Lokalsport | 28.04.2014

Fußball - SC 13 Bad Neuenahr

SC 13 kann für die Regionalliga planen

SC 13 Bad Neuenahr : VfL Bochum 0:3 (0:0)

Enija Anna Vaivode (schwarz) wehrt sich gegen die drohende Niederlage. Guido Kölzer

Bad Neuenahr. Durch das 0:3 (0:0) gegen den VfL Bochum herrscht beim SC 13 Bad Neuenahr endlich Klarheit, was den Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Süd betrifft. Nur noch absolute Berufsoptimisten trauen der jungen Mannschaft von Trainer Thomas Remark die Rettung zu. Gründe, die dagegen sprechen, konnten die 97 Zuschauer im Apollinarisstadion gut beobachten. Zu einfach wurde dem VfL die Entstehung der Tore gemacht, so dass Remark nach der Partie auch nicht das Ergebnis, sondern die Entstehung der Gegentreffer monierte. In der Pressekonferenz nach dem Spiel gab er auch in aller Klarheit die Prioritäten der kommenden Wochen vor. Diese sind die Kaderplanung für die neue Saison und der Klassenerhalt der vereinseigenen U 17, in der Juniorinnenbundesliga.

Ein erstes Zeichen setzte Remark vor dem Spiel mit der Nominierung von Léa Daiz in die Startelf. Die U 17 Akteurin war eigens für diese Partie vom Trainer der zweiten Mannschaft, Markus Rothe, per Flug von einem Turnier in Spanien geholt worden und sollte das, in sie gesetzte, Vertrauen auch zurückzahlen. „Was Léa hier gelaufen ist, kann ich noch nicht in Worte fassen. Sie hat ein tolles Spiel gemacht“, hob Remark die kleine Daiz besonders hervor. Und die erste Halbzeit gab auch Anlass zur Hoffnung, denn von Beginn an spielten beide Teams offensiv und tororientiert. Alleine in der Anfangsphase gab es Chancen hüben wie drüben. Während der VfL hier durch Standardsituationen gefährlich war, konnte der SC 13 sich auch Möglichkeiten aus dem Spiel heraus erarbeiten. Franziska Wendel kam in der siebten Minute nur einen Schritt zu spät bei einer Hereingabe von Mara Walther. Caroline Asteroth scheiterte mit einem kernigen Schrägschuss aus 18 Metern an Carina Schlüter im VfL-Gehäuse. Eine Viertelstunde war da gespielt. Sechs Minuten vor der Pause bewies Enija Anna Vaivode ihre Klasse, als sie der auf sie zustürmenden Sarah Grünheid den Ball vom Fuß fischte. Torlos ging es in die Katakomben und der Optimismus, der sowieso tollen SC 13 Fans, war durchaus berechtigt. Doch leider hatte der Pausentee eine ähnliche Wirkung wie in der Vorwoche. Mit Wiederanpfiff übernahmen die Gäste aus dem Ruhrgebiet das Kommando. Nachdem die beste Gästeakteurin Lisa Josten in der 54. Minute noch den Pfosten des SC 13 Tores bearbeitete, kam ihre Flanke zwei Minuten später ungehindert zu Theresa Gosch an das lange Eck. Diese bedankte sich für die Schlafmützigkeit der SC 13 Defensive und erzielte per Kopf die Führung der Gäste. Dörthe Hoppius und Lisa Josten machten in den folgenden zwölf Minuten ein beruhigendes 3:0 aus der Ausgangssituation. Bei beiden Treffern ließen die SC 13 Spielerinnen jegliche Zweitligatauglichkeit vermissen. Zwar brachte Enija Vaivode durch ihre teilweise riskanten Aktionen mit dem Fuß einige Male ein Raunen auf der Tribüne hervor, doch bewahrte sie ihre Truppe durch mehrfache Klasseparaden vor der frühzeitigen Entscheidung. Denn nach dem 0:3 passierte etwas, was keiner erwartet hätte. Über die Außenpositionen gab es plötzlich Chancen für den SC 13. Die größte vergab Debora Vinci, als sie eine tolle Ballannahme nicht durch einen Schuss ins lange Eck verwandeln konnte. Wenige Zentimeter fehlten der Hoffnungsträgerin des Kurstadtclubs. Nach der Partie äußerten sich die Trainer(innen) wie folgt:

Sabrina Gesell (VfL Bochum): „Ich finde es sehr schade, dass ein Club wie Bad Neuenahr mit solch einer tollen Anlage, wohl in der nächsten Saison in der dritten Liga spielen wird. Ich wünsche dem Verein eine baldige Rückkehr in die zweite Liga.“

Thomas Remark: „Irgendwie bin ich erleichtert über die Entwicklung hier, aber ein Himmelreich für eine Stürmerin. Denn endlich können wir hier Tacheles reden und das heißt dritte Liga. Wenn mein lange geplanter Urlaub am 5. Juni beginnt, dann will ich wissen, wer mit uns den Weg in die dritte Liga antritt. Ein Neuanfang kann auch eine Chance sein. Vielleicht hätte der Verein bereits in der Winterpause reagieren müssen. Ich heiße Thomas Remark und nicht Thomas Copperfield. Was erwarten wir denn von den Mädels? Dieser Druck ist ja unmenschlich und nun vorbei. Ab jetzt beginnen die Planungen für die Regionalliga.“

Es spielten: Enija Anna Vaivode; Franziska Wendel, Magdalena Schumacher, Lena Wiersch, Mara Walther (63. Lisa Umbach), Caroline Asteroth (75. Yuko Aizawa), Léa Daiz, Sarah Krumscheid, Svenja Streller, Stefanie Blazejazak (69. Debora Vinci), Johanna Kuhn.

Tore: 0:1 Theresa Gosch (56.), 0:2 Dörthe Hoppius (64.), 0:3 Lisa Josten (68.).

ZS: 97.

SR: Andrea Knauer (Oberding).

Enija Anna Vaivode (schwarz) wehrt sich gegen die drohende Niederlage. Foto: Guido Kölzer

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