendhilfe – alles dies muss neu aufgestellt werden. Längerfristige Planungen sind hier schwer möglich. 

Ein anderes wichtiges Thema ist das sich dramatisch verändernde soziale Umfeld der Familien. Durch die lange Krankheit ihres Kindes verlieren sie oft den Kontakt zu Kindergärten und Schulen, Sport- und Musikeinrichtungen und die Familie erlebt sehr häufig einen Rückzug des sozialen Umfelds; Freunde und Familienangehörige sind verunsichert. Hier sind die geschulten Nachsorgeschwestern oft sehr wichtige Ansprechpartner für Eltern. Sie suchen den Austausch in medizinischen und sozialen Fragen, sie haben einen Ansprechpartner, der zuhört, tröstet und Mut spendet und mit der Schlimmsten aller Ängste umgehen kann: Die Angst davor, das eigene Kind zu verlieren.

Der Bunte Kreis Rheinland hat im vergangenen Jahr an seinen fünf Standorten 286 schwerkranke Kinder, deren Familien und Geschwisterkinder in der Region betreut. 20 Kinderkrankenschwestern, 4 Sozialpädagogen und 2 Psychologen kümmern sich um diese Familien, die im Großraum Köln, St. Augustin, Bonn oder in Koblenz leben. Der Bunte Kreis kooperiert hier sehr eng mit der Universitätskinderklinik Köln, der Asklepios Kinderklinik in St. Augustin, der Universitätskinderklinik und dem Marienhospital Bonn sowie mit dem Kemperhof in Koblenz. Es sind krebs-, chronisch oder plötzlich schwer erkrankte Kinder und Jugendliche sowie Frühgeborene mit ihren Familien, die unter medizinischen und psychosozialen Belastungen leiden bzw. deren Behandlung koordiniert werden muss.

Pressemitteilung Bunter Kreis Rheinland

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