Starkregenschäden in Dernau
Prävention steht im Mittelpunkt
FBL besichtigte mit Starkregenbeauftragtem der Verbandsgemeinde Hauptproblemstellen
Dernau. Gemeinsam mit dem Starkregenbeauftragten der Verbandsgemeinde Altenahr, Frank Heuser, und dem Ortsbürgermeister Alfred Sebastian besichtigte die AG Starkregenprävention der Freien Bürgerliste Dernau (FBL) die Hauptproblemstellen bei Starkregenereignissen. Vor Ort wurden dabei die von der FBL bereits seit längerem vorgeschlagenen baulichen Maßnahmen an den Rückhaltebecken „Albental“ und „Unteres Eigelstal“ besprochen und deren Umsetzung vereinbart. Bereits seit über einem Jahr trifft sich die Arbeitsgruppe regelmäßig im Bürgerhaus oder direkt an den Brennpunkten, um Lösungen für die dringendsten Probleme bei Starkregenereignissen zu finden. Hierbei wurden folgende vier wesentliche Problembereiche analysiert und bereits Lösungen auf den Weg gebracht:
1. Am Auffangbecken „Unteres Eigelstal“ wird im Becken, als Schlammfänger und zur Reduzierung der Fließgeschwindigkeit, eine Spundwand eingezogen. Vor das Becken wird eine zweite Kammer gesetzt, die das überlaufende Wasser gezielt in den vorgesehenen Kanal einleitet. Um hierbei den Einlauf nicht zu blockieren wird die Kammer mit einem schräg angeordneten Stahlrechen abgedeckt, über den angeschwemmter Rebschnitt und Gehölz abgeschieden wird. Hierbei wurde von den FBL-Vertretern nochmals auf das zu kleine Ablaufrohr hingewiesen, welches nur einen Durchmesser von 40 cm aufweist und größere Wassermassen wie bei Starkregenereignissen nicht aufnehmen kann. Um hier Abhilfe zu schaffen soll mittelfristig ein größeres oder zusätzliches Rohr zum Hauptkanal in der Hardtbergstraße verlegt werden.
2. Im Auffangbecken „Albental“ wird eine Spundwand eingezogen und die Stirnwand mit zwölf zusätzlichen Kernbohrungen von zehn Zentimeter Durchmesser versehen. Somit wird bei dem ankommenden Wasser zunächst die Flussgeschwindigkeit reduziert und zusätzlich die groben Verunreinigungen abgeschieden, so- dass das Wasser durch die vorgesehenen Löcher gezielt abfließen kann. Die Zeichnungen zur Vergabe der beiden Maßnahmen wurden durch die Arbeitsgruppe erstellt.
3. Der „Flurbereinigungskanal“ in der Hardtbergstraße war im unteren Bereich zu fast 50 Prozent durch getrocknete Schlammablagerungen blockiert. Der verstopfte Bereich wurde mit einer Hochdruckfräse gelockert und anschließend gespült. Im nächsten Schritt wird die Arbeitsgruppe überprüfen, ob das ankommende Wasser wie vorgesehen ablaufen kann, oder ob die Ablagerungen durch Absacken des Rohres entstanden sind. Dann wären zur Lösung des Problems bauliche Maßnahmen erforderlich.
4. Zur Übersicht einer Vielzahl von weiteren Maßnahmen, die ohne finanziellen Aufwand ausschließlich durch „Muskelkraft“ erledigt werden können, wurde von Manfred und Dennis Marner ein Maßnahmenkatalog erstellt, in dem mittlerweile über 50 Punkte erfasst wurden. Hiervon wurde bereits ein Großteil durch die Gemeindearbeiter oder die Arbeitsgruppe selbst erledigt. Da es sich aber häufig um wiederkehrende Arbeiten handelt, wurde bereits die Durchführung eines „Starkregentages“ durch die Arbeitsgruppe angeregt.
Udo Creuzberg als Leiter der Arbeitsgruppe lobte ausdrücklich die ehrenamtliche Arbeit der Gruppe im Sinne aller durch Starkregen Betroffenen. Besonders durch die Vielfalt der Berufe, Qualifikationen und Erfahrungen der Teilnehmer entstehen immer wieder neue Ideen und Lösungsansätze, woraus nach kritischen Diskussionen neue Maßnahmen abgeleitet werden. Creuzberg wies abschließend noch einmal darauf hin, dass Jeder, der eigene Ideen mit einbringen möchte herzlich willkommen ist.
Pressemitteilung
Freien Bürgerliste Dernau
