Allgemeine Berichte | 07.10.2015

Forstamt Adenau

Pilze sammeln im herbstlichen Wald

Was ist zu beachten?

Bei diesem Butterröhrling sollte vor dem Verzehr die Huthaut entfernt werden, da diese zu Unverträglichkeiten führen kann.Dietmar Ebi / Landesforsten RLP

Adenau. Im Herbst erlebt die Pilzsaison ihren Höhepunkt. Das Forstamt Adenau klärt auf, warum Pilze wichtig für die heimischen Wälder sind und welche Regeln man beim Pilzesammeln beachten soll. Viele der besonders beliebten Speisepilze sind im Herbst in großen Mengen in den Wäldern zu finden. Aber der Pilzsammler sollte einige Hinweise beachten: Wichtig bei der Pilzsuche ist ein rücksichtsvolles Verhalten. Denn die Pilze sind nicht allein ein Geschenk der Natur, sondern das Ergebnis einer verantwortungsvollen Arbeit von Waldbesitzenden und Forstleuten, die dafür sorgen, dass die Wälder im Zuge der nachhaltigen Bewirtschaftung nicht nur der Holzernte, sondern auch der Erholung und dem Naturschutz dienen.

Pilze schützen Bäume

Pilze wachsen über die meiste Zeit des Jahres unterirdisch, viele in enger Symbiose mit den Wurzeln der Bäume. Erst im Herbst wachsen die meisten Pilze als „Fruchtstände“ auf dem Waldboden. Pilze sind wichtig für die Nährstoffversorgung der Bäume und damit für die Ökologie und die Gesundheit des gesamten Waldes. Verschiedene Pilzarten geben die vom Baum benötigten Nährstoffe auch dann weiter, wenn Wassermangel oder schlechte Lichtverhältnisse herrschen. Für den Wald ist eine hohe Pilzvielfalt wichtig, da sie die Nährstoffversorgung der Bäume auch unter sich verändernden Umweltbedingungen unterstützt.

Tipps zum Pilzesammeln

Die wichtigsten Herbstpilze

Typische Pilzarten sind Marone, Herbsttrompete, Schopftintling, Steinpilz und Pfifferling. Aber Vorsicht: Die meisten Pilze sind im rohen Zustand giftig und daher nur gekocht oder gedünstet genießbar. Vor manchen Sorten, die früher gegessen wurden, wird heutzutage sogar gewarnt. So zum Beispiel beim Grünling, der in größeren Mengen zu Muskelschädigungen führen kann.

Wo finden sich Pilze?

Pilze brauchen Feuchtigkeit und Wärme - nach ein paar Tagen Regen und warmen bzw. milden Temperaturen wird man daher schneller fündig als in Trockenperioden. „Durch den trockenen Sommer bedingt sind viele Speisepilze erst relativ spät erschienen. Seit Anfang September jedoch genieße ich regelmäßig eine leckere Pilzpfanne“, schwärmt Förster Dietmar Ebi. Bevorzugte Standorte im Wald sind feuchte, bemooste Mulden und Hänge. Manche Arten wachsen nur unter und an Laubbäumen, andere nur im Wuchsbereich von Nadelbäumen. So findet man Rotkappen zumeist bei oder unter Birken, Hainbuchen und Pappeln. Maronenröhrlinge dagegen gedeihen fast nur unter Kiefern und Fichten.

Richtig ernten und transportieren:

Die besten Methoden, um den Pilz aus dem Boden zu nehmen, sind, ihn vorsichtig herauszudrehen oder ihn unmittelbar oberhalb des Bodens abzuschneiden. Der Vorteil des Herausdrehens: So erntet man auch den gesamten Stiel, der bei vielen Arten, zum Beispiel beim Steinpilz, besonders köstlich ist. Nach dem Herausdrehen sollte man das Loch allerdings wieder verschließen, damit das Erdreich und die das Loch umgebenden Pflanzen keinen Schaden nehmen. Bei der Mitnahme aus dem Wald sollten die Pilze unbedingt in einem Korb, nicht in einer Plastiktüte transportiert werden.

Wie viel ist erlaubt?

Pilze dürfen generell nur für den Eigengebrauch gesammelt werden; größere Mengen sind der gewerblichen Nutzung gegen ein Sammelentgelt durch den Waldbesitzenden vorbehalten. Außerdem gibt es weitere Regeln: Forstkulturen dürfen zum Schutz des Jungwaldes nicht betreten werden und das Sammeln in Naturschutzgebieten ist nicht erlaubt. Auch unterliegen einige besonders geschützte Pilzarten zudem Sammelbeschränkungen, auch wenn häufig vorkommend. Hier sind zum Beispiel Steinpilz, Birkenpilz, Rotkappen und Pfifferlinge wie auch alle Morchelarten zu nennen. Diese Arten dürfen laut Gesetz nur „in geringen Mengen“ für den „Eigengebrauch“, gesammelt werden. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Bußgeld. “Gewerbliches Sammeln kann teuer werden, da drücken wir kein Auge zu“, so der Forstamtsleiter Winand Schmitz.

Safety First!

Auf Sicherheit muss man immer achten, wenn man in die Pilze geht. Viele Giftpilze ähneln den essbaren Sorten zum Verwechseln. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte der Pilz im Zweifelsfalle stehen bleiben. Im Falle des Verdachts auf eine Pilzvergiftung gilt: Keine Panik - Ruhe bewahren! Kein Erbrechen auslösen. Kein Salzwasser geben. Und ganz wichtig: Kontaktieren Sie den Giftnotruf Rheinland-Pfalz in Mainz unter Tel. (0 61 31) 1 92 40.

Pressemitteilung

Forstamt Adenau

Bei diesem Butterröhrling sollte vor dem Verzehr die Huthaut entfernt werden, da diese zu Unverträglichkeiten führen kann. Foto: Dietmar Ebi / Landesforsten RLP

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