Ortsbeiratssitzung Ahrweiler
Peter Diewald im Amt vereidigt
Der Bankkaufmann tritt die Nachfolge von Helmut und Horst Gies als Ortsvorsteher von Ahrweiler an
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ende Januar auf der Prunksitzung der Ahrweiler Karnevalsgesellschaft (AKG) im Bürgerzentrum Ahrweiler hatte der Gardestammtisch mit Kreissparkassenchef Dieter Zimmermann, Peter Diewald und Jägerhof-Wirtin „Elke Jakobs“ alias erstem AKG-Vorsitzendem Udo Willerscheid noch gewitzelt. Nach der „Gies’schen Diktatur“ respektive „Dynastie“ müsse Peter Diewald zunächst einen „Antrag auf Erbfolge“ stellen, wenn er den Posten des Ahrweiler Ortsvorstehers nach 35 Jahren aus der Familie Gies - als Nachfolger von Helmut und seinem Neffen Horst - übernehmen wolle.
Nun wird es ernst für Peter Diewald. Denn im Rahmen der mit rund 80 Gästen gut besuchten öffentlichen Sitzung des Ortsbeirats in der voll besetzten Zehntscheune am Marktplatz wurde der 54-Jährige von Stadtbürgermeister Guido Orthen im Amt vereidigt. Der neue Amtsinhaber von der CDU hatte sich zuvor bei der Kommunalwahl im Mai mit 61,61 Prozent der Stimmen klar gegen Herausforderer Werner Jahr von der SPD (38,39 Prozent) durchgesetzt. Er ist nach Helmut Gies (1979 bis 1999) und dessen Neffen Horst Gies (1999 bis 2014) erst der dritte Ahrweiler Ortsvorsteher nach der Einsetzung der Ortsbeiräte 1979.
„Der Ortsbeirat ist eine Kreativwerkstatt“
Dieses Faktum sprach auch Bürgermeister Guido Orthen in seiner kurzen Rede vor der Vereidigung an. „Seit der Zusammenlegung der beiden bis dahin eigenständigen Nachbarstädte Bad Neuenahr und Ahrweiler im Jahre 1969 gab es bis 1979 keine Ortsbeiräte und Ortsvorsteher. Ich bin froh, dass das heute anders ist“, sagte er. Er zeigte sich beim bisherigen Ortsbeirat für die „gute Zusammenarbeit in den vergangenen fünf Jahren“ erkenntlich und gratulierte den Gewählten. „Danke, dass Sie sich stellen, den Kopf hinhalten und der Politik ein Gesicht geben, auch wenn es manchmal unangenehm ist. Der Ortsbeirat ist aber kein Meckergremium, sondern eine Kreativwerkstatt. Hier sollen die Ideen für den Stadtteil entstehen“, betonte er die Wichtigkeit des Verwaltungsorgans.
Peter Diewald freute sich „auf eine gute Zusammenarbeit“ im Ortsbeirat Ahrweiler. Per Handschlag mit jedem einzelnen Beiratsmitglied bekräftigte er den Willen zur guten Kooperation im Rat, dem fünf CDU-, zwei SPD-, ein Grünen- und ein FWG-Vertreter angehören. Schriftführer bleibt Dominik Klein (CDU), der diesen Posten seit bereits vier Legislaturperioden und damit 20 Jahren ausfüllt. Zur Stellvertreterin von Peter Diewald wurde CDU-Kollegin Monika Busch mit sieben Ja-Stimmen und einer Nein-Stimme bei der entschuldigten Abwesenheit eines Ratsmitglieds gewählt. Der neue Ortsvorsteher kündigte an, dass die Haushaltsberatung für 2015 in einer Sitzung Anfang September erfolgt. Sie war zurückgestellt worden, damit diese wichtigen Entscheidungen dem neuen Ortsbeirat unterliegen sollten.
Das Lob Peter Diewalds galt zunächst seinem Vorgänger Horst Gies: „Du hast ein hervorragend bestelltes Feld hinterlassen. Es wird schwer, in diese Fußstapfen zu treten.“ Horst Gies hatte sich vom Amt des Ortsvorstehers aufgrund der Mehrfachbelastung unter anderem als MdL, Vorsitzender der CDU Bad Neuenahr-Ahrweiler und Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Ahrweiler zurückgezogen. Daneben zeigte sich Bankkaufmann Peter Diewald bei „meinen beiden Chefs“ erkenntlich: Elmar Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank RheinAhrEifel eG, für „seine Rückendeckung bei ehrenamtlichen Tätigkeiten“ und „meiner Ehefrau Klaudia“, denn „Du trägst es an jeder Stelle mit“.
„Politik zum Anfassen“
Er freue sich auf seine Aufgabe als Ortsvorsteher in Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat. „Das ist Politik zum Anfassen, nie ideologisch verbrämt“. Als wichtigstes Ziel der kommenden Legislaturperiode sieht er „die Belebung der Innenstadt. Das haben wir uns alle auf die Fahne geschrieben.“ Vieles, was im Stadtteil passiere und für „ein hohes Niveau“ in Ahrweiler sorge, würden „nicht die Politik und die Verwaltung, sondern Vereine und Organisationen auf die Beine stellen. Ich werde mich also an Sie wenden, für das Wohl der Stadt“, sprach Peter Diewald die zahlreich anwesenden Vereinsvertreter an. Allerdings sei „die Zeit der Wunschkonzerte angesichts klammer Kassen vorbei“, was ihn aber dennoch nicht davon abhalten würde, sich auf ganzer Linie für Ahrweilers Entwicklung einzusetzen.
Nach dem Ende der offiziellen Ortsbeiratssitzung und den Gratulationen der Anwesenden für den neuen Ortsvorsteher richtete Horst Gies noch einmal das Wort an diese. Da er seit Jahrzehnten mit Peter Diewald befreundet sei, freue es ihn ganz besonders, „Dir das schönste Amt übergeben zu können, das die Stadt zu vergeben hat“. Als Geschenk verpackt hatte er die Dienstsiegel und eine gerahmte Stadtansicht mitgebracht. Eine Überraschung hatte er zudem noch dabei: die originale, kunstvolle und gesiegelte Urkunde vom Richtfest des Bürgerzentrums am 12. Mai 1999. Sie soll künftig einen Platz im Stadtarchiv finden.
Überraschendes Geschenk: Die originale, kunstvolle und gesiegelte Urkunde vom Richtfest des Bürgerzentrums am 12. Mai 1999, präsentiert von Horst Gies (links) und Guido Orthen.
