Würdigung von Handwerk, Planung und Projektbeteiligten
Richtfest für neue Kurparkrandbebauung in Bad Neuenahr-Ahrweiler
aus Bad Neuenahr-Ahrweiler
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mit dem Richtfest der neuen Kurparkrandbebauung ist am Freitag ein bedeutender Meilenstein für eines der größten Hochbauprojekte der Stadt erreicht worden. Zur Genese des Bauvorhabens: Nach mehrjähriger Beratung in den städtischen Gremien wurde die im Kurpark verortete Konzerthalle, die Trinkhalle und der Lesesaal sowie die Kurkolonnaden, die sich allesamt in einem abgängigen baulichen Zustand befunden haben, im Jahr 2020 abgebrochen. Im Zuge dessen wurde eine Neuordnung der Kurparkrandbebauung vorgesehen. Die laufende Planung dazu musste durch die Flut 2021 jedoch unterbrochen werden, bis die städtische Ahrtal Marketing GmbH im Mai 2022 von der Stadt mit der Projektleitung zur Fortführung des Projektes beauftragt wurde. Die Grundsteinlegung des Gebäudes konnte sodann im August 2024 erfolgen.
Im Mittelpunkt des Richtfestes standen, wie es sich für ein Richtfest gehört, die Menschen, die den Neubau Tag für Tag voranbringen. Gemeinsam mit Bürgermeister Pascal Rowald, den rheinland-pfälzischen Staatssekretärinnen Vanessa Fischer und Simone Schneider, der Ahrtal Marketing GmbH sowie Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Firmen wurde der erfolgreiche Abschluss des Rohbaus gefeiert.
Bevor der traditionelle Richtspruch des Poliers Benedikt Weckbecker gesprochen wurde, begrüßte Bürgermeister Pascal Rowald die Gäste im Kurpark. Er würdigte die Leistungen der Handwerkerinnen und Handwerker, der ausführenden Unternehmen, der Projektleitung, der Projektsteuerung und der Planung. „Was hier in den vergangenen Jahren entstanden ist, ist das Ergebnis einer beeindruckenden Gemeinschaftsleistung“, so Rowald. Er bedankte sich zudem für die erheblichen Förderungen des Bundes und des Landes, die diese Umsetzung finanziell überhaupt erst ermöglicht haben.
Auch Staatssekretärin Vanessa Fischer vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur sprach ihren Dank aus: „Die Kurparkrandbebauung zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Land, Kommunen, Planer und Bauwirtschaft gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Das Projekt steht dabei für mehr als den Bau neuer Gebäude: Es ist ein sichtbares Zeichen des Wiederaufbaus und ein Stück zurückgewonnene Heimat. Mit der neuen Bebauung entsteht im Kurpark wieder ein lebendiger Mittelpunkt für die Menschen in Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Gäste der Stadt. Mein herzlicher Dank gilt allen, die mit großem Engagement daran arbeiten, den Kurpark zu einem besonderen Ort für Kultur, Bildung und Begegnung zu machen.“
Staatssekretärin Simone Schneider vom Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima hob die Bedeutung des Neubaus für die touristische Entwicklung der Region hervor: „Die Investition in moderne touristische Infrastruktur ist eine Investition in die Zukunft des gesamten Ahrtals. Besonders erfreulich ist, dass hier nicht nur ein architektonisch hochwertiges Gebäude entsteht, sondern ein lebendiger Treffpunkt mit großer Strahlkraft für Gäste und Einheimische gleichermaßen.“
Konzerthalle, Haus des Gastes und Stadtbibliothek
Die neue Kurparkrandbebauung wird künftig mehrere zentrale Angebote unter einem Dach vereinen. Neben der Tourist-Information entstehen ein modernes Foyer mit Trinkhalle und Lesesaal, eine Konzerthalle mit der historischen drehbaren Konzertmuschel sowie die Stadtbibliothek. Die enge Verzahnung dieser Einrichtungen schafft vielfältige Nutzungsmöglichkeiten und stärkt den Kurpark als kulturelles, touristisches und gesellschaftliches Zentrum.
Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von Neubau und Wiederaufbau: Die bei der Flutkatastrophe zerstörte Tourist-Information sowie die beschädigte historische Konzertmuschel werden in das Gesamtkonzept integriert. Gleichzeitig setzt das Gebäude Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Vorgesehen sind unter anderem eine rund 638 Quadratmeter große Photovoltaikanlage, eine extensive Dachbegrünung sowie die Nutzung der Wärme des „Großen Sprudels“, die über das Fernwärmenetz künftig auch die neue Kurparkrandbebauung versorgen wird. Die Fertigstellung des Gebäudekomplexes ist derzeit für den Sommer 2027 vorgesehen.
„Mit einem Investitionsvolumen von rund 26 Millionen Euro zählt die Kurparkrandbebauung mit zu den größten Infrastrukturprojekten in unserer Stadt. Ermöglicht wird die Umsetzung durch erhebliche Fördermittel aus der Städtebauförderung und der Tourismusförderung sowie durch Eigenmittel der Stadt. Wiederaufbaumittel des Bundes und des Landes aus dem Aufbaufonds in Höhe von rund einer Million Euro wurden zudem bewilligt. Für diese gute Zusammenarbeit auf allen Ebenen sind wir an dieser Stelle sehr dankbar“, ergänzte Jan Ritter, Geschäftsführer der Ahrtal Marketing GmbH.
Auch Kurparkterrassen-Gebäude wird gefördert
In Sachen Fördermittel gab es weitere gute Nachrichten für den Kurpark: Staatssekretärin Fischer übergab einen Förderbescheid über rund 8,6 Mio. Euro an Bürgermeister Pascal Rowald und Geschäftsführer Jan Ritter für die flutbedingte Sanierung des städtischen Kurparkterrassen-Gebäudes. Dieses Gebäude wird zukünftig die Büroräumlichkeiten der AMG, des Ahrtal-Tourismus und des Ahrwein e.V., die Veranstaltungsstätte „Kleine Bühne“ sowie die neue Heilwasser-Ausstellung (eigenes Förderprojekt, welches mit Tourismusmitteln des Landes und der EU finanziert wird) beherbergen.
AMG-Geschäftsführer Jan Ritter begrüßt die Gäste. Foto: Lukas Holling
Förderbescheidübergabe für das Kurparkterassengebäude Foto: Lukas Holling
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Baustellenführung durch den Rohbau. Foto: Lukas Holling