Redner blickten auf Vergangenes und Zukünftiges
Patronatsfest in Walporzheim: Ahrsteig weckt große Erwartungen
Walporzheim. „Der Sebastianustag steht für eine lange Tradition in einer sehr lebendigen Dorfgemeinschaft“, begrüßte Herbert Medler in der Doppelfunktion als Vorsitzender des rührigen Vereins „Weindorf Walporzheim“ und Moderator seine Gäste zum diesjährigen Patronatsfest in der Gaststätte „Vinetum“. Mit der Vorverlegung um eine Woche des Walporzheimer Patronatsfestes, zu Ehren des heiligen Sebastianus, ist einer Terminkollision mit dem Patronatsfest der Ahrweiler Bürgerschützengesellschaft galant ausgewichen worden. Auf die Besucherzahl machte sich das keineswegs negativ bemerkbar: Denn auch in diesem Jahr waren wieder mehr als 100 Gäste gekommen, um mit zahlreichen Festrednern aus Politik und Gesellschaft auf die jüngste Walporzheimer Vergangenheit und zukünftige Projekte und Veränderungen zu blicken. Den Anfang machte Herbert Medler, der gleich auf eine Neuerung im ohnehin schon üppigen Veranstaltungskalender des Weinortes hinwies.
St. Josef - Schutzpatron der Winzer
Vor einiger Zeit wurde ihm gegenüber der Wunsch geäußert, den so genannten St. Josefstag zu Ehren des heiligen Josef als Schutzpatron der Winzer wiederzubeleben. Aus einem Wunsch wurde schnell Wirklichkeit, am 19. März wird es somit zunächst eine Seniorenfeier geben, bevor ab 18 Uhr die Türen des „Vinetum“ für all jene offen stehen, „die dem St. Josef wieder den gebührenden Platz im Dorf- und Winzerleben zurück geben wollen“, wie es Herbert Medler formulierte. In Vertretung von Bürgermeister Guido Orthen blickte der Stadtbeigeordnete Rudi Frick auf politische Projekte im Ort. Moderator Herbert Medler dankte Rudi Frick stellvertretend für die Vertreter von Stadt und Verwaltung für die gute Zusammenarbeit in Bezug auf die Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm. Es seien viele Anregungen seitens der Dorfbewohner aufgekommen, die unmittelbar in einem Konzeptvorschlag verarbeitet wurden, wusste Medler zu berichten. Neben dem auf den Weg gebrachten Dorferneuerungskonzept rief Rudi Frick zudem die Flurbereinigung, die Bemühungen um den Erhalt der Weinbergsterrassen sowie die für Walporzheim wichtige Eröffnung des Ahrsteiges ins Gedächtnis. Auf letzterem ruhen große Erwartungen und Hoffnungen im Ort.
Wanderer werden erwartet
So auch bei Ortsvorsteher Gregor Sebastian, der Walporzheim eine „zentrale Rolle“ auf dem 110 Kilometer langen Wanderweg attestierte. „Rund drei Millionen Wanderer werden in den kommenden Jahren auf dem neuen Weg erwartet“, so Sebastian. Daher gelte es insbesondere die Wanderer mit den gastronomischen Gegebenheiten in den Ort zu locken. Damit Walporzheim noch attraktiver für Wanderer wird, stehen in Kürze neben der Gestaltung des neuen Wanderparkplatzes am Ahrufer auch die Anbringung einer Hinweistafel auf der Agenda. Ortsvorsteher Sebastian hofft auf aktive Mithilfe aus dem Ort. „Das beginnt schon bei der Verschönerung von Fassaden mit Blumen“, gab Sebastian zu verstehen, dessen besonderer Dank einer Rentnergruppe galt, die Missstände im Ort schnell, uneigennützig und ohne großen Aufwand beseitige.
Wie sieht die Zukunft für die Kirche aus?
Über „Themen, mit denen man sich heute beschäftigen müsse“ sprach Dechant Jörg Meyrer, der als Einstimmung auf seine Jakobswegwanderung auf Anraten von Herbert Medler vorab Hape Kerkelings Bestseller „Ich bin dann mal weg“ lesen solle. „Große Veränderungen“ sieht der Pilger in spe in Zukunft auf die katholische Kirche zukommen. Angesichts sinkender Priester- und Gottesdienstbesucherzahlen fragte er mit Sorgenfalten im Gesicht: „Wie wird die Kirche in 15 oder 20 Jahren dastehen?“ Große Freude herrscht derweil im Ort, dass mit Edgar Flohe im vergangenen Jahr ein waschechter Walporzheimer die Königswürde der Ahrweiler St. Sebastianus-Bürgerschützengesellschaft erringen konnte.
Ein besonderes Geschenk
Das habe es in 135 Jahren nur fünf Mal gegeben, berichtete Edgar Flohes Gattin gegenüber BLICK aktuell stolz. Eigens für das Patronatsfest trug ihr Ehemann ein Schützenschild aus dem 18. Jahrhundert. Der Schützenkönig mit Walporzheimer Wurzeln konnte sich zudem über ein besonderes Geschenk von Familien und Vereinen aus dem Ort freuen, die ihm ein Bild des Malers Dieter Breuer mit Motiven aus seinem Heimatort überreichten. Weitere Gruß- und Dankesworte sprachen unter anderem Weinkönigin Jennifer Knieps, Herbert Engel vom Heimatverein Alt-Ahrweiler und die Tollitäten der Karnevalsgesellschaft „Bunte Kuh“. Die rüstigen Sänger des MGV „Lyra“ Walporzheim gaben der Festveranstaltung gemeinsam mit der Musikvereinigung Lantershofen den entsprechenden musikalischen Rahmen. Nach den Reden ging das Patronatsfest in seinen geselligen Teil über. Begonnen hatte der Festtag bereits am frühen Samstagmorgen mit einer Festmesse in der St. Josef-Kappelle für die Lebenden und Verstorbenen der Gemeinde. Anschließend erfolgte die Kranzniederlegung am Ehrenmal - traditionell die Aufgabe des örtlichen Junggesellenvereins. Die Musikfreunde Lantershofen begleiteten auch hier musikalisch.
RERE
