Allgemeine Berichte | 01.02.2016

Lustiger Nachmittag der KFD St. Laurentius Ahrweiler

„Ne bergische Jung“ und das „verschärfte Rheinland“

Willibert Pauels jecker Stargast bei letzter Veranstaltung im „alten“ Bürgerzentrum

Die Protagonisten des „Amanda“-Sketch strapazierten die Lachmuskeln des närrischen Publikums. DU

Ahrweiler. Wenn im Helmut-Gies-Bürgerzentrum-Ahrweiler die Wiever das närrische Regiment führen und männliche Wesen nur in verschwindend geringer Anzahl zu finden sind, dann bittet die Katholische-Frauengemeinschaft St. Laurentius zur alljährlichen Fastelovendssitzung. Unter dem Motto „Lustiger Nachmittag“ erlebten die rund 400 feierwütigen Gäste eine jecke Mischung, die keine Wünsche offen ließ. Nach dem Einmarsch des Elferrates verursachte „Das Verwechslungsduo“ (Beate Reihs/Rita Herrschbach) erste Lachsalven, gefolgt von einem stilechten „Brings-Tanz“ der KFD-Frauen um Trainerin Anne Eich, deren Kostüme dem charakteristischen Outfit der Kölner-Kultband zum Verwechseln ähnlich sahen. Die Brings-Hits waren kaum verklungen, da stand mit Margret Nischalke schon die nächste Rednerin auf dem Programm. In lupenreinstem Ahrweiler-Platt wusste sie unter anderem von einem Schreinermeister in der Niederhut zu berichten, der mit der Haustüre in die Kneipe kommt, nur damit seine Frau ihm des Nachts selbige nicht mehr vor der Nase zu machen kann. Während der ersten Schunkelrunde hatten die Lachmuskeln Zeit zur Erholung und wurden danach umso mehr strapaziert.

„Amanda“ hieß der Sketch, den Roswitha Raths, Karla Löhndorf, Regina Groß, Anne Anders, Marlene Seeliger, Irmgard Friedrich und Christa Laudien auf die Bühne brachten. Der hatte es in sich, denn wegen lästernder Tratschweiber wurde Nachbarin Amanda aufgrund ihrer geschlossenen Jalousien und eines auf dem Markt gekauften Herings für tot erklärt. Zum Glück tauchte die ominöse Amanda quicklebendig wieder auf und so musste anstelle von Bestattermeister Hoppe nur ein Rollo-Reparateur bestellt werden. Dank der Walporzheimer Tollität Andrea III., die sich samt Hofstaat und Kinderprinzessin Michelle I. die Ehre gab, konnte die KFD auch waschechte Majestäten begrüßen. Die Funken der KG „Bunte Kuh“ sowie die Gruppe „Clowns“, früher bekannt als die „Doolys“, präsentierten flotte Tänze, bevor Ortsvorsteher Peter Diewald auf die historische Bedeutung des „Lustigen Nachmittag“ aufmerksam machte, war doch die KFD-Sitzung die letzte Veranstaltung im „alten“ Bürgerzentrum vor dessen noch am selben Abend erfolgter Umbenennung in „Helmut-Gies-Bürgerzentrum“. Bei der Gelegenheit erinnerte Diewald auch an die jüngst eröffnete Bürgerbüro-Außenstelle im Ahrweiler Blankhartshof und dankte der KFD für ihr vielfältiges, karitatives Engagement.

Jagd- und Sammlertrieb an der Fleischtheke

Anschließend sezierte Annegret Müller-Henning als „Eine einkaufende Frau“ das Einkaufsverhalten von Männern und Frauen. Ihr Fazit: Spätestens an der Fleischtheke wird der uralte Jagd- und Sammlerinstinkt des Menschen wieder geweckt.

Mit Willibert Pauels, besser bekannt als „Ne bergische Jung“, kletterte dann eine echte Karnevalslegende in die Bütt. Wegen einer langjährigen Depressions-Erkrankung gastiert Pauels seit einiger Zeit nur noch dort „wo`s schön ist“, was auf Ahrweiler zweifellos zutrifft.

Dem Ahrtal verpasste er mit dem Prädikat „verschärftes Rheinland“ sogleich den verbalen Ritterschlag. Die Depression thematisierte der „bergische Jung“ auch in seiner Rede, die zugleich ein Mutmacher für alle Betroffenen war, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Pauels selbst wurde diese Hilfe in einer Neusser Fachklinik zuteil, die ihm dank moderner Behandlungsmethoden den Weg zurück ins Leben und auf die Bühne ermöglichte. Als nebenberuflicher Diakon wusste er zu berichten, dass der Karneval aus dem „katholischen Sumpf“ entstanden sei und überall gefeiert werde - in Köln, Brühl, Rio, Ahrweiler und sogar in der dritten Welt, nämlich in Düsseldorf.

Folglich könne man bei „gesunder Religiosität“ auch über sich selbst lachen, was dem Fundamentalisten hingegen nicht möglich sei. Beim Vergleich von Rheinischer- und Ruhrpott-Mentalität blieb kein Auge trocken.

Beispiel: „Was hat der liebe Gott gesagt, als er das Ruhrgebiet erschaffen hatte? Essen ist fertig!“ Willibert Pauels hinterließ ein tobendes Bürgerzentrum, was die folgenden Rednerinnen dennoch nicht davon abhielt, weitere Begeisterungsstürme zu entfachen. Ob Marlene Seeliger und Irmgard Friedrich als „Die Geissens“ oder „Schwester Käthe“ alias Johanna Gies, die in urkomischer Reimform die Männerwelt aufs Korn nahm - das Gagfeuerwerk wollte kein Ende nehmen. Garanten dafür, dass auch in Sachen Tanz keine Langeweile aufkam, waren die Garde der KFD, die kleinen und mittleren Funken der AKG sowie „Lady Kracher“ mit ihrer „Bollywood-Performance“. Die überaus souveräne Sitzungsleitung von Carolin Groß gefiel den Jecken bestens. Kein Wunder, hat sie doch mit ihrem Papa, dem AKG-Sitzungspräsidenten Udo Groß, das perfekte Vorbild. Fehlte nur noch der gefeierte Gesangsvortrag von Marlene Hennemann und der gemeinsame Aufmarsch aller Protagonisten als würdiges Ende eines unvergesslichen „Lustigen Nachmittags“.

Auch Karnevalslegende Willibert Pauels alias „Ne bergische Jung“ machte den KFD-Frauen seine Aufwartung.

Auch Karnevalslegende Willibert Pauels alias „Ne bergische Jung“ machte den KFD-Frauen seine Aufwartung.

Die Protagonisten des „Amanda“-Sketch strapazierten die Lachmuskeln des närrischen Publikums. Foto: DU

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