Bürgergesellschaft Wadenheim: Bürgermeister blickte auf Maßnahmen im Ortsteil Bad Neuenahr
Orthen: Wasserversorgung bleibt in kommunaler Hand
Bad Neuenahr. Neben der Ehrung von Vorstandsmitglied Oliver Rösgen, dem Rückblick auf die Aktivitäten der Bürgergesellschaft Wadenheim im vergangenen Jahr und dem Ausblick auf kommende Ereignisse standen im Rahmen der gut besuchten Jahreshauptversammlung insbesondere die Ausführungen von Bürgermeister Guido Orthen zum Thema „Maßnahmen im Ortsteil Bad Neuenahr“ im Mittelpunkt des Interesses. Gespannt verfolgten die rund 60 anwesenden Mitglieder Orthens Vortrag über die städtebaulichen Projekte. Seine Themen waren der Schutz von Gründerzeitfassaden in Bad Neuenahr, die Neugestaltung der Kurgartenstraße und die veränderten Besitzverhältnisse des Kur- und Lennéparks. Sämtliche Parkanlagen befinden sich seit dem Kauf durch die Kur AG nun im städtischen Besitz. Das stellt die Stadt vor neue Aufgaben: Umfassende Pflegetätigkeiten und etwaige Neugestaltungen stellen eine zusätzliche finanzielle Belastung dar, die durch Steuern finanziert werden müsse. „Unser Ziel ist es, die Parkanlagen für die Bevölkerung erlebbar zu machen“, sagte Bürgermeister Orthen. Schon jetzt seien an einigen Stellen neue Mülleimer aufgestellt und neue, höhere Bänke errichtet worden. Für die übrigen Parkanlagen, beispielsweise den Dahliengarten, seien weitere Gestaltungskonzepte in Arbeit, betonte das Stadtoberhaupt.
Im gleichen Zusammenhang verwies Guido Orthen auf das „städtebaulich wichtigste Projekt“ Kurgartenstraße. Nach Plänen der Stadt sollen Investoren gewonnen werden, die eine Bebauung an der Kurgartenstraße auf Seite des Kurparks finanzieren. Im Zuge einer Marktsondierung gehe es nicht nur um Ideen, so der Bürgermeister, „sondern vor allem um Investoren, die ihre Ideen auch umsetzen.“
Für reichlich Diskussionsstoff in den vergangenen Wochen hat der Schutz von Gründerzeitfassaden in Bad Neuenahr, die immer mehr aus dem Stadtbild verschwinden, gesorgt. Auch im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Wadenheimer Bürgergesellschaft nahm dieses Thema einen breiten Raum ein. Bürgermeister Orthen bezeichnete den Schutz von Altbauten mit ihren teils schönen Fassaden als „wichtige Aufgabe“. Der Abriss einiger Altbauten sei hauptsächlich aus energetischen Gründen vielfach unausweichlich gewesen. Hinzu sei die fehlende Barrierefreiheit in vielen Häusern gekommen. Doch es gäbe auch positive Beispiele, wo Sanierungen positiv verlaufen seien: Viele Gebäude seien bereits stilvoll saniert worden, berichteten Guido Orthen und Horst Felten. Dennoch sei nicht jeder Altbau erhaltenswert. „Das Thema Sanierung muss sensibel und individuell behandelt werden“, betonte Orthen.
Positiv blickte der Bürgermeister auf das vor acht Jahren ins Leben gerufene Projekt „Zukunft Bad Neuenahr“. Bis heute habe sich das Stadtbild in positiver Weise verändert, an vielen Stellen sei mehr Barrierefreiheit geschaffen worden und die Zahl der Tagesbesucher in Bad Neuenahr sei im Laufe der Jahre angestiegen, berichtete das Stadtoberhaupt.
Im Anschluss hatten die Bürgergesellschaftsmitglieder Gelegenheit, ihre persönlichen Fragen zu stellen. Zur Sprache kam dabei unter anderem das Thema kommunale Wasserversorgung: Ein Mitbürger äußerte Bedenken, dass die Wasserversorgung auch in der Kreisstadt privatisiert werden könnte, wie von der EU angedacht. Bürgermeister Orthen versicherte: „Die kommunale Wasserversorgung bleibt kommunal“. Auf kurz oder lang müsse man sich jedoch Gedanken machen, die Netze in eine Firma zu übertragen, die dann aber in kommunaler Hand bliebe, so Orthen weiter.
Auch die Zukunft der Tennis-Plätze im Lennépark beschäftigte ein Bürgergesellschaftsmitglied: Guido Orthen betonte, dass die Aufrechterhaltung des Tennisbetriebes im Lennépark „gesellschaftlich und wirtschaftlich“ wichtig sei. In einer Woche trifft er sich mit dem HTC-Vorsitzenden zu weiteren Beratungen.
Wie geht es weiter mit dem Freizeitbad „TWIN“? Auch hierzu gab Orthen Auskunft und betonte, dass ein Neubau auf kurz oder lang die einzig sinnvolle Lösung sei. „Wir bemühen uns um einen Neubau“, so der Bürgermeister. Wie dieser aussehen soll, sei noch nicht weiter bekannt.
Die finale Broschüre zum Thema „Bauliche Entwicklung der städtischen Kurparkliegenschaften“ liegt nach Ostern im Rathaus der Stadt aus.
