Sportteufelchen e.V. aus Bad Neuenahr beim Bonn-Marathon
Premieren, Bestzeiten, persönliche Siege
Läufer und Walker gingen über die Halbmarathondistanz erfolgreich an den Start
Bad Neuenahr. „Es war eine absolut geile Veranstaltung“ platzte es aus Günter Görres am Abend nach seinem Debüt auf der Halbmarathon-Strecke heraus. „Es gibt nicht viele, die mit 60 Jahren das erste Mal bei so einem Rennen teilnehmen“, sagte er stolz. „Vor ein paar Jahren hatte ich eine Herzoperation und wurde danach durch unseren Trainer Udo Oelke wieder ganz langsam an den Sport herangeführt und aufgebaut. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Halbmarathon laufen würde. Einfach war es allerdings nicht.
Bis zu Kilometer 18 lief alles gut, aber danach wurde es schon schwierig. Da war ich froh, meine Motivationsladys zu haben“ fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu. Zu seinen „Motivationsladys“ zählten Regina Hupperich und Rita Kleimann, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, dass alle gemeinsam diese Distanz liefen. Dieser Gruppe angeschlossen hatte sich auch Rainer Klein, ebenfalls Debütant auf dieser Strecke und eigentlich erst seit kurzem ein Läufer. Fehlen durfte natürlich Uschi Oelke nicht, die ihre Schäfchen gut kennt. „Ich höre jedes Schnaufen und erkenne sofort, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Das ist wichtig, denn die Gesundheit steht an erster Stelle.“
Zeiten spielten daher auch nicht die Hauptrolle, sondern das Gefühl, gemeinsam etwas erreicht zu haben.
Das konnte auch Andrea Mülligann bestätigen, eine weitere Debütantin. Sie hatte sich entschlossen, die Halbmarathon-Distanz zu walken. „Der Zusammenhalt im Verein und die gegenseitige Unterstützung sind schon ganz wichtig, das baut einen auch bei Rückschlägen immer wieder auf“. Ihr Start war nämlich noch keineswegs sicher, da sie Anfang der Woche noch mit einer Magen-Darm-Grippe zu kämpfen hatte. „Geholfen hat mir auch die Unterstützung der Zuschauer. Die haben alle Sportler angefeuert, nicht nur die Schnellen und das war richtig toll.“
Die Sportteufelchen fielen allerdings auch besonders auf, da sie mit Teufelshörnchen und Tüll kostümiert waren. „Wir sahen echt toll
aus“, berichtete Anna-Karina Hueffel stolz. Sie war als einer der vielen Begleiter mit angereist und natürlich auch kostümiert. Die Fans hatten sich an unterschiedlichen Stellen der Strecke positioniert, und so waren auch immer wieder Anfeuerungen aus den eigenen Reihen zu hören.
Ein weiterer „Neuling“ war Alfred Kriechel, der sein eigenes Rennen lief und mit einer tollen Zeit ins Ziel kam. So machte es auch Bärbel Marx. „Ich habe oft alleine trainiert und kann meine Leistung sehr gut einschätzen, und so bin ich dann auch gelaufen. Es ist schon ein Wahnsinnsgefühl. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so weit laufen würde“ berichtet sie stolz.
Neben diesen vielen Neulingen waren auch einige alte Hasen am Start, die ihre Bestzeiten zum Teil deutlich steigern konnten.
So zum Beispiel Gerhard Roth, der im Vergleich zu seinem ersten Halbmarathon im letzten Jahr 13 Minuten schneller lief. Aber auch Petra Haas, Norbert Becker und Regina Hupperich verbesserten ihre Leistungen und freuten sich, ihre Ziele erreicht zu haben.
Birgitt Kempf, Axel Brandis und Renate Harder zeigten sich mit ihren Ergebnissen ebenfalls zufrieden.
Der Spaß kam insgesamt nicht zu kurz. So blieben immer noch Zeit und Luft für ein paar flotte Sprüche oder Scherze mit anderen Läufern oder Zuschauern. „Die Leute sind auf uns aufmerksam geworden und viele haben uns erkannt. ,Ihr seid doch der Verein aus Bad Neuenahr, oder?‘, war immer wieder zu hören“, berichtet Udo Oelke.
„Mittlerweile sind wir schon ziemlich bekannt. Das schaffen nur wenige so junge und relativ kleine Vereine. Aber das liegt sicher auch an unserem Rotwein-Walking, das bei Läufern und Walkern immer beliebter wird.
Im letzten Jahr hatten wir tausend Teilnehmer“ erzählt er stolz. Und so wurde auch unterwegs noch ein wenig Werbung für die Veranstaltung gemacht.
„Die Leistungen, die heute gebracht worden sind, waren echt top“, war schließlich das Fazit von Udo Oelke am Abend. „Da zahlt sich richtiges und konsequentes Training aus.“
